Nach Schiedsrichterentscheidung Nach Schiedsrichterentscheidung: Weiterhin Gesprächsbedarf nach Partie Cottbus gegen Bayer

Cottbus/dpa. - Inzwischen hat sich auch LandratDieter Friese (SPD) in die Diskussionen eingeschaltet und in einemOffenen Brief den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB),Theo Zwanziger, aufgefordert, seinen Einfluss zur gerechten Bewertungvon Fußballspielen geltend zu machen.
Bereits am Montag hatte Markus Lipfert von der HauptredaktionSport des ZDF nach Angaben von Energie Cottbus bei PressesprecherRonny Gersch angerufen und Irrtümer des Redakteurs bei der Bewertungvon Spielsituationen eingeräumt. «Lipfert sagte mir, wenn wir einenFehler machen, stehen wir auch dazu», bestätigte Gersch der dpa amDienstag. Das ZDF wollte diesen Hergang am Dienstag jedoch nichtbestätigen. «Das ZDF hat im Rahmen seiner technischen Möglichkeitenund journalistischen Sorgfaltspflicht die Situation beleuchtet.Abgesehen davon ist unsere Analyse in keinster Weise relevant für dieTatsachen-Entscheidung des Schiedsrichters», sagte ZDF-SportchefDieter Gruschwitz am Dienstag der dpa.
Grund für den Anruf des Redakteurs in Cottbus war offensichtlicheine ZDF-Rückfrage bei DFB-Lehrwart Eugen Strigel, der zumindest denzweiten Cottbuser Treffer als korrekt angesehen hatte. Das ZDF willnun am kommenden Samstag im «Aktuellen Sportstudio» unter der Rubrik«Pfiff des Tages» diese Problematik noch einmal aufgreifen.
Landrat Friese, zugleich Mitglied im Energie-Verwaltungsrat,schaltete sich mit seinem Offenen Brief an Zwanziger in dieDiskussion ein. «Wer die Ereignisse um das erste RückrundenspielEnergie Cottbus - Bayer Leverkusen objektiv wertet, wird feststellen,dass Cottbus - aus welchen Gründen auch immer - extrem benachteiligtwurde», heißt es in dem Brief. «Ich darf Sie herzlichst darum bitten,Ihre Bundesliga-Schiedsrichter zu sensibilisieren, dass sie zwar nurein Fußballspiel pfeifen, dass sie aber darüber hinaus, ob sie wollenoder nicht, auch ein Mehr an Verantwortung tragen», heißt es weiter.
Zur Sachlage hatte sich DFB-Lehrwart Eugen Strigel gegenüber der«Lausitzer Rundschau» (Dienstagausgabe) geäußert: «Beim erstenAbseitspfiff weiß ich nicht, ob alles in Ordnung war. Es war sehreng, das kann keiner garantieren. Schwer zu entscheiden.» In derzweiten Situation, als Leverkusens Torhüter René Adler einen Kopfballvon Stiven Rivic aus Nahdistanz abwehrte und der Ball zu Ervin Skelasprang, der dann den Treffer erzielte, legte sich Strigel fest. «Indem Moment, wo der Torhüter den Ball abwehrt, entsteht eine neueSpielsituation, der Treffer war also korrekt.»