1. MZ.de
  2. >
  3. Varia
  4. >
  5. Karriere-Ende: Karriere-Ende: Bewegender Moment für Martina Voss

Karriere-Ende Karriere-Ende: Bewegender Moment für Martina Voss

Von Ulli Brünger 20.07.2003, 16:57
Das Archivbild vom 20.04.1999 zeigt die Mittelfeldspielerin Martina Voss vom FCR Duisburg. (Foto: dpa)
Das Archivbild vom 20.04.1999 zeigt die Mittelfeldspielerin Martina Voss vom FCR Duisburg. (Foto: dpa) dpa

Duisburg/dpa. - Eine der erfolgreichsten deutschen Spielerinnen ist endgültig von der großen Fußball-Bühne abgetreten. Zu Tränen gerührt und beladen mit Blumensträußen und Geschenken hat die 35 Jahre alte Martina Voss vom Bundesligisten FCR Duisburg mit ihrem Abschiedsspiel am Sonntag gegen die deutsche Nationalmannschaft (0:2) einen würdigen Abschluss ihrer 20-jährigen Karriere gefeiert. Rund 2000 Zuschauer im PCC-Stadion von Duisburg-Homberg und viele langjährige Weggefährten spendeten stehend Applaus, als die 125- malige Nationalspielerin zum Musiktitel «Niemals geht man so ganz» mit ihrer neunjährigen Tochter Dina auf dem Arm den Rasen unwiderruflich verlies.

«Danke, dass ihr alle gekommen seid. Es war ein wunderbarer Abschied für mich. Diesen Tag werde ich sicher nie vergessen», rief die viermalige Europameisterin und Vize-Weltmeisterin von 1995 ihren Fans zu. Vor dem Anpfiff überreichten der Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB), Engelbert Nelle, und Direktor Willi Hink der ehemaligen DFB-Spielführerin, die vor drei Jahren ihre internationale Karriere beendet hatte, ein Trikot mit der Nummer «125». Voss trug dieses Erinnerungsstück in der ersten Spielhälfte, als sie ein letztes Mal für Deutschland auflief.

Im zweiten, ebenfalls 30-minütigen Abschnitt machte sie als Spielführerin ihres Stammvereins FCR Duisburg eine ebenso gute Figur. Ein Tor blieb der mehrmaligen deutschen Meisterin und Pokalsiegerin allerdings versagt. Die Treffer für die DFB-Elf erzielten Stefanie Gottschlich (8.) und Nia Künzer (58.).

«Martina war immer ein großes Vorbild. Sie vereint alle guten Eigenschaften, die man sich denken kann, sowohl auf dem Platz als auch privat. Sie ist ein großartige Sportlerin und ein toller Mensch», lobte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer, die Voss in ihrer Karriere lange begleitete. Sogar DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun schickte Grüße: «Martina hat sich um den deutschen Frauenfußball große Verdienste erworben.»

FCR-Trainer Jürgen Krust bedauert, seine «Integrationsfigur» zumindest auf dem Rasen zu verlieren. «Wenn ich von jemandem blind einen Rat annehme, dann von ihr. Als Mensch und Fachfrau ist sie für unseren Verein unverzichtbar. Aber sie wird dem FCR auch künftig mit Rat und Tat zur Seite stehen», sagte Krust. Beruflich hat die dreimalige Fußballerin des Jahres längst ein neues Betätigungsfeld gefunden. Seit einigen Jahren ist die gelernte Bürokauffrau als Trainerin für den Fußball-Verband Niederrhein tätig.