Ans Aufhören denkt er nicht: Wilfried Klaus wird 75

München - Der Hauptkommissar Horst Schickl aus der Serie „SOKO 5113” war seine bekannteste Rolle: 30 Jahre lang verkörperte Wilfried Klaus den Ermittler im ZDF, 2008 schickte er ihn in den Ruhestand.
Er selbst denkt aber noch lange nicht ans Aufhören, wie der Schauspieler der Deutschen Presse-Agentur sagte. An diesem Freitag wird Wilfried Klaus 75.
Klaus genoss zuletzt gemeinsam mit seiner Frau den Sommerurlaub auf Sardinien. Seinen Geburtstag verbringt er jedoch wieder in seiner Heimatstadt München, und zwar im kleinen Kreis mit der Familie. Kopfzerbrechen bereitet ihm das Datum aber nicht. „Das ist ein Geburtstag wie jeder andere auch. Nun kommt eben der 75. und hoffentlich dann auch der 76. und der 77.”, sagt er und lacht. Zum Glück gehe es ihm gut.
Vom Bildschirm verschwunden ist Klaus nach seinem Ausstieg bei der Sonderkommission nicht. Immer wieder war der Schauspieler in den vergangenen Jahren in Fernsehproduktionen zu sehen, etwa in den „Rosenheim Cops”, beim „Bergdoktor” oder „Pfarrer Braun”. Zuletzt habe er Folgen für die Serien „München 7” und „SOKO Stuttgart” abgedreht, verrät er. Die würden voraussichtlich im Herbst ausgestrahlt.
Wilfried Klaus freut sich, dass bei ihm immer wieder Rollenangebote auf den Tisch landen. Schließlich sei die Schauspielerei nicht altersabhängig, die Figuren würden eben auch älter: „Mit Mitte 70 kann man Rollen spielen, die man mit 50 oder 60 nicht hätte spielen können.” Das sei ganz wunderbar. Und so hofft er, dass die Angebote auch in Zukunft nicht ausgehen.
Etwas traurig findet es der Schauspieler, dass das ZDF nicht öfter auf ihn zukomme. Schließlich habe er über so viele Jahre hinweg mit großer Begeisterung die „SOKO 5113”, die inzwischen vom ZDF in „SOKO München” umbenannt wurde, gemacht. „Wenn man an so einem erfolgreichen Format so lange mitgewirkt ist, und dann aufs Abstellgleis geschoben wird, ist das schade.”
1978 hatte Klaus die Rolle des Ermittlers Schickl übernommen und sich schließlich nach 394 Folgen von der Sendung verabschiedet. „20 Folgen im Jahr zu drehen wurde mir dann einfach zu viel.” Auf die Zeit damals blickt er mit großer Dankbarkeit zurück. Bis heute werde er immer wieder auf der Straße von Menschen auf diese Rolle angesprochen. Zu wissen, dass man dem Publikum damit Freude bereitet hat, sei ein besonderes Glück. Mit seinen Serien-Kollegen Hartmut Schreier und Heinz Baumann pflege er auch nach den vielen Jahren noch einen engen Kontakt.
Dass Wilfried Klaus Schauspieler werden würde, war nicht unbedingt vorgezeichnet. Geboren wurde er 1941 auf dem Gelände der Strafanstalt in Bernau am Chiemsee. Sein Vater war Vollzugsbeamter, seine Mutter Kunstlehrerin. Nach privatem Schauspielunterricht spielte er von 1960 bis 1966 am Münchner Volkstheater, später auch auf anderen Bühnen der bayerischen Landeshauptstadt.
Die Liebe zur Kunst hat er vermutlich von seiner Mutter geerbt. In seiner Freizeit malt er gerne, hatte auch schon Ausstellungen mit seinen Werken. In der Nähe von Bad Füssing in Niederbayern hat sich Klaus vor einigen Jahren einen alten Bauernhof hergerichtet, mit einem Atelier im Dachgeschoss. Und wenn er gerade nicht malt, genießt er die Zeit in seinem großen Garten. (dpa)