1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Aschersleben
  6. >
  7. Kindertagesstätte "Sonnenschein" in Gatersleben: Kindertagesstätte "Sonnenschein" in Gatersleben: 22 Meter Graffiti nach Ideen der Kinder gestaltet

Kindertagesstätte "Sonnenschein" in Gatersleben Kindertagesstätte "Sonnenschein" in Gatersleben: 22 Meter Graffiti nach Ideen der Kinder gestaltet

Von Thorsten Köhler 13.12.2015, 19:24
Im Eingangsbereich fällt der Name der Kita ins Auge.
Im Eingangsbereich fällt der Name der Kita ins Auge. Tobis Lizenz

Gatersleben - Wenn die Mädchen und Jungen am Montagmorgen ihre Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Gatersleben besuchen, dann sind staunende Blicke programmiert. Denn der Bielefelder Werbemaler Maik Enge hat den Eingangsbereich im Rahmen eines Toleranzprojektes mit Graffiti neu gestaltet.

„Das hier entstehende Werk soll den Kindern helfen, im Jahreszeitenkreis sich selbst und die selbstverständliche Unterschiedlichkeit als Gemeinsamkeit zu erkennen“, betont Ortsbürgermeister Mario Lange.

Die Kita Sonnenschein betreut seit Jahrzehnten Kinder unterschiedlicher Nationalitäten, bedingt durch die vielen wissenschaftlichen Mitarbeiter des IPK, die aus über 50 Nationen kommen. „Unsere Kita arbeitet an einem gemeinsamen integrativen Gedanken, weit vor der derzeitigen aktuellen Situation der Migrationsproblematik“, so Lange.

„Die Idee, hier etwas zu verändern, besteht schon seit 20 Jahren - so lange steht jetzt der Neubau“, sagt Kita-Leiterin Petra Kuche. „Endlich wird es in die Tat umgesetzt“, freut sie sich. Möglich wurde das mit Hilfe des Förderprogramms „Toleranz fördern - Kompetenz stärken“ des Bundes. Die Mittel hatte der Kita-Förderverein und Radio hbw beantragt.

„Es ist toll, wie sich der Verein hier engagiert, obwohl keine Kinder mehr von den Mitgliedern die Kita besuchen“, beschreibt die Leiterin und schickt gleich noch einen Dank an Daniel Gohl und seine Mitstreiter hinterher.

Im Vorfeld hat Uta Zerner, stellvertretende Leiterin, mit den Kindern Ideen und Vorschläge gesammelt, was in dem Rondell zu sehen sein soll. „Wir sind mit den Kindern durch den Ort gegangen und haben markante Objekte ausgesucht. Und es sollten auch Projekte abgebildet werden, die mit der Kita und Integration zusammenhängen“, schildert sie. „Uns haben die Köpfe geraucht, es hat aber auch Spaß gemacht.“

Für Maik Enge war die Umsetzung eine besondere Herausforderung. „Ich habe nur hier eine Höhe von 80 Zentimetern, dafür aber 22 Meter Länge zur Verfügung. Graffiti ist eigentlich für große Flächen gedacht. Da muss vorher genau überlegt werden, was wie dargestellt wird. Deshalb konnte ich auch nicht alle Vorschläge umsetzen“, sagt er.

Dargestellt sind zum Beispiel die vier Jahreszeiten. Dafür hat Enge auch vier verschiedene Farben verwendet. Grün für den Frühling, Gelb für den Sommer, Orange für den Herbst und helles Blau für den Winter.

Betritt man das Rondell, fällt das Symbol und der Name „Sonnenschein“ ins Auge. Abgebildet sind auch einige Gebäude wie die Kirche oder die alte Feuerwehr. Aber auch der traditionelle Lampionumzug zum Martinstag oder die Matschanlage sind abgebildet.

Die vorbereitenden Arbeiten hatte Frank Rümenap übernommen. So konnte Enge am Freitagabend mit dem Graffiti beginnen. Er brauchte noch den ganzen Sonnabend, ehe das Projekt gegen 22 Uhr fertig war.

Am Sonntag war dann Großreinemachen angesagt. Denn am nächsten Morgen kommen ja die Kinder. (mz)

Maik Enge hat alle Hände voll zu tun.
Maik Enge hat alle Hände voll zu tun.
Tobis Lizenz
Uta Zerner, Daniel Gohl, Maik Enge und Mario Lange (von links) schauen sich die Ideen an, die Erzieher, Eltern und Kinder gemeinsam gesammelt, aufgemalt und aufgeklebt haben.
Uta Zerner, Daniel Gohl, Maik Enge und Mario Lange (von links) schauen sich die Ideen an, die Erzieher, Eltern und Kinder gemeinsam gesammelt, aufgemalt und aufgeklebt haben.
Tobis Lizenz
Dargestellt wird unter anderem der Lampionumzug.
Dargestellt wird unter anderem der Lampionumzug.
Tobis Lizenz