Handball-EM Handball-EM: Kapitän Markus Baur hat große Pläne

Koper/MZ. - Nach seiner Pause beim letztenTestturnier in Moskau, als er eine Leistenverletzungauskurieren musste, steht er jetzt wiederim Mittelpunkt: Markus Baur. An seinem 33.Geburtstag führte er Deutschlands Handballerals Kapitän in das EM-Auftaktspiel gegen dieAuswahl Serbiens und Montenegros.
Der Spielmacher vom Deutschen Meister TBVLemgo hatte für seinen Ehrentag, den er seiteinigen Jahren im Kreise der Auswahl irgendwoauf der Welt bei internationalen Turnierenfeiert, nicht viele Wünsche, nur: "einen Siegin meinem 168. Länderspiel".
"2006 ein Turnier in unseren Bundesliga-Arenen.Das wäre noch mal ein Höhepunkt." Markus Baur Deutscher Kapitän
Im slowenischen Adria-Städtchen Koperwollen die Schützlinge von Bundestrainer HeinerBrand endlich den Ruf der "ewigen Finalisten"ablegen, der ihnen nach zwei verlorenen Endspielenanhaftet. "Ich kann das ganze Gerede davonnicht mehr hören. Es gab objektive Gründefür die Niederlagen. Im EM-Finale gegen Schwedenvor zwei Jahren haben die Schiedsrichter einenregulären Treffer von Florian Kehrmann nichtmehr anerkannt. Und im WM-Endspiel letztesJahr gegen Kroatien haben wir uns einfachzu dumm angestellt."
Baur gilt als ehrliche Haut, die Dinge derVergangenheit sind abgehakt. Seine Konzentrationrichtet sich ausschließlich auf die EM jetztin Slowenien. "Auch wenn in diesem Jahr mitOlympia noch etwas ganz Großes ansteht", beugtder Sportstudent den in diesen Tagen oft folgendenFragen gleich vor.
"Ob EM oder WM, es geht nicht nur um den Titel,sondern auch um Plätze für die nächsten großenTurniere", sagt Baur und ergänzt: "Direktqualifikationenhelfen, Kräfte zu sparen, weil wir dann lästigeAusscheidungsspiele vermeiden." In Slowenienqualifizieren sich noch ein Team für Athen,die drei Besten für die nächste Weltmeisterschaftund die fünf Ersten für die EM 2006. Und diekönnte vielleicht sogar in Deutschland stattfinden.Eine Entscheidung darüber fällt der europäischeVerband auf seinem Kongress Anfang Mai inNikosia (Zypern).
"2006 ein Turnier in unseren Bundesliga-Arenen.Das wäre noch mal ein Höhepunkt", blickt Baurvoraus und verschwendet keinen Gedanken ansAufhören. "Ich spiele Handball, solange esmir Spaß macht. Ich halte nicht viel von solchenKlischees wie, nach einem Titel sollst duaufhören, oder so. Fest steht doch auch: Jelänger man der Goldmedaille bei einer großenMeisterschaft hinterher läuft, um so schwererwird es, sie auch wirklich zu gewinnen." Klingtda etwa ein Gedanke an den Umbruch im deutschenTeam durch? "Ich kann nur für mich sprechen.Aber nehmen wir einmal an, wir werden Europameisterund Olympiasieger. Vielleicht sagen dann jaalle Alten, jetzt wollen wir auch noch denfehlenden WM-Titel holen und spielen weiter",sagt Baur augenzwinkernd.
In erste Spiel der Gruppe D gewann Frankreichgegen Polen mit 29:25.
Das zweite Gruppenspiel der Deutschengegen Polen überträgt das DSF am Freitag ab 20.25Uhr live