Anhalt-Bitterfeld Anhalt-Bitterfeld: Glebitzscher Kostbarkeiten für den Gabentisch
Glebitzsch/MZ. - Der Blick kommt nicht zur Ruhe. Welches ist wohl das Schönste? Geschenke, liebevoll verpackt, warten in Glebitzsch aufgereiht auf Käufer. Die Präsente sollen schon bald unterm Weihnachtsbaum liegen, das hoffen Simone Schneider und Helga Uebe zumindest. Für sie ist nach Weihnachten vor Weihnachten. Das gesamte Jahr über sammeln sie Verschenkenswertes. Glebitzscher Bürger geben bei ihnen ab, was doppelt unterm Baum lag oder was zu viel wurde im Haushalt. Die Damen vom Roitzscher Heimatverein 1998 freuen sich über jede Spende und vor allem über die Geschichten, die die Gabenbringer darüber erzählen.
Vor dem traditonellen Weihnachtsmarkt - am Samstag fand die siebente Auflage statt - treffen sich die Frauen - um mit Geschenkpapier und bunten Bändern den Kleinoden eine festliche Hülle zu bescheren. Die Stammkunden danken es mit einem Obolus, der wiederum den Kindern des Ortes zugute kommt. Von dem Verkaufserlös konnte Knecht Ruprecht seinen Sack prall füllen, um die jüngsten Glebitzscher, Beyersdorfer oder Köckerner zu beschenken. Ein schöner Brauch.
Familiär sei es in Glebitzsch, erzählt Ingeburg Schleicher. Hier kenne jeder jeden. Und der Heimatverein organsisiere das gesellschaftliche Leben mit. Ob Vorträge über die Geschichte oder die Silvester-Party - in Glebitzsch lässt es sich gut wohnen. Das kann Klaus Weyh, der Vereinsvorsitzende nur bestätigen. Knapp 600 Einwohner fühlen sich in den drei Ortschaftenzu Hause. Klein aber fein. Weyh selbst arbeitet in Weißenfels. 60 Kilometer hin, 60 Kilometer zurück. Über Umzug hat er noch nicht nachgedacht. Warum auch. Hier sei noch jeder für den anderen da. Das sehe man nicht zuletzt bei der Organisation des Weihnachtsmarktes. Karin Deutsch hat sich aufs Plätzchenbacken spezialisiert, Editz Murkewitz spendiert Brezeln aus süßem Teig. Anke Müller, die sich sonst mit der Haarschneidekunst beschäftigt, packte mit an wie jedes Jahr. Selbstverständlich eben.
Aber es gibt auch ein neues Gesicht. Das gehört Ralf Froese. In diesem Jahr übernimmt der Berliner einen ganz besonderen Part. Er ist der Weihnachtsmann auf dem Glebitzscher Weihnachtsmarkt. Premiere sei es für ihn, den Job von Knecht Ruprecht in Glebitzsch zu übernehmen. Eine verantwortungsvolle Aufgabe. Die meisterte Froese gern. Was er sich selbst zum Fest wünscht? In Euro lässt sich das nicht bezahlen: Frieden, Gesundheit und Liebe. Drei Dinge, die dem Berliner reichen, um glücklich zu sein und noch eines: beim Glebitzscher Weihnachtsmarkt dabei zu sein. Eine Reise, die sich allemal gelohnt habe.