Salzlandkreis Salzlandkreis: 22-Jähriger hat in der Küche das Sagen

ASCHERSLEBEN/MZ. - Im Alter von 17 Jahren ist Peter Winkel in die Lehre gegangen. Heute, mit 22, arbeitet er als Küchenchef. Seit Anfang März lebt sich der Magdeburger in der Schwarzen Küche im Grauen Hof aus. Lange gezögert, sagt Winkel, habe er nicht, als ihm sein Onkel Manfred Schuster am Telefon die Stelle in Aschersleben anbot. Bereits nach einer Anruflänge stand für den Koch fest: "Da mach' ich mit. Das hat Zukunft." Er kündigte seine Anstellung als Entremetier im Hotel Burg Wernberg, zog in die Einestadt und hob mit seinem Know-how und Einfallsreichtum den Mittagstisch der Unternehmergesellschaft (UG) Grauer Hof auf ein neues Level.
"Es macht einfach nur Spaß", bereut Winkel seinen Wechsel nicht. Der direkte Kontakt mit dem Gast ist nur ein Vorzug, den ihm der neue Job bietet. "Ich habe hier Verantwortung." Das schätzt er an seiner neuen Position am meisten. "Früher wurde gesagt, so ist es." Jetzt liegt alles an ihm, muss er die Dinge selbst in die Hand nehmen, kann er sich verwirklichen, Neues einbringen. So endete am Freitag beispielsweise die erste Themenwoche, die bayerische Woche. Brotsuppe, Weißwurst und Brezen, Krustenbraten mit Biersauce, Bayrischkraut und Semmelknödel, Fleischpflanzerl und Kaiserschmarrn standen auf dem Speiseplan. Neben den klassischen Gerichten, die Winkel mit viel Fantasie interpretiert.
Das Interesse am Kochen wurde bei ihm schon früh geweckt: "Jeden Tag nach der Schule hat mein Opa gekocht", erzählt er. Winkels Onkel - Vereinsmitglied im Aschersleber Kunst- und Kulturverein und an der Seite von Ernst Karl vom Böckel Geschäftsführer der Grauer Hof UG - ist Koch. Das "Koch-Gen" liegt also in der Familie. Seine Ausbildung absolvierte der 22-Jährige im Hotel am Bühl in Eibenstock, einem Familienhotel mit Platz für etwa 300 Gäste. Nicht ohne Stolz erzählt Winkel, dass das Haus als eines der 100 beliebtesten Ferienhotels weltweit anerkannt ist. Nach der Lehre zog es ihn aber nach Bayern. Dort arbeitete Winkel im Hotel Burg Wernberg in der Küche von Thomas Kellermann, ausgezeichnet mit einem Michelin-Stern und 17 Punkten im Gault Millau.
Als Entremetier war er zuständig für die Zubereitung der Beilagen. Neun Monate. Bis der besagte Anruf kam, der ihm neuen beruflichen Weg eröffnete.
50 bis 70 Leute kommen täglich in den Grauen Hof, die "Kantine der Stadt". Nach und nach entdeckten jedoch immer mehr Ascherslebener, dass man in den alten Gemäuern gut und günstig Mittag essen kann. Damit das Essen jeden Tag pünktlich auf dem Tisch steht, macht sich Winkel - unterstützt wird er von Michael Koch in der Küche und Nicole Reska im Service - schon Stunden vorher an die Arbeit. Kontrollieren, portionieren, entgräten, schneiden, blanchieren, abschmecken, alles will erledigt sein, wenn die ersten hungrigen Gäste Punkt 12 Uhr kommen.
Den aktuellen Speiseplan findet man unter www.grauerhof.de/bistro