Oberliga Oberliga: Starke Dessauer treffen Tor nicht
Halberstadt/Dresden/MZ. - Der SV Dessau 05 vergisst derzeit einfach, sich für ansprechende spielerische Leistungen selbst zu belohnen. Die Schützlinge von Trainer Dieter Hausdörfer waren im Landesderby in Halberstadt über 90 Minuten das bessere Team und fuhren wie schon aus Halle mit leeren Händen nach Hause.
Von Beginn an bestimmte der Aufsteiger im Friesenstadion die Partie und ließen keinen geordneten Spielaufbau der Hausherren zu. Um so überraschender fiel das Führungstor für die Harzer. Nach einem Konter fand der flankende Schlitte den mitgelaufenen Döring (30.), der sicher vollendete. Knapp drei Minuten später lag der Ausgleich in der Luft, doch Stefke traf mit einem Freistoß aus 16 Metern nur den Pfosten des Halberstädter Gehäuses. Auch in der zweiten Halbzeit hatten die Gäste optische Vorteile, waren vor dem Tor der schwachen Harzer aber glücklos. Auch die letzte Viertelstunde in Überzahl (Gelb-Rot für Schlitte) konnten die Dessauer nicht nutzen. "Was wir bieten, grenzt an Masochismus. Wir spielen bis vor das gegnerische Tor gut, verlieren aber die Nerven beim Abschluss", so Hausdörfer.
Individuelle Fehler
Mit hängenden Köpfen verließen die halleschen Spieler den Platz an der Wurzener Straße in Dresden. Gegen neun Gastgeber reichte es nur zu einem Punkt. Bei stürmischem Wind ließen die Saalestädter den FV Nord in den ersten 40 Minuten nicht aus der eigenen Hälfte kommen. Das frühe Führungstor durch einen abgefälschten Freistoß von Trehkopf verlieh zusätzliche Sicherheit. Allerdings scheiterten in der Folge Petrick (33., 53.) und Fährmann (47.) am fantastisch haltenden Dresdner Keeper Moritz.
Innerhalb von nur sechs Minuten flogen dann die Dresdner Klippel (50. - Notbremse gegen Fährmann) und Frank Gaunitz (Gelb-Rot) vom Platz. "Mit den beiden Feldverweisen hat der Schiedsrichter den Dresdnern einen Vorteil verschafft, weil wir nicht in der Lage sind, einfachen Fußball zu spielen", ahnte HFC-Trainer Lutz Lindemann nichts Gutes. Nach einem katastrophalen Fehler von Miftari, der danach sofort duschen durfte, traf Jugo zum Ausgleich (79.). Zwar konnte Breitkopf die Gäste noch einmal in Führung bringen (82.), doch ein leichter Ballverlust von Linkert im Mittelfeld führte in der Folge zum Ausgleich von Ackermann. Nach dem Spiel drohte Lindemann mit Konsequenzen: "Einige sogenannte Stammspieler werden sich für längere Zeit auf der Bank wiederfinden."