Schulbus nach Könnern Schulbus nach Könnern: Sturzgefahr im Linienbus

Kirchedlau - Ein mulmiges Gefühl bleibt jedes Mal zurück, wenn Karl-Heinz Reisenauer morgens seine sechsjährige Enkelin in den Bus von Kirchedlau nach Könnern steigen lässt. Denn nahezu jeden Tag muss die Erstklässlerin die gesamte Fahrt über stehen. „Der Bus kommt schon voll besetzt in Edlau an“, beklagt der Großvater, „und hier steigen nochmals elf oder zwölf Kinder zu.“ Einen Sitzplatz zu ergattern sei nahezu unmöglich. „Gegenüber den Größeren haben die Kleinen doch keine Chance.“ Er befürchtet, dass bei einer Vollbremsung seine Enkelin und auch die anderen Kinder stürzen und sich verletzen.
Normaler Linienbus
Seine Schwiegertochter habe bereits bei der Kreisverkehrsgesellschaft Salzland (KVG) angerufen, die die Schulbeförderung übernimmt. Dort habe es geheißen, dass es sich bei dem Bus um einen normalen Linienbus handelt, der nun mal über 40 Sitz- und 40 Stehplätze verfüge.
Auf MZ-Anfrage ist seitens der KVG zu erfahren, dass alle Buslinien mit einem integrierten Schülerverkehr gefahren werden. „Es besteht kein Anspruch auf einen Sitzplatz“, teilt Ramona Baudis, zuständig für Verkehrsplanung und Öffentlichkeitsarbeit bei der KVG, mit. Die zur Verfügung gestellten Buskapazitäten mit den vorgeschriebenen Sitz- und Stehplätzen seien ausreichend. Demnach sei es auch nicht notwendig, einen zweiten Bus auf dieser Fahrt kurz nach 7 Uhr einzusetzen. Bezüglich der Sturz- und Verletzungsgefahr bezog die KVG keine Stellung. (mz)