Schon überall etwas geschnuppert
Bernburg/MZ. - Die Weihnachtspause ist kurz. Die Zweitliga-Handballer des SV Anhalt Bernburg müssen schon am 15. Januar wieder ran. Dann steht bei TuS Spenge das letzte Spiel der Hinrunde auf dem Programm.
Die bisherige Bilanz der Saalestädter ist nicht schlecht, auch wenn die Mannschaft von Trainer Lothar Doering im Verlauf der bisherigen Saison schon in alle Bereiche der Tabelle hinein geschnuppert hat. Nachdem sich der SV Anhalt nach dem ersten Spieltag auf dem vorletzten Platz wiederfand, ging es steil bergauf. Nach vier Spieltagen hatte man als Dritter das vorerst beste Platzresultat erzielt. Seitdem gehören die Bernburger ohne Unterbrechung zu den Top-Ten der zweiten Liga. Weihnachten wurde auf Rang sieben verbracht.
Statistisch hat der SV Anhalt in seinen bisherigen Begegnungen 26,06 Tore pro Spiel geworfen. Kassiert haben die Bernburger 25,44 Treffer pro Spiel. Acht Mal wurde gewonnen, sieben Mal verloren und nur einmal unentschieden gespielt. Der bisher höchste Sieg gelang mit 31:21 gegen den TV Emsdetten. Die höchster Niederlage bescherte den Bernburgern der gegenwärtige Tabellenführer Eintracht Hildesheim (32:40).
Was die Torjägerqualitäten der Saalestädter betrifft, findet sich nur einer unter den besten Zwanzig. Robert Lux belegt da mit seinen 91 Treffern den sechsten Platz. Allerdings könnte das Verhältnis seiner Torwürfe zu den erzielten Treffern noch etwas besser werden. Ganz vorn in der Torjägerliste rangiert der Delitzscher Lars Kaufmann (142) vor dem Solinger Mraz (116) und dem Fredenbecker Skerka (104).
Wenn vor einer Woche die Bernburger im Vorbericht der Varelner Lokalpresse - mit dem wahrscheinlich dem Schlusslicht Mut gemacht werden sollte - als Mannschaft mit wenig Auswärtsqualitäten angekündigt wurde, spricht zumindest die Statistik dagegen. So holte der SVA von seinen 17 Pluspunkten immerhin acht in fremden Hallen. Und auch die Torausbeute von 211:190 zu Hause und 206:217 auswärts bewegt sich durchaus im normalen Rahmen.
Die ganz heiße Musik in der Staffel Nord wird allerdings von zwei anderen Mannschaften gemacht. Hildesheim und Stralsund liefern sich von Anfang an einen Zweikampf um die Spitzenposition. Seit dem achten Spieltag sind sie ununterbrochen Tabellennachbarn, wobei die Stralsunder vom sechsten bis zum 14. Spiel in Front lagen. Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen mussten sie die Hildesheimer Eintracht vorbei lassen. Da dürfen sich die Fans auch im zweiten teil der Saison auf viel Spannung freuen. Allerdings sind auch Delitzsch und Ahlen, beide mit vier Punkten Rückstand - noch nicht völlig weg vom Fenster.
Das Mittelfeld reicht gut und gern bis zum 14. Platz. Den hat sich erst einmal Aufsteiger HSV BW Insel Usedom gesichert. Dahinter darf weiter gebangt werden. Allerdings hat sich der Dessauer HV nach einem ganz müden Saisonstart mit einem Zwischenspurt kurz vor Jahresende aus seiner bis dahin mehr als misslichen Situation befreit.
Als 15. sind die Sachsen-Anhalter inzwischen in einer Position, von der aus sie durchaus noch ins bessere Mittelfeld vorstoßen können. Insgesamt verbrachte Dessau bisher neun Spieltage als Schlusslicht. Seit dem elften Spieltag geht es kontinuierlich bergauf. Gute Chancen, um auch in den nächsten Jahren Landesderbys in der Bernburger Hinz-Halle zu sehen.
Dagegen werden in Wuppertal (17.) und Varel (18.) die Gesichter immer länger. Beide Mannschaften stehen mit dürftigen drei Pluspunkten zu Buche. "Wir haben noch 18 Spiele und empfangen zu Hause Mitkonkurrenten wie Varel, Dessau und Usedom. Außerdem spielen noch viele Mittelfeld-Clubs bei uns in der Uni-Halle. Das gibt mir die Hoffnung, dass wir den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen," vermittelt LTV-Trainer Jan Nahrstedt aber nach wie vor Optimismus.
In Varel hört sich das ähnlich an: "An den Abstieg denken wir nicht. Noch stehen genügend Spiele auf dem Programm, um uns in Sicherheit zu bringen," so Enno Uffer, der Geschäftsführer der Varelner Handball GmbH. Die Handballfreunde dürfen gespannt sein.