Anhalt-Bitterfeld Anhalt-Bitterfeld: Kinder malen sich die Sonne
GREPPIN/MZ. - Grauer und regenverhangener Himmel: kein Problem für die Mädchen und Jungen der Greppiner Grundschule. "Dann malen wir uns die Sonne", sagen Celina, Lenny und die anderen, schnappen sich Pinsel und Farbe und legen richtig los. Die Sonne strahlt, Blumen blühen in voller Pracht, Bäume recken sich in den Himmel. Die Greppiner sind kreativ, vor allen Dingen aber stolz auf ihre Schule und den Ort. Zum Sommerfest sangen sie ein Lied davon. "Unser Schullied", erklären Nicole Möhle und Silvia Rolle.
Beide gehören dem Elternrat an und brachten die Idee von der Hymne fürs Lernen zum Laufen. Die Melodie haben sie abgekupfert, den Text aber auf den Heimatort zugeschnitten. "Wir haben Greppin ja so gern." Der Satz hat Gewicht für die gut 60 Grundschüler, Eltern und den Großteil der Einwohner des Bitterfeld-Wolfener Ortsteils, zu dem eine Schule auf Dauer einfach gehören müsse. Davon ist Elternratsvorsitzender Norbert Bartsch überzeugt. Von einem Herzstück der Gemeinde redet er, spricht er von der Schule. Leben im Ort, so die Botschaft zwischen den Zeilen, wird auch durch den regulären Schulbetrieb aufrechterhalten. Deshalb machen die Greppiner regelmäßig Werbung für ihr Haus, laden zum Feiern ein und warten dabei immer wieder mit Neuigkeiten auf.
Diesmal ist es das taufrische Schulmuseum, das Sachkundelehrer Uwe Keppler zusammen mit der pädagogischen Mitarbeiterin Monika Dohmke und Hausmeister Steffen Reiher auf den Weg gebracht hat. "Fertig ist es nicht", weiß der Lehrer, der im Mini-Museum auf den Spagat zwischen Gestern und Heute setzt. Unterrichtsutensilien und Bücher hat er aufgereiht, die manch Elternteil noch aus ganz eigener Erfahrung kennt. Vom Sinn des Lebens lasen viele, mit Puppenstube und Autorennbahn spielten nicht weniger.
Die Sammlung hat aber noch mehr zu bieten. Radiogeräte dudeln, obwohl sie mitunter mehr als 70 Jahre alt sind. Filmvorführgeräte und Dia-Projektoren erinnern an die Wiege des Farbfilms, die praktisch um die Ecke stand. "Wir binden alles im Unterricht mit ein", betont Uwe Keppler, während der Nachwuchs einfach nur staunt. "Das hatten Oma und Opa an?" Angesichts der Leinenwäsche können sich die Jüngsten nur wundern. Doch sie haben Spaß daran, in die Vergangenheit einzutauchen und mit echten Anschauungsstücken auf Entdeckungstour zu gehen.
"Die Jugend soll ihren eigenen Weg gehen", haben die Greppiner in fetten Lettern in ihr Schulprogramm geschrieben. Sie sind allerdings auch überzeugt davon, dass es dabei etwas Hilfe braucht. "Ein paar Wegweiser können nicht schaden", ergänzt Norbert Bartsch, der mit den Kindern gemeinsam den Sommer herbeizaubert. Die Sonne strahlt über der farbenfrohen Blumenwiese. In der Grundschule gibt es keinen Grund, Feierlaune beiseite zu schieben. Schlechtes Wetter gibt es vor der Tür.