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Aschersleben Aschersleben: Mutige Besucher bei der Dschungelnacht

Von Marion pocklitz 12.08.2012, 16:33

aschersleben/MZ. - Spinnen sind nicht gerade die Lieblingstiere von Nadine Fischmann. Und Vogelspinnen schon gar nicht. Trotzdem lässt die Staßfurterin es zu, dass ihr rechts und links auf die Schultern und sogar auf den Kopf ein solches exotisches Krabbeltier gesetzt wird. Tapfer erträgt sie das "Leiden" unter den Blicken der Gäste, die zur dritten Dschungelnacht in den Ascherslebener Zoo Auf der Alten Burg gekommen sind. "Man möchte sich ja nicht blamieren vor all den Leuten. Doch sonst fasse ich nicht mal kleine Spinnen an", gibt sie lächelnd zu.

Doch außer dieser jungen Frau sind an diesem Abend noch andere über ihren Schatten gesprungen. Auch Thomas Härtge ist ein mutiger Mann. Ausgerechnet ihn suchte sich der Magier- und Feuerkünstler "El-Sharkan" aus, um ihm seine großen, dicken und vor allem schweren Schlangen um den Hals zu wickeln. Drei Stück schlängeln sich schließlich an ihm hoch und runter. "Das sind bestimmt 40 Kilogramm", schätzt er. Und es ist seine erste so nahe Begegnung mit den Tieren.

Schlangen hat übrigens nicht nur der Künstler, der an diesem Abend mit einer mystischen, magischen und vor allem fantastischen Show beeindruckt. Auch der Zoo selbst zeigt seinen Gästen eine außergewöhnliche Dschungel-Krabbeltier-Parade. Und so dürfen eine Boa Constrictor (auch Königsschlange genannt), die rote Vogelspinne Mathilda, Waschbär "Waschi", Fauchschaben von der Insel Madagaskar, Tausendfüßler und Frettchen Willi aus der Nähe betrachtet und auch angefasst werden. Die siebenjährige Selima lässt Mathilda sogar über ihre Hand krabbeln. "Das kitzelt. Die Spinne ist toll. Schlangen sind viel schlimmer", meint sie nach dieser Erfahrung. Günter Habel, der diese Aktion seiner Enkeltochter genau beobachtet hat, ist sehr stolz auf sie. "Für Kinder ist das heute hier eine ganz tolle Veranstaltung", findet der Ascherslebener. Sogar einen Rundgang haben sie vor der Krabbelparade unternommen und dabei die weißen Tiger beobachtet.

"Solch ein Rundgang am Abend durch den Zoo ist eine schöne Sache. Da kann man den Tieren ,Gute Nacht' sagen", findet Rita Kahl, die Vorsitzende des Fördervereins. Nur mehr Gäste hätte sie sich in diesem Jahr gewünscht. "Die waren alle am Tage da. Wir hatten ungefähr 800 Besucher", freut sie sich trotzdem.

Doch wer am Abend nicht auf die Anlage Auf der Alten Burg gekommen ist, der hat was verpasst. "Wir haben im Radio davon gehört und haben uns spontan entschlossen, hierher zu kommen", erklärt Evelyn Basler aus Harkerode. Und so darf auch sie sich eine der Spinnen auf die Hand setzen und eine Schlange um den Hals legen lassen. "Das war eine große Erfahrung. Doch die meiste Überwindung brauchte ich für die Kakerlake", gibt sie zu und bekommt nebenher ganz bewundernde Blicke von ihrem Sohn Stefan.

Den Abend lassen die meisten Gäste nach der Parade und der Show auf dem Terrassencafé ausklingen. Gemütlich und lauschig wird es dort nicht nur wegen der romantischen Kerzenbeleuchtung, sondern auch durch die Musik von Uwe Doberstein, der den ganzen Abend bereits für Unterhaltung gesorgt hatte. "Ich mache jetzt das, was ich am besten kann. Ich singe die Terrasse leer", lacht er und stimmt den nächsten Ohrwurm an. Und so wurde vielleicht dann auch das letzte Krabbeltier an diesem Abend bei sanften Klängen leise in den Schlaf gesungen.