Reitsport Reitsport: Miriam Graul unterstreicht auf Carpe Diem ihr Potenzial
POPLITZ/MZ. - In der Zwischenwertung fand sich die angehende Pferdewirtin zumindest auf einem guten Mittelfeldplatz wieder. Mit der sportlichen Leistung zeigten sich die Verantwortlichen sehr zufrieden.
Warum Mariam Graul nun nicht die entscheidende Finalprüfung am Sonntag sprang, begründete die Vorsitzende des Vereins und Mutter Marina Graul mit einer möglichen Überforderung ihres "Ausweichpferdes". Mit Carpe Diem bestritt die einzige Starterin des gastgebenden Reitvereins das erste Mal eine solch anspruchsvolle Meisterschaft. "Dafür haben sich beide sehr gut ergänzt", erklärte die Vorsitzende, die jedoch nicht das Risiko einer schlechten Erfahrung eingehen wollte und deshalb auf die dritte Prüfung verzichtete. Zwei seien für den Anfang genug gewesen. "Ihr Potenzial haben beide trotzdem unterstrichen", sagte Marina Graul.
Mit dem siebenjährigen Sachsen-Anhaltiner startete ihre Tochter nur in den Wettkampf, weil sich ihr etatmäßiges Springpferd Laray Sun kürzlich bei einem Turnier verletzte. Dafür konnten sich zwei Abwürfe im ersten Durchgang allerdings sehen lassen. Diese begründeten sich dann aber doch in der fehlenden Feinabstimmung zwischen Reiterin und Pferd, wenngleich es keinen groben Schnitzer gab. "Die Flugphase stimmte nicht, weil das Pferd etwas zu schnell war", erklärte Miriam selbst, die ob des Erfolges ein positives Fazit ziehen konnte.
Wie anspruchsvoll der Parcours zu reiten war, zeigte indes die Tatsache, dass nur zwei Reiter die Prüfungen fehlerfrei absolvierten. Die einfachen und zweifachen Kombination sowie die verschiedenen Tempowechsel trennten die Spreu vom Weizen. Beispielsweise tat sich Vorjahressiegerin Anne Keller vom Reit- und Fahrverein Einetal Westdorf / Aschersleben etwas schwer, landete hinter dem ebenfalls favorisierten Philipp Ulrich (Kunrau) diesmal nur auf Rang drei. Knapper Sieger der Zeitspringprüfung wurde Andreas Kempf (RFV Klötze).
Mit nur einem weiteren Abwurf und einer Zeitstrafe bewies Miriam Graul indes, dass der Auftritt in Durchgang eins kein Zufall war. Mit 81.92 Wertungspunkten (12. Platz) hätte sie letztlich in die Finalrunde vielleicht auch für eine kleine Überraschung sorgen können. Diese Leistung zeigte dennoch, "dass der Abstand zum Favoritenkreis trotz des unerfahrenden Pferdes nicht unbedingt größer geworden ist", erklärte sie nicht ohne Stolz, auch weil sie Carpe Diem selbst ausbildet.
Außerhalb der Wertung gingen Ulrike Hendrich, Anne Hinzdorf, Anna Wonka und Sophie Koch bei den Reiterin in der Altersklasse weiblich B an den Start. Ulrike Hendrich erreichte auf Marry mit 6,60 Wertungspunkten den vierten Platz. Den Vergleich gewannen Katharina Schulz und Franziska Conrad (beide Integrativer SV Bernburg).
Zufrieden mit der Vorbereitung, Organisation und Durchführung zeigte sich derweil auch der Geschäftsführer des Landesreitverbandes Sachsen-Anhalt. "Alles war super", sagte Reinhardt Brähne bei der abschließenden Siegerehrung in Poplitz.