Fußball Fußball: VfB erobert sich die Spitze wieder zurück
WITTENBERG/MZ. - ESV Lokomotive Dessau SV Grün-Weiß Annaburg 0:5
Die Zielstellung bei den Gästen lautete Sieg. Zudem gab es für beide Vertretungen eine Premiere: Das Spiel wurde von einer Schiedsrichterin geleitet. Und das bei Annaburg zwei Siebzehnjährige im Angriff aufliefen, war ebenso neu.
Trotz Überlegenheit leisteten sich die Grün-Weißen zunächst zu viele individuelle Fehler. Das erste Achtungszeichen auf Seiten der Heidestädter setzte Marco Liebig mit einem Kopfball (23.). In der 37. Minute war es soweit. Nach einem Einwurf von Axel Wägner überlief Florian Kuchenbecker die Dessauer Abwehr, seine scharfe Eingabe wurde vom Gastgeber zum 1:0 ins eigene Tor abgefälscht. Kurz vor der Pause legte Kevin Hujer per Kopfball zum 2:0 nach.
Nach dem Wiederanpfiff erhöhte Hujer auf 3:0 durch einen Elfer (Carsten Döring war zuvor gefoult worden). In der Folgezeit ließen die Annaburger die Zügel deutlich schleifen. Zuerst musste Fabian Köhler retten (66.), und wenig später verhinderte Axel Wägner ein Gegentor. Mit dem 4:0 durch Michael Zerche (78.) war die Partie entschieden, Zerches 5:0 nur noch Ergebniskosmetik.
VfB Gräfenhainichen SG Rot-Weiß Thalheim II 3:1
Nach einer Gedenkminute für den im März verstorbenen Sportkameraden Dieter Steinau startete der VfB in sein neuntes Heimspiel.
Der erste Treffer fiel aus einer Standardsituation heraus. Nachdem René Christoph im Strafraum umgestoßen wurde, verwandelte Daniel Richter den fälligen Strafstoß zur 1:0-Führung (14.). Fast wäre Thalheim zwei Minuten später der Ausgleich geglückt. Doch die Heimelf behielt den Überblick, machte die Räume geschickt zu und unterband Angriffsbemühungen frühzeitig. Mit zunehmender Dauer erzwangen sich aber die Gäste ein leichtes Übergewicht. Genau in dieser Phase fiel das zweite Tor für den Platzherren. Jens Stockmann vollendete zum 2:0 (41.).
Die zweite Hälfte begann damit, womit die erste endete - mit einem Tor für den VfB. Diesmal jedoch eines der kurioseren Sorte. Sven Krawetzke wurde rüde umgesäbelt. Während sich der Großteil der Augenpaare auf den sich vor Schmerzen krümmenden Krawetzke richteten, behielt der zweite Assistent das runde Streitobjekt im Auge. So sah er, dass der Ball an der hinteren Netzstange im Tor einschlug, bevor er wieder heraussprang. Das 3:0 war perfekt und als Torschütze wurde Krawetzke gefeiert (46.). Danach gelang den Gästen das 1:3 (75., Martin Strehmel). Das war es dann auch schon an Treffern in einer Partie, die VfB-Kapitän Nico Hiller so kommentierte: "Für mich war heute der Referee weitaus besser als beide Mannschaften."
SV Allemannia Jessen TuS Dessau-Kochstedt 2:0
Die Allemannia startete furios in die Begegnung. Tobias Knape zog nach einem präzisen Zuspiel sofort in den Strafraum der Gäste. Anstatt aber selbst abzuschließen, legte er den Ball noch einmal quer auf den einlaufenden Marcus Viertel, dieser bekam das Leder nicht unter Kontrolle, und die erste Torchance nach 15 Sekunden war vergeben.
Die Gäste aus Kochstedt waren mehr als überrascht vom Jessener Sturmlauf und hatten mächtig Mühe, Ordnung in ihr Abwehrgeschehen zu bringen. In der zweiten Minute zirkelte SV-Stürmer Stefan Lutzmann das Leder mit einem Freistoß zum 1:0 ins Netz. Jessen spielte danach wie entfesselt, setzte aber die Überlegenheit nicht in weitere Tore um. In der 19. Minute wurde Lutzmann im Gästestrafraum unsanft von den Beinen geholt. Den Foulelfmeter verwandelte Maik Weimann zum 2:0. Weitere Chancen folgten. So knallte Weimann das Leder an den Pfosten (25.), drei Minuten danach wurde Manuel Eckert an der Strafraumgrenze durch Foulspiel vom Ball getrennt. Freistoßspezialist Lutzmann schickte das Leder diesmal aber nur in die Mauer der Gäste.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam auf Seite der Allemannen Stürmer Alexander Kralisch in das Match. Mit ihm wurde das Angriffsspiel lebhafter. Jessen zog das Tempo an und hatte viele Chancen, die aber reihenweise vergeben wurden (52., 58., 63., 65.). Die Gäste gaben sich aber nicht geschlagen, in der 68. Minute bekam der Kochstedter Kapitän Dirk Lange den Ball am Jessener Strafraum zugespielt, schloss aber überhastet ab. Die Elsterstädter verwalteten ihrerseits das Ergebnis und rutschen durch den Erfolg auf den dritten Platz.
SG 1919 Trebitz Hellas 09 Oranienbaum 0:1
Mit einem kämpferischen Auftritt hat sich Hellas 09 für die bittere 0:5-Pleite gegen Jessen rehabilitiert. Allerdings schickte Referee Sebastian Görmer (Dessau) Jan Weigang (60.) und Gert Herrmann (90.) jeweils wegen wiederholten Foulspiels mit einer Ampelkarte vom Rasen. Zudem kassierte Benny Woitha seine fünfte Verwarnung. Gäste-Coach Andreas Wolf sah sich zudem vom Unparteiischen im zweiten Abschnitt "an der Nase herumgeführt" und sein Team im Verlauf der achtminütigen Nachspielzeit fast noch um den Sieg gebracht.
Das Tor des Tages fabrizierten die Trebitzer in der 14. Minute selbst, als Kevin Bittag eine Hereingabe Weigangs unhaltbar für seinen Keeper Michael Knape abfälschte. Der Gastgeber sorgte nur nach Ecken und Freistößen für Gefahr. Andreas Meenes Geschoss parierte Michael Hruby im Kasten der 09er hervorragend (22.). Sieben Minuten später sprang Woitha der Ball bei einem Alleingang zu weit vom Fuß. Als Hellas bereits in Unterzahl agierte, kämpfte sich Marcel Weise bis zur Grundlinie durch, Neubauer jedoch hatte einen Schritt zu viel gemacht, so dass der Pass in seinem Rücken landete (61.). Trebitz fand kein probates Mittel, die dichte Hellas-Defensive in Verlegenheit zu stürzen.
Graf Zeppelin Abtsdorf SV Rot-Weiß Kemberg 3:1
Der Kemberger Abteilungsleiter Jens Pannier konnte nach dem Abpfiff seine Enttäuschung nicht verbergen. "Es war ein Spiel auf ein Tor. Unsere Mannschaft hat ihre vielen Chancen einfach nicht genutzt." Die Rot-Weißen erwischten einen Start nach Maß. Henry Reiß knallte einen Freistoß direkt ins Dreiangel (9.). Daniel Kail (25.) sowie Petr Ruzicka (35.) verpassten in der Folgezeit knapp das 2:0. Nach einem Abtsdorfer Konter prallte Kembergs Keeper Christoph Heede mit den Angreifer des Gegners zusammen, Benjamin Schüler verwandelte den Elfmeter (43.). In der 65. Minute zeigte Referee Gommert erneut auf den Punkt. Diesmal schoss Andreas Tietel den Ball in die Maschen (65.). Den Schlusspunkt hinter diese jederzeit spannenden und umkämpften Sonntagsbegegnung setzte nochmals Tietel (72.). Mit diesem Erfolg sind die Zeppeline auf Platz vier vorgerückt.