Salzlandkreis Salzlandkreis: Bei Günther Maaß ist die Feuerwehr Maß vieler Dinge
HOYM/MZ. - Wenn am Samstag in Hoym (Stadt Seeland) die Jugendabteilung der freiwilligen Feuerwehr ihr 50-jähriges Bestehen feiert, ist das ein Grund, all denen Achtung zu zollen, die während dieses halben Jahrhunderts als Leiter und Ausbilder den Feuerwehrnachwuchs in der Selkestadt begleitet haben - Willibald Lindemann, Manfred Schmidt und der jetzige Chef der Feuerwehreleven, Andreas Herrmann. Doch selbstverständlich gehört auch Günther Maaß dazu. Er ist Hoymer Feuerwehrmann seit 56 Jahren und war von Mitte der 60er Jahre bis 1974 Leiter der damaligen AG "Junge Brandschutzhelfer". Aus dieser Formation entstand nach der Wende in den neuen Ländern die Jugendfeuerwehr.
Einst Leiter der Wehr
Um die Verdienste von Günther Maaß, der von 1982 bis '84 auch Hoymer Wehrleiter war, gebührend zu würdigen, schlug ihn die Ortswehrleitung mit Uwe Hoffmann an der Spitze für die Ehrung mit der MZ-Rose vor. "Gerade in Anerkennung seiner Verdienste im Bereich der Freiwilligen Feuerwehr Hoym", heißt es in der Begründung unter anderem.
Der am Freitag 79 Jahre alt gewordene Günther Maaß ist gebürtiger Harzgeröder. Seit 1939 in Hoym beheimatet, ging er nach der Schulentlassung beim Hoymer Schuhmachermeister Friedrich Buchmann in die Lehre. Alsbald jedoch wechselte er ins Braunkohlenwerk Nachterstedt, wo er bis zum Vorruhestand 1991 als Baggerfahrer arbeitete.
Freunde inspirieren ihn
Zur Feuerwehr kam er durch das im Freundes- und Bekanntenkreis geweckte Interesse. Außer seinen exponierten Funktionen beim Nachwuchs und als Wehrleiter, war Günther Maaß von 1971 bis 1982 stellvertretender Wehrleiter für Ausbildung und Schulung. Dafür hatte er in Dessau einen Lehrgang absolviert.
Viel zur Stärkung des Kameradschaftsgeistes in den Reihen seiner heute 88 Mitglieder zählenden Gemeinschaft trug Maaß nicht nur als Leiter, sondern vor allem auch durch seine Ausstrahlung und Vorbildwirkung bei. Das wird zusammenfassend vom Ortswehrleiter mit einer "hervorragenden Dienstauffassung" seines heutigen Alterskameraden gekennzeichnet. Und wie bei vielen Blauröcken hinterließ auch bei Günther Maaß' Familie das ehrenamtliche Wirken des Vaters von zwei Kindern und zweifachen Opas in der 1891 gegründeten Wehr Spuren. Als 1963 eine Frauengruppe gegründet wurde, gesellte sich Ehefrau Elfriede dazu. Sie gehört heute noch ebenso wie ihr Mann zur Altersabteilung. Sohn Matthias war ebenfalls Hoymer Feuerwehrmann, musste aber berufsbedingt seinen Dienst quittieren. Dafür berechtigt nun der 15-jährige Enkel Richard zu Hoffnungen, sei er doch einer der Aktivsten in der am Samstag ihr Jubiläum feiernden Abteilung.
Dass also bei Familie Maaß seit langem die Feuerwehr ein Maß vieler Dinge ist - dem stimmte auch der Leiter der Alterskameradschaft der Hoymer Feuerwehr, Günther Schneidewind, vorbehaltlos zu.