Personalberater Personalberater: Helfer in den Unternehmen
Saarbrücken/Stuttgart/dpa. - Das Spektrum an Dienstleistungen eines Personalberaters ist inzwischen sehr vielfältig. Öffentlich wird ihre Arbeit meistens nur, wenn es um «Top-Jobs» geht, um Stellen für Spitzenmanager. Doch nicht nur dann sind sie gefragt.
«Unsere Dienstleistung ist inzwischen weit verbreitet», sagt Wolfgang Lichius. «Auch der Mittelstand gehört zu den wichtigen Auftraggebern», so der Vorsitzende des Fachverbandes Personalberatung im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) und selbst bei Kienbaum Consultants International in Gummersbach tätig. Zu den klassischen Aufgaben seien neuere wie das Management Audit, Interim Management oder die Eignungsdiagnostik gekommen.
Management Audit, die Beurteilung von Führungskräften, spiele häufig eine Rolle, wenn Unternehmen verkauft werden, erklärt Lichius. «Die neuen Eigentümer wollen natürlich wissen, mit wem sie es da zu tun haben.» Interim Manager, Führungskräfte auf Zeit, sind gefragt, wenn einem Unternehmen beispielsweise ein Geschäftsführer abhanden kommt.
«Aber auch Eignungsdiagnostik und Assessment-Center werden von Personalberatern zunehmend angeboten», sagt Lichius. Das kann Lothar Heimeier nur bestätigen. «Die Auswahl von Bewerbern war nach der Suche immer schon die anspruchsvollere Aufgabe», sagt der geschäftsführende Geschäftsführer von Dr. Heimeier & Partner aus Stuttgart, einer der Personalberatungen, die das Wirtschaftsmagazin «Capital» zu den «Top 20» in Deutschland zählt. Ob die Persönlichkeit eines Bewerbers passt, wird unter anderem per Eignungsdiagnostik ausgelotet.
Für Führungskräfte sind ausführliche Interviews und Persönlichkeitsanalysen, mit deren Hilfe zum Beispiel ihre Sozialkompetenz ermittelt wird, inzwischen üblich. «Wir haben dafür ein spezielles psychologisch fundiertes Verfahren im Einsatz», erläutert Heimeier. Die Personalberater versuchen dabei beispielsweise herauszufinden, wie es um die Führungskompetenzen des Bewerbers steht.
Viele Experten gehen zudem davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt wandeln wird: Schon weil die Zahl der Schulabgänger künftig spürbar sinkt, sind Fach- und Führungskräfte bald noch stärker gefragt. «Interne Personalauswahl wird dadurch immer wichtiger», bestätigt Joachim Pillong. Dabei wird nach den geeigneten Kandidaten im eigenen Haus gesucht. «Anfragen nach Potenzialanalysen nehmen bereits zu», so der Geschäftsführer der Personalberatung Pillong-Ebert-Roßbach in Saarbrücken. In Mangelberufen wie bei Vertriebsingenieuren sei es schon jetzt schwierig, Bewerber zu finden, so dass Stellen zunächst intern besetzt werden.
Personalberater übernehmen dann die Aufgabe, herauszufinden, wer aus dem Kreis der eigenen Mitarbeiter für eine Stelle am besten in Frage kommt. Insgesamt wird nach Einschätzung von Kienbaum-Berater Wolfgang Lichius langfristige Personalentwicklung immer wichtiger. Viele Fach- und Führungskräfte werden deshalb künftig auch dann von den Beratungsprofis in Augenschein genommen, wenn akut gar keine freie Stelle zu besetzen ist.