Volleyball Volleyball: Piraten blicken auf zehn Jahre
SPERGAU/MZ. - Alles Verrückte, mag sich mancher im März 2000 gedacht haben, als der VC Bad Dürrenberg / Spergau gegründet wurde und sich vom Kanuclub abnabelte, wo man eher als Freizeitbereich galt. Oberliga-Volleyball war damals angesagt. Passend zum Standard in Sachsen-Anhalt. Da kamen ein paar Typen auf die Idee, zu sagen, wir planen den Aufstieg in die zweite Volleyball-Bundesliga. "Zwei Mitglieder haben uns auch den Vogel gezeigt und sind gegangen", erinnert sich Peter Kurzawa an jenen 28. März 2000. Genau auf den Tag zehn Jahre danach sicherten sich die Piraten, wie sich inzwischen die erste Herrenmannschaft nennt, zum dritten Mal den Verbleib in der 1. Bundesliga.
Für Kurzawa ist das immer noch ein Gefühl zwischen Traum und Alptraum. Traum, weil die Ziele, die sich damals er und Männer wie Antonin Brenner, Bert Krumbholz, Steffen Kleinert und Lothar Meißner setzten, weit übertroffen sind. Alptraum, weil eben fast dieselben heute dafür sorgen müssen, dass eine halbe Million Euro Jahresetat in die Vereinskasse kommt, um den Spielbetrieb zu finanzieren. "Damals reichte uns der eine oder andere Hunderter, um unsere Fahrtkosten zu bezahlen", erinnert sich Kurzawa, der heutige Teammanager.
Samstag sollen die zehn Jahre ein wenig gefeiert werden. Möglichst natürlich mit einem Sieg gegen Wuppertal im letzten Heimspiel der Saison, das um 16 Uhr angepfiffen wird. Vorher werden die Allstars der letzten zehn Jahre einlaufen. André Nickel, Bert Krumbholz, Rainer Grossmann für die Anfangs- und Regionalligazeit, Daniel Lang, Thomas Kunze, Rick Wiedersberg und Lars Schneider für den Abschnitt 2. Liga und Sven Dörendahl, Lubomir Sladek, Haroldas Cyvas und Jiri Stolfa für die Eliteklasse. Allstartrainer wurde Viktor Borchtch, der leider noch krank ist und nicht in der Halle sein wird. Daneben könnte man auch noch gut an Namen wie Walter Wiesel erinnern, der den VC und damit erstmals eine Mannschaft aus Sachsen-Anhalt fit machte für dauerhaften Verbleib in oberen Spielklassen; oder die Trainer Hansi Kreft und Michael Merten, die unabhängig von den Gründen ihres Weggangs wichtige Wegbereiter für den Spitzenvolleyball in Spergau waren.
Anschließend hat die aktuelle Mannschaft die Chance, sich versöhnlich von den Fans für dieses Spieljahr zu verabschieden, denn das letzte Spiel findet auswärts in Bühl am 24. April statt. Wobei man fair sein muss - wirklich enttäuscht haben die Piraten angesichts ihrer ungewollten drei Trainerwechsel und der vier langzeitverletzten Spieler ganz und gar nicht.