Mit Köcher und Pfeil auf Erfolgsjagd
Teuchern/MZ. - Das traditionelle Osterschießen auf dem Krähenberg sei ein Höhepunkt im Sportjahr, den man immer wieder gerne ausrichte, betonen er und Cornelia Schuhknecht. Die Frau des Vereinsvorsitzenden Frank Schuhknecht beteiligt sich zwar selbst nicht am Wettkampf, hilft aber gern bei dessen Organisation. 68 Schützen aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen sind gekommen, um im fairen Wettstreit in den Altersgruppen U 14, U 18 sowie Damen und Herren um die zu vergebenen Pokale zu ringen. Die Schützen aus Dessau, Heidenau, Berlin, Pirna, Naumburg, Wittenberg, Halle, Erfurt, Saalfeld und anderen Orten schießen mit unterschiedlichen Sportgeräten auf dem von der Stadt dem Verein kostenlos zur Verfügung gestellten Gelände direkt hinter dem Kompostplatz an der Weißenfelser Straße. Mancher bevorzugt den Jagdbogen, andere den Recurve Visier, wieder andere den so genannten Longbow. Die Techniker setzen auf den mit einer Zielvorrichtung ausgestatteten Compound. Geschossen wird auf so genannte 3-D-Tiere. "Das sind Enten, Hirsche, Wildschweine oder Bären aus Kunststoff. Schließlich ist in Deutschland die Jagd auf lebende Tiere mit dem Bogen verboten", betont Holger Föst, bevor er den Grill anwirft. Bogenschützen werden schnell hungrig und stehen auf Steaks, Roster und Fettbemmen.
Eine solche lässt sich Ines Möbius auch schmecken. Dabei verfolgt sie gespannt den Wettkampf ihres achtjährigen Sohnes Toni. "Mit drei Jahren hat der Junge das erste Mal einen Bogen gehalten", erzählt die Frau aus Könitz bei Saalfeld und lobt dann die Organisation des Wettbewerbs, zu dem sie, wenn auch nicht selbst als Aktive, jedes Jahr mit ihrem Sohn kommt. "Wir sind oft an den Wochenenden unterwegs. Beim Bogensport bewegt man sich an der frischen Luft. Außerdem sind wir doch alle wie eine große Familie", erzählt sie und verfolgt Tonis Bemühungen um einen guten Schuss.
"Immer ins Kill", ruft einer. Dies ist der Spruch, mit dem sich Bogenschützen viel Erfolg wünschen. Den hätte übrigens auch Sebastian Klemme vom BSC Dessau gern gehabt. Doch einige Pfeile des 17-Jährigen verfehlen ihr Ziel. Es sei schon ein Unterschied, in der Halle zu trainieren oder im hügeligen und bewaldeten Gelände zu schießen, sucht er nach Gründen dafür, dass es nicht so gut läuft. Doch seine Mitstreiter schieben das eher auf die Ablenkung durch die Freundin, die ebenfalls beim Wettkampf dabei ist. Besser läuft es bei Olaf Krummig vom Armbrust- und Bogenschützenverein Naumburg / Meyen. Er beteilige sich sehr oft an den Wettkämpfen auf dem Teucherner Krähenberg. "Der Parcours ist sehr anspruchsvoll. Vor allem des Schießen Hang abwärts verlangt viel Mühe", berichtet der bei den Erwachsenen startende Schütze. Für Uwe Schönfisch aus Magdeburg steht am Sonnabend der Spaß im Vordergrund. Der zwanzigfache Landesmeister vom SV Jersleben und mehrfache Teilnehmer am Bundeswettbewerb schießt normaler Weise mit dem so genannten Fita Recure - einem selbst von Olympioniken verwendeten Hightechbogen. Dieses Mal benutzt er den einfachen Jagdbogen. "Diese Sportart ist gut für jedes Alter, selbst für Kinder", ist er sich sicher. Wohl auch deshalb trainiert er als Landesjugendleiter des Bogensportbundes von Sachsen-Anhalt den Schützennachwuchs. Nach Teuchern will der erfahrene Sportsmann auf jeden Fall wiederkommen. Spätestens zum Nikolaus-Schießen im Dezember.
Ergebnisse:
Kinder U 14, Compund: 1. Lukas Cebulla, Meyhen, 212; 2. Oliver Hölzel, Teuchern, 179.
Jugend U 18, Recurve Blank: 1. Tino Gottschall, Dessau, 337; 2. Christoph Rindfleisch, Teuchern 285; Compound: 1. Marc Schuhknecht, Teuchern 415.
Herren, Longbow: 1. Henning Seilkopf, Dessau, 343; 9. Robert Linde, Teuchern, 137. Recurve Blank: 1. René Knape, Wittenberg, 375; 10. Steffen Weber, Teuchern, 290; 16. Sylvio Schlag, Teuchern, 255. Recurve Visier: 1. Peter Ortel, Dessau, 421; 5. Maik Schlag, Teuchern, 239. Comopund: 1. Ronny Wagner, Hettstedt, 472; 5. Frank Schuhknecht, Teuchern, 440; 6. Bernd Köhler, Teuchern, 420.