Ausbildungsmesse Ausbildungsmesse: Zukunftsdebatte im Glashaus geführt

Wittenberg/MZ. - "Etwas in Richtung kaufmännische Verwaltung" möchte Jochen Wendt, Neuntklässler an der Bad Schmiedeberger Sekundarschule später lernen und wurde am Freitag auf der Messe auch fündig: Beim Wittenberger Spezialfahrzeugbauer Feldbinder, so erfuhr er am Stand der Firma, könnte er Industriekaufmann lernen.
Auch sein Mitschüler Oliver Kellert fühlte sich auf dem Messerundgang gut beraten. Dass er mit einem Notendurchschnitt von 1,9 gute Voraussetzungen für eine Ausbildung bei der Bundeswehr mitbringe, das hatte ihm Helmut Meine, Wehrdienstberater beim Kreiswehrersatzamt Wittenberg bestätigt. Kommunikationstechniker würde Oliver dort gern lernen.
Geschlossen waren die neunten Klassen der Bad Schmiedebergerwie auch anderer Sekundarschulen am Freitag vormittag zur Berufsmesse gekommen. An 36 Ständen von Unternehmen und Bildungsträgern des Landkreises konnten sie sich über die Berufsbilder von insgesamt 560 Lehrstellen informieren.
Erfreut über das Getümmel junger Leute waren Melanie Berghoff und Martin Gaschler. Sehr selbstbewusst präsentierten sich die beiden Auszubildenden - sie Bankkauffrau im dritten Lehrjahr und er angehender Mediengestalter im ersten Jahr - als Mitglieder des zehnköpfigen Organisationsteams, das die Sparkasse Wittenberg und die BBZ Elbe GmbH aus ihren Lehrlingen rekrutiert hatten.
Aussteller und Sponsoren zu gewinnen, Ehrengäste einzuladen und zu betreuen, die Ausstellung zu gestalten und zu bewerben, das alles gehörte zu ihren Aufgaben. Die junge Frau hatte bereits Erfahrungen in einem solchen Projektteam, Neuling Martin Gaschler hat die Arbeit dort so viel Spaß gemacht, dass er im nächsten Jahr wieder dabei sein möchte.
Jedoch im Glashaus - nämlich in dem kleinen abgeschirmten Raum in der Mitte des Foyers - blieben die Teilnehmer der Podiumsdiskussion über die Ausbildungsperspektiven im Landkreis. Da saßen der Staatssekretär im Ministerium für Arbeit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt, Dieter Schimanke, der Zweite Beigeordnete des Landrates, Deddo Lehmann, und der Direktor des Arbeitsamtes Wittenberg, Reiner Haseloff vor einer Runde Ausbilder. Beklagt wurden die Abwanderung junger Leute in den Westen ebenso wie nachlassendes Bildungsniveau und mangelnde Motivation vieler Berufsanwärter.
Aber es saßen im Auditorium doch noch zwei Berufsschüler, die sich ihrerseits über den vielen Unterrichtsausfall in Mathematik beschwerten. Und damit die Diskussion zu dem Konsens brachten, dass es gelingen müsse, die Berufsausbildung stärker nach wirtschaftlichen wie auch demographischen Verhältnissen zu planen.
Die Messe im Berufsschulzentrum, Mittelfeld 50, ist heute von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Gleichzeitig stehen die Fachkabinette des Berufsschulzentrums zur Besichtigung offen.