Thüringen Thüringen: Heimatstadt Jena trauert um Torwart Enke

Jena/dpa. - Mit Tränen in den Augentrugen sich am Tag nach dem Unglück zahlreiche Menschen in dasKondolenzbuch im Jenaer Stadion ein. Der Ex-Torwart von Hannover 96war seiner Geburtsstadt immer besonders verbunden. Seine mittlerweilegetrennt lebenden Eltern wohnen beide noch in Thüringen. Und auchseine Witwe Teresa stammt aus der Saalestadt.
«Für uns alle ist das ein großer Schock. Robert war immer sehrehrgeizig und hat im sportlichen Bereich alle seine Ziele erreicht.Sein viel zu früher Tod trifft uns alle sehr», sagte am Mittwoch UweDern, der Mannschaftsleiter von Fußball-Drittligist FC Carl ZeissJena. Enke hatte sich in der Nähe seines Wohnortes bei Hannover voneinem Regionalzug überfahren lassen. Er hinterlässt seine Ehefrau undeine acht Monate alte Adoptivtochter.
«Die Mannschaft hat die Nachricht mit Bestürzung aufgenommen. Auchwenn viele Robert nicht kannten, lässt so etwas niemanden kalt»,sagte Carl-Zeiss-Trainer René van Eck. In Torsten Ziegner zählte einaktueller Jenaer Spieler zu den Freunden von Enke. «Deswegen habe ichTorsten am Mittwoch freigestellt, ob er mittrainieren möchte odererstmal eine Pause einlegen möchte», sagte van Eck.
Physiotherapeut Mario Röser, Co-Trainer Mark Zimmermann undSportdirektor Heiko Weber spielten früher mit Enke in einem Team. Beiihrer nächsten Partie werden die Jenaer einen Trauerflor zu Ehren des Ex-Spielers tragen. Weitere Formen der Kondolenzbekundung sowie einemögliche Unterstützung für die Hinterbliebenen ließ der Verein offen.
Beim Traditionsclub Carl Zeiss Jena hatte Enke ab 1985 seinHandwerk gelernt, bevor er 1996 nach Mönchengladbach gewechselt war.Seine ersten Gehversuche im Fußball unternahm er aber beim SVJenapharm Jena - damals noch als Feldspieler. «Er war für unsereTorhüter immer ein Vorbild. Er hat ihnen gezeigt, dass man auch auseinem kleinen Verein zum Nationaltorhüter aufsteigen kann», sagteSpieler Michael Böhme vom SV Jenapharm der «Ostthüringer Zeitung».Auch bei seinem ersten Profiverein teilt man diese Einstellung. «Wirhaben uns immer sehr über seine Erfolge gefreut. Schade, dass seinLeben nun viel zu früh zu Ende gegangen ist», betonte Dern.