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Hardware Hardware: Was Kombi-Laufwerke können sollten

Von Sven Appel 10.03.2003, 17:32

Berlin/dpa. - DVD, CD-RW, Audio-CD - die vielen Formate bei Speichermedien können Computernutzer schon mal durcheinander bringen. Da kommt vielen Anwendern das so genannte Combo- oder Kombi-Laufwerk gerade recht. Diese Laufwerke können DVDs lesen und verschiedene Arten von CD-Rohlingen lesen und brennen. In der Leistung stehen die Combo-Laufwerke den Einzelgeräten ebenfalls nicht mehr nach, sagt Holger Kubsch, Salesmanager Rotating Memorys bei Samsung Electronics in Schwalbach am Taunus.

Außerdem sind die Combo-Laufwerke Kubsch zufolge oft auch günstiger als zwei einzelne Geräte, also CD-Brenner und DVD-Laufwerk. Ab 80 Euro sind die Combos zu haben. Ein einzelnes DVD-Laufwerk gibt es ab etwa 60 Euro, einen CD-Brenner ab 70 Euro.

Kombi-Laufwerke werden deshalb auch oft zum Nachrüsten eines älteren PCs gekauft, der von Haus aus kein DVD-Laufwerk besitzt, so Georg Wilde, Pressesprecher bei dem niederländischen Elektronikhersteller Philips mit Deutschlandsitz in Hamburg. Den DVD-Brenner ersetzen die Kombi-Geräte allerdings nicht. Ein DVD-Brenner kann sowohl DVDs als auch CDs beschreiben und lesen. Doch für solche Geräte muss der Kunde rund 300 Euro zahlen.

Beim Kauf eines Laufwerks achten viele Verbraucher vor allem auf die Arbeitsgeschwindigkeit: Die maximale Lesegeschwindigkeit für DVDs zum Beispiel liegt derzeit beim 16fachem Tempo. Das entspricht einer Datentransferrate von 16 mal 1,35 Megabytes pro Sekunde. «Solche Werte werden aber nur in einigen Bereichen des Datenträgers erreicht», sagt Peter Knaak, Computerexperte der Stiftung Warentest in Berlin. Meist werden die DVDs mit weniger Tempo gelesen. Ein Grund dafür ist, das von den meisten DVD-Laufwerken das Leseverfahren CAV (Constant Angular Velocity) verwendet wird. Die Umdrehungsgeschwindigkeit der DVD bleibt dabei immer gleich. Das bedeutet, dass die Übertragungsrate an den äußeren Rändern, auf denen sich wegen des größeren Radius mehr Daten befinden, höher ist als innen.

Die einfache Lesegeschwindigkeit bei CDs entspricht 150 Kilobytes pro Sekunde. CDs werden mit bis zu 52facher Geschwindigkeit gelesen. «Hier ist auch eine physikalische Grenze erreicht», erklärt Georg Wilde von Philips. Die Combos bieten meist 40fache CD-Lesegeschwindigkeiten. Gebrannt werden die CDs je nach Format der Rohlinge mit 10- bis 32fachem Tempo.

Peter Knaak zufolge sind die Lese- und Schreibgeschwindigkeiten bei der Auswahl aktueller Modelle aber nicht das ausschlaggebende Kriterium: «Wichtiger ist zum Beispiel die Möglichkeit eines automatischen Firmware-Updates.» Die Software zur Steuerung des Laufwerks sollte sich über das Internet auf den neuesten Stand bringen lassen. Dadurch kann der Brenner auch aktuellere Rohlinge mit den optimalen Einstellungen beschreiben.

Philips-Sprecher Georg Wilde empfiehlt, außerdem darauf zu achten, dass die Laufwerke spezielle Funktionen wie «Burnproof» oder «Seamless Link» mitbringen. Diese stellen sicher, dass der Brennvorgang auch dann erfolgreich läuft, wenn der Datenstrom kurzfristig unterbrochen werden sollte. Ohne diese Funktionen kann es passieren, dass der Rohling unbrauchbar wird.

Für Probleme mit kopiergeschützten CDs können die Gerätehersteller laut Wilde allerdings wenig: Der vor allem bei gekauften Musik-CDs immer häufiger verwendete Kopierschutz sorgt nicht nur dafür, dass die CD nicht vervielfältigt werden kann. Teilweise soll sogar das bloße Abspielen auf dem PC verhindert werden. Dieses Problem ist auch mit der Auswahl eines bestimmten Combo-Laufwerkes nicht zu umgehen, bestätitigt Stiftung-Warentest-Experte Knaack.

Einen Nachteil haben die Kombi-Laufwerke laut Holger Kubsch von Samsung allerdings: Das so genannte On-the-fly-Brennen ist nicht möglich. Gemeint ist damit die direkte Datenübertragung vom lesenden Laufwerk auf den Rohling im Brenner. Wer nur ein Kombi-Laufwerk besitzt, muss die zu kopierenden Daten auf dem Rechner zwischenspeichern - das kostet Zeit.

Georg Wilde von Philips glaubt dennoch an den Erfolg der Combos: «Wir gehen davon aus, dass noch in diesem Jahr der Punkt erreicht wird, von dem an mehr Kombi-Laufwerke verkauft werden als Einzelgeräte.»