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Museum Museum: Besucher im Bernburger Osttorhaus gießen Zinnfiguren

Von susanne schlaikier 04.02.2013, 17:57

bernburg/MZ. - Handschuhe und Schutzbrille waren ein unbedingtes Muss. "Wir arbeiten hier mit über 400 Grad Celsius", sagt Arnfried Müller, der den Besuchern am Sonntag im Osttorhaus des Museums zeigt, wie Zinnfiguren hergestellt werden. Passend zur aktuellen Zinnfigurenausstellung "Anhalt en Miniature".

Wer wollte, konnte bei dem erfahrenen Zinnmeister aus Harzgerode an diesem Tag auch seine eigene Figur gießen. Die heiße, flüssige Blei-Zinn-Legierung kommt in eine Form und wenige Augenblicke später ist der Teufel oder die Hexe fertig. Müller verwendet Formen aus Blauschiefer, der in Oberitalien abgebaut wird. Er weiß, dass die filigrane Gravur, noch dazu seitenverkehrt, in den Stein nicht ganz einfach ist und daher überlässt er das anderen.

Aber Figuren gießen, das beherrscht der 75-Jährige. Und daher geht er dem neunjährigen René zur Hand. Eine kleine Menge der heißen Flüssigkeit genügt und nach wenigen Augenblicken ist seine Figur schon fertig. "Das ging ja schnell", meint er überrascht und zeigt stolz seinen kleinen Teufel. "Er ist ja selbst ein kleiner Teufel", sagt seine Oma Doris Ulrich mit einem Schmunzeln. René kommt eigentlich aus Hohenseeden und ist gerade bei seiner Oma in Bernburg zu Besuch.