Judo Judo: «Bär aus Rodewisch» zu Gast
Wittenberg/MZ. - Bevor die Piesteritzer jedoch auf der Matte standen, maßen erst die Gäste-Mannschaften ihre Kräfte. Die Vogtländer gewannen diesen Vergleich leicht und locker 6:1. Schon hier konnten die zahlreichen Zuschauer schon den "Bär aus Rodewisch", Henry Stör, bewundern. Mit 160 Kilogramm Körpergewicht ist der WM- und EM-Medaillengewinner immer noch eine imposante Erscheinung. Die Wittenberger mussten im ersten Fight gegen Bautzen ran. Mit Kern (Zahnoperation), Pittelkow (Arbeit) und Nitzel (verletzt) fehlten den Grün-Weißen aber drei "schwere Jungs". Im 66-Kilogramm-Limit ging Neuzugang Sven Jungebauer gegen Christoph Matschie (Bautzen) zwar über die volle Fünf-Minuten-Distanz, auf der Anzeigetafel lag er mit kleinen Wertungen aber weit vorn.
Auch Teamkollege Olaf Rodewald (bis 81 kg) konnte seine Fassart durchsetzen und war gegen René Kleinstück nach drei Minuten mit einem Fußwurf erfolgreich. Jens Brückner (eigentlich bis 81 kg) opferte sich für die 100-Kilo-Klasse. Sein Devise: Den wesentlich schwereren Peer Tomschke beschäftigen, um per Bestrafung zu gewinnen. Nach knapp vier Minuten nagelte Tomschke den tapferen Brückner jedoch auf der Matte fest. Die Sorgenkind-Kategorie der Wittenberger (bis 73 kg) wurde mit Matthias Thöner besetzt. Mit einem schönen Hüftwurf knallte er André Husseck auf die Tatami und brachte die Piesteritzer auf die Siegerstraße. Der beste Bautzener, René Kirsten (bis 90 kg), siegte erwartungsgemäß gegen Bob Florian per Innenschenkelwurf. Die 60-Kilo-Klasse wurde für Ronny Taraks zur Zitterpartie. Der Grün-Weiße war konditionell völlig von der Rolle und hatte große Mühe, seinen komfortablen Vorsprung (ein halber Punkt) gegen Christo Janakiew über die Zeit zu retten. Manfred Stürz (bis 100 kg) machte mit PSC-Akteur Jan Pangerl kurzen Prozess. Ein Schulterwurf nach 30 Sekunden beendete den Fight.
Vor dem Kampf gegen Rodewisch wurde die Piesteritzer Mannschaft umgestellt. Sven Jungebauer stand Bundesliga-Akteur Tom Uhlig gegenüber. Dem Rodewischer gelang zwar schnell eine mittlere Wertung, doch Jungebauer erwischte seinen Kontrahenten nach etwa 50 Sekunden und siegte per Beinfasser. Jens Brückner hatte gegen Bautzen sichtlich zu viele Körner gelassen. Nach vier Minuten musste er die Überlegenheit von Alexander Leye anerkennen. In der Schwergewichts-Klasse wurde der unerfahrene Michael Deutsch gegen den Rodewischer Henry Stöhr auf die Matte gestellt. Stöhr "feuerte" Deutsch mit einem Fußwurf auf die Matte. Der Piesteritzer Martin Lommert (bis 73 kg) hatte im Vorfeld zu viel Gewicht gemacht und dabei auch einen Teil seiner Kraft eingebüßt. Gegen Martin Grunert brachte ein Schulterwurf die Wittenberger auf die Verliererstraße. Auch Bob Florian und Christian Taraks konnten für die Grün-Weißen keine weiteren Pluspunkte sammeln.
Opfer, des an diesem Tag nicht immer souverän agierenden Kampfrichter-Teams wurde Manfred Stürz. Eine Bauernrolle, die maximal eine mittlere Wertung wert war, brachte Hardy Baumbach einen schmeichelhaften Sieg. Mit diesem 6:1-Erfolg behaupten die Rodewischer weiter die Tabellenspitze. Wittenberg liegt mit 4:4 Zählern im gesicherten Mittelfeld, hat aber die beiden schwersten Brocken, Rodewisch und Leipzig, bereits hinter sich.