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Radsport Radsport: Bahnrad: Jens Fiedler verabschiedet sich mit 13. Titel

Von Karsten Lehmann 05.09.2004, 15:28

Leipzig/dpa. - Sprintspezialist Jens Fiedler hat mit seinem 13.nationalen Titel «Tschüß» zum Velodrom gesagt. Jens Lehmann willdagegen nach zwei Goldmedaillen bei den 118. deutschen Bahnrad-Meisterschaften in Leipzig noch einmal angreifen. «Der Weltcup ist ineinem Monat. Ich denke, da sollte der deutsche Meister fahren», sagteder 36-Jährige, der nach dem Boykott des Bahn-Vierers bei derWeltmeisterschaft 2003 in Stuttgart zusammen mit Daniel Becke(Erfurt) zeitweise aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen wurdeund keine Berücksichtigung für das Athen-Aufgebot fand.

Ohne Training stieg der Leipziger am Mittwoch auf das Rennrad undentschied, in der 4000-m-Einzelverfolgung sowie in derMannschaftskonkurrenz zu starten. «Ich habe mich wohl gefühlt und dieLust am Rennen wieder entdeckt. Ich wollte eine Medaille. Dass eszwei Mal der Titel wurde, war nicht vorauszusehen.»

Nach den WM-Vorfällen und der Nicht-Nominierung für Athen herrschtzwischen dem zweimaligen Olympiasieger und dem Bund DeutscherRadfahrer (BDR) ein angespanntes Verhältnis. Ob Lehmann seine Chancefür die anstehenden internationalen Rennen bekommt, ist unklar. «Wirhaben das Ziel Peking im Auge. An den Erfolgen dort werden wirgemessen. Bis dahin gibt es sicherlich auch Zwischenstationen. Undwenn die Älteren schnell fahren, werden wir an denen nicht vorbeikommen», betonte BDR-Sportdirektor Burkhardt Bremer.

«Ich denke, dass sich Jens auch international würdig verabschiedenwill. Und mit dieser Leistung hat er gezeigt, dass er eindeutig zurinternationalen Spitze gehört», meinte Lehmanns Trainer Jens Lang(Erfurt) und verwies dabei auf die Weltmeisterschaft im kommendenJahr. Derweil erklärte Lehmann, dass die Klage auf Schadensersatzwegen der Nicht-Berücksichtigung für Athen gegen den nationalenVerband noch nicht vom Tisch ist.

Diesmal ohne seinen Sohn Ramon Noel ging der dreimaligeOlympiasieger Jens Fiedler nach der Goldmedaille im Teamsprint aufseine Ehrenrunde. Bei seinem Triumph in Athen hatte der Chemnitzersein vierjähriges Kind noch auf den Lenker genommen. Zusammen mitOlympiasieger Stefan Nimke (Schwerin) und Carsten Bergemann(Heidenau) entthronte der Chemnitzer das Team aus Erfurt. «Das warmein letztes großes Rennen. Meine Beine brummen. Die Wehmut kommterst später», sagte der 34-Jährige, der nach der Wintersaison insManagement seines Teams einsteigen wird.

Für die kommenden Aufgaben hat der fünfmalige Weltmeister bereitsklare Vorstellungen: «Ich denke, dass Carsten Bergemann in ZukunftWeltmeister und Olympiasieger im 1000-m-Zeitfahren werden kann. Zudemwill ich nicht, dass wir bei den Olympischen Spielen in Peking nurdie chinesische Hymne hören», erklärte Fiedler.

Bergemann gewann souverän das 1000-m-Zeitfahren in der sächsischenMetropole. Zudem sicherte sich der Weltmeister von 2000, Jan vanEijden (Dudenhofen), Gold im Sprint. Im Keirin der Männer verteidigteRené Wolff (Erfurt) seinen Titel, bei den Frauen siegte ChristinMuche. Die Cottbusserin gewann zudem den Sprint der Frauen. Im 500-m-Zeitfahren setzte sich Dana Glöß (Berlin) durch. Beim 40-km-Punktefahren gewann Bronze-Medaillengewinner Guido Fulst (Berlin).