Finanzausstattung Finanzausstattung: Trotz Sparens bleibt ein Loch
Aschersleben/MZ. - So klafft im Haushaltsentwurf im Verwaltungshaushalt (Mittel für die laufende Verwaltung), der am 11. Dezember in den Kreistag und dann zur Beratung in die Ausschüsse gehen soll, ein Riesenloch. 4,1 Millionen Euro beträgt bei Einnahmen von 99 Millionen und Ausgaben von 103 Millionen Euro das Defizit. Und das bei einem bestätigten Konsolidierungskonzept, mit dessen Hilfe seit diesem Jahr alle Ausgabenposten bereits auf ein Mindestmaß beschränkt sind. Und der Haushalt wäre auch nicht auszugleichen, wenn alle so genannten freiwilligen Aufgaben gestrichen würden. Bei einem Umfang von einer Million Euro gäbe es immer noch ein Drei-Millionen-Loch. Daran kann auch die Erhöhung der Kreisumlage (sie wird von den Orten je nach Einwohnerzahl entrichtet) auf 38,351 Prozent nichts ändern.
Angesichts dieser düsteren Aussichten erklärte die Vorsitzende des Finanzausschusses, Christel Stenner (SPD): "Jetzt kann uns nur noch ein Wunder retten". Für Andreas Michelmann (Widab) ist die Lage noch prekärer: "Wir können die Kreisumlage bis auf 80 Prozent erhöhen, aber die Kommunen werden sie nicht bezahlen können." Das bringe nichts. Deshalb könne seiner Meinung nach auch die Bezeichnung "Landkreis Aschersleben-Staßfurt" durch "Außenstelle des Landes Sachsen-Anhalt" ausgetauscht werden.
Für Walter Baudisch (SPD) ist die prekäre Finanzsituation auch dem Fakt geschuldet, dass zu viele Kredite aufgenommen wurden. Aber dem widersprach die Dezernentin, der Landkreis sei nicht überschuldet. Gegenüber dem Jahr 2001 werde sich der Schuldenberg nur um 2,5 Millionen Euro - auf 35,56 Millionen - erhöhen.