Bernburg Bernburg: Ein Stück Italien im Theaterhof begeistert Besucher
BERNBURG/MZ. - "Ich wohne schon so lange in Bernburg und war noch niemals hier oben auf dem Balkon. Wann macht man das schon mal", erzählt Torsten Menz und genießt den Blick über den Hof des Bernburger Schlosses. Er besuchte letzten Samstag mit seiner Familie das Bernburger Schlossbergfest. Ein buntes Treiben herrschte vom Schloss bis hin zum Carl-Maria-von Weber Theater. Ob Tanz, Musik, Theater oder auch Ausstellungen hielt das kulturelle Spektakel für jeden etwas bereit.
Auch auf dem reichhaltigen Trödelmarkt entlang der Straße konnte diese oder jene Rarität erstanden werden. Auch Wiebke Engelmann machte sich mit ihrer Familie auf den Weg. Die Leipzigerin war zu Besuch bei ihren Eltern in Bernburg und hatte keine speziellen Erwartungen "Ich freue mich einfach, dass in Bernburg mal wieder etwas los ist." Kaum angekommen, wurde sie schon von Jochen dem Elefanten begrüßt. So wie sie schienen auch viele andere - vor allem die kleinen Gäste - von dem kecken Elefanten mit seinen flotten Sprüchen ganz angetan zu sein. Auf seinem quietsch-gelben Dreirad radelte der drollige Dickhäuter mit modernster Fernsteuertechnik durch die Besucherschar und erntete viel Aufmerksamkeit. Immer einen witzigen Spruch auf Lager, eroberte er im Handumdrehen die Herzen eines jeden Knirpses.
Im Theaterhof gab die Theatergruppe "Mona Lisa" die Komödie "Campiello". Mediterranes Flair umwehte das Stück, denn der Hof war über und über mit Utensilien aus dem Mittelmeerland geschmückt.
Viele kulturelle Einrichtungen der Stadt stellten fürs Schlossbergfest ein spezielles Programm zusammen. Mit dabei waren die Bernburger Freizeit GmbH, die Theater- und Veranstaltungs gGmbH, die Kulturstiftung, die Musikschule, die Schlosskirche St. Aegidien, die Stadt Bernburg und auch die Sekundarschule Campus Technicus.
Einer der Besucher war auch Ralph Bettzieche aus Gerlebogk. Er kam eigentlich nur, um den Auftritt seiner Nichte auf der Bühne der Musikschule zu erleben. Als er jedoch die ganze Vielfalt des Festes erlebte, zeigte er sich ziemlich überrascht. "Es ist sehr schön hier und es gibt ein großes Angebot an Unterhaltung", so der Ortsbürgermeister von Gerlebogk.
Wer jedoch nicht nur unbeteiligt den Darbietungen beiwohnen wollte, der hatte auch Gelegenheit, selbst Hand anzulegen. So machten es auch die beiden Schülerinnen Sophia und Lisa. Sie nämlich versuchten sich mit Steinmetzarbeiten. Die Aktion "Historisches Handwerk" nämlich lud Kinder sowie Erwachsene zum Mitmachen in die Burgkapelle ein. Fast wie in einem Amphitheater schauten die Besucher den Akteuren bei ihren kreativen Arbeiten zu. Sophia und Lisa jedoch ließen sich davon nicht beeindrucken und meißelten emsig an ihren Objekten weiter. Ein Stiftehalter für den eigenen Schreibtisch sollte es werden. "Das macht richtig Spaß, etwas selbst herzustellen", freut sich die 13-jährige Lisa. Die aus Poley und Baalberge stammenden Hobbysteinmetze besuchen gemeinsam den "Campus Technikus" in Bernburg und wollten sich auch nach Vollendung ihrer Arbeiten unter die Besucherschar mischen.
Während sicherlich jeder der Programmpunkte ein eigener Höhepunkt darstellte, galt die Bassgeigengala am späten Nachmittag in der Schlosskirche St. Aegidien wohl als großes Highlight des ganzen Festes. Zahlreiche Besucher lauschten dabei mehr als 20 Kontrabässen des internationalen Bassgeigenorchester. Fest steht für jeden Besucher des Schlossbergfestes: bei einer solchen Vielfalt an Angeboten war es unmöglich, das gesamte Programm mitzuerleben.