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Kielschwein geht in Kiel mit an Bord

Von Sylvia Czajka 16.09.2004, 16:16

Aken/MZ. - Wenn Anna-Lena Küster und ihre vier Freunde aus Aken ins Plaudern kommen, dann geht es oft um Motoren, PS und Knoten. Da kennen sie sich aus. Sind Profis unter den Fachleuten - zwei von ihnen sogar die Besten des Landes Sachsen-Anhalt. Nämlich im Schlauchbootslalom.

Die neunjährige Anna-Lena Küster und der 13-jährige Ronny Schröder standen bei den Landesjugendmeisterschaften, die in Wittenberg ausgetragen wurden, ganz oben auf dem Treppchen. Anna-Lena bereits zum zweiten Mal. Zum jungen Team der Abteilung Motorwassersport im Akener Ruderclub gehören noch Eric Siebert, Michael Hedicke und Steffen Fritsche, die bei den Landesmeisterschaften ebenfalls vordere Plätze belegten. Ein Quintett, das gern Gas gibt. Mal mehr, mal weniger und das voll konzentriert. Denn beim Schlauchbootslalom ist ein fehlerfreies An- und Ablegen ebenso gefordert wie das Knoten-Einmaleins und technisches Verständnis für Motor und Boot, weiß Übungsleiter Fred Bandau. Einmal in der Woche ist für die Crew Training auf der Elbe angesagt. So auch in dieser Woche, denn ein großes Ereignis steht drei von ihnen am Wochenende bevor.

Anna-Lena, Ronny und Steffen nehmen an den Deutschen Jugendmeisterschaften in Kiel (Schleswig-Holstein) teil. Die letzten Vorbereitungen für die Reise werden getroffen, die Knoten noch mal geübt. Doch auf der Kieler Förde fährt jeder für sich. Nur mit einem Kielschwein an Bord. Ein erwachsener Mitreisender im Boot, der für die Sicherheit sorgt und den Bug durch sein Gewicht im Wasser hält. Am Ende wird die Zeit entscheiden. Die Konkurrenz ist groß, das weiß auch Anna-Lena. Mit an die Küste wird auch ihre plüschige Giraffe fahren. "Mein Glücksbringer", sagt sie.

Die Akener sind motiviert, freuen sich auf das, was kommen wird. Zumal sie erstmals an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen werden. Was dem Quintett am Besten am Motorsport gefällt, erzählt es gern. Anna-Lena findet die Ausflüge ins Trainingslager toll. Michael sitzt gern im neuen Schlauchboot, da dort nun kein Wasser mehr hineinfließt. Steffen, Ronny und Eric finden es super, manchmal richtig Gas zu geben. "Das ist schon was", meinen sie. Fred Bandau macht es Freude, mit den Kindern und Jugendlichen zu trainieren. "Sie sind in der Natur und lernen dabei die Boote kennen", meint er. Auch der Abteilungsleiter Motorwassersport Ralf Schumann ist stolz auf die Leistungen des Nachwuchses. Für ihn und die etwa 30 Mitglieder zählt am Wochenende nur eins: Daumendrücken für Anna-Lena, Steffen und Ronny, die ein wenig aufgeregt sind vor dem Ereignis und sicher auf der Reise noch mal ins Fachsimpeln kommen.