Museum auf Werbetour Museum auf Werbetour: Kamele zwischen Baumaschinen
Weißenfels/MZ. - Kamele lassen es sich gestern Morgen auf der Wei ßenfelser Schlossterrasse richtig gut gehen. Die Brennesseln schmecken den beiden Wüstenschiffen vorzüglich, so dass die stattlichen Tiere immer nur am Futtern sind. Dass die zehn- bis zwölfjährigen Wallache namens Marcel und Rubin, die Manuela Richter gehören und ihr Zuhause in Markröhlitz haben, auf Werbetour für die noch bis zum 19. August im Museum laufende Wanderschau "Von Ägypten nach Preußen" gehen, finden nicht nur Kinder der Bergschule und ihre Erzieherin Antje Dobisch toll. "Ich bin über 30 Jahre im Museum beschäftigt, aber so eine Aktion habe ich noch nicht erlebt", lacht Museologin Renate Reisdorf. Nachdem das Museumsteam nebst Kamelen zur Erinnerung im Schlosshof zu Neu-Augustusburg fürs Personalfoto posiert hat, geht die Tour los in Richtung Stadtzentrum. "Habt Ihr auch noch Elefanten?", ulkt ein Bauarbeiter zwischen Maschinen in der Großen Burgstraße.
"Die Dickhäuter könnten uns beim Verdichten helfen." Auf dem Wochenmarkt staunen Händler und Besucher nicht schlecht. Ob der Zirkus unterwegs sei, wollen Helga Schäfer und Lydia Zimmermann wissen. Die beiden Frauen kommen des öfteren aus Weimar angereist, weil sie den Markt in Weißenfels gut finden. Christina Dittrich und Rosemarie Meinhardt, die im Museum über den zweiten Arbeitsmarkt beschäftigt sind, sorgen für Aufklärung. Sie verteilen über hundert Handzettel und laden Bürger damit in die Sonderausstellung ein. "Eine prima Idee von den Museumsleuten", lobt Rosmarie Wolf aus der Kreisstadt. Auch sie und ihr Mann Hans hatten vermutet, dass ein Zirkus auf Werbetour sei. Den Figuren-Brunnen in der Jüdenstraße betrachten die Kamele als wahre Oase. Als sie Wasser aus der Palme trinken, flachst Museumsmitarbeiter Martin Schmager: "Jetzt wissen wir endlich, warum die Palme im Brunnen steht."