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Jugendfreizeiteinrichtung "Wassertormühle" Jugendfreizeiteinrichtung "Wassertormühle": Duelle mit Monstern

Von Jessica Hanack 23.12.2016, 08:00
Beim Yu-Gi-Oh! -Spiel gibt es  Monster-, Zauber-, und Fallenkarten.
Beim Yu-Gi-Oh! -Spiel gibt es  Monster-, Zauber-, und Fallenkarten. Gehrmann

Aschersleben - An drei Tischen sind die 18 Jugendlichen verteilt, jeweils zu zweit sitzen sie sich gegenüber. Auf ein Signal ziehen sie ihre Karten für die Starthand, dann können die Duelle beginnen. Die Teilnehmer treten an diesem Tag in dem Kartenspiel Yu-Gi-Oh! gegeneinander an.

Das ursprünglich aus Japan stammende Spiel ist mittlerweile weltweit beliebt. Über 20 Millionen Yu-Gi-Oh!-Karten wurden bislang verkauft. In einigen Ländern werden nationale Turniere ausgetragen, es gibt sogar Europa- und Weltmeisterschaften. Jetzt haben Jugendliche in der Jugendfreizeiteinrichtung (JFE) Wassertormühle erstmals ein Yu-Gi-Oh!-Turnier in Aschersleben organisiert.

Start mit bis 8.000 Lebenspunkten

„Beim Yu-Gi-Oh!-Spiel duellieren sich zwei, die jeweils ein Deck von 40 bis 60 Karten haben“, erklärt Benjamin Freisdorf, der die Veranstaltung mitgeplant hat. „Man startet mit 4.000 oder 8.000 Lebenspunkten und Ziel ist es, die gegnerischen Lebenspunkte auf null zu bringen.“

Bis zu einer Stunde könne solch ein Duell zwischen zwei Spielern dauern, so der 18-Jährige. Wer versucht, das Spiel in ein paar Minuten zu verstehen, merkt schnell: Das ist gar nicht so einfach. Statt Pik, Kreuz oder Karo gibt es Monster, - Zauber-, oder Fallenkarten, mit allen möglichen Effekten und Fähigkeiten. „Die Regeln findet man im Internet, das Verständnis kommt dann mit der Zeit“, sagt Benjamin Freisdorf.

Der Ascherslebener ist regelmäßig in der JFE Wassertormühle und war mit anderen Jugendlichen von dort auch schon bei Yu-Gi-Oh!-Turnieren in Leipzig oder Magdeburg. Hier sei dann auch die Idee entstanden, so etwas einmal selbst zu veranstalten, berichtet Benjamin Freisdorf.

Stammkunden haben das Hobby etabliert

Auch Marion Zens, Leiterin des städtischen Jugendclubs, war bei den Turnieren dabei. „Es gibt ein paar Stammkunden, die das Hobby hier etabliert haben“, erzählt sie und ist trotzdem überrascht von der Resonanz beim Turnier in Aschersleben.

„Dass so viele aus unterschiedlichen Altersklassen das spielen, hätte ich nicht gedacht.“ Auch Benjamin Freisdorf ist begeistert: „Es sind auch Neue da, die ich noch nicht im Jugendclub gesehen habe.“

Er selbst hat in der dritten Klasse begonnen, die Yu-Gi-Oh!-Karten zu sammeln. „Dann war eine Zeit lang Flaute, bis ich vor einigen Jahren das Spiel wieder entdeckt habe. Vor etwa vier Jahren habe ich angefangen, mich mit anderen zu duellieren.“

Wer nicht spielt, zeichnet Mangas

Bei dieser Veranstaltung ist er der Organisator und darf deshalb nicht mitspielen. Dafür hat er sich darum gekümmert, dass auch für diejenigen ohne Yu-Gi-Oh!-Karten etwas geboten wird. An einem Tisch, an dem sich vor allem Mädchen versammelt haben, werden Mangas, japanische Comicfiguren, gezeichnet.

Die Schwestern Kirsti und Berit Hofmann, beide Mitglieder in der Ateliergemeinschaft „Schöpfrad“, geben den jungen Zeichnern Tipps und haben auch die notwendige Technik mitgebracht: Ein Schneidebrettchen aus Glas, mit zwei Holzblöcken und einer Lampe darunter. Hier können Kinder das Abpausen üben.

„Wir hatten früher Glastische zuhause, haben da eine Lampe drunter gestellt und los ging’s“, sagt Kirsti Hofmann und lacht. Ihre Schwester fügt hinzu: „Das Wichtigste ist, beim Zeichnen nicht zu viel nachzudenken.“

Währenddessen laufen an den anderen Tischen die Yu-Gi-Oh!-Duelle. Und was ist es nun, das den Reiz daran ausmacht? „Das muss jeder selbst herausfinden“, sagt Benjamin Freisdorf. „Viele mögen die Strategien, die dahinter stecken. Ich habe einfach Spaß daran, zu spielen und mich mit anderen darüber zu unterhalten.“ (mz)

Bevor das Turnier beginnt, kontrollieren  die Teilnehmer  noch einmal ihre Karten. Auch das Tauschen untereinander ist möglich.
Bevor das Turnier beginnt, kontrollieren  die Teilnehmer  noch einmal ihre Karten. Auch das Tauschen untereinander ist möglich.
Frank Gehrmann