Fußball-Freundschaftsspiel Fußball-Freundschaftsspiel: Landsbergs Luft reicht nur für eine Halbzeit
Landsberg/MZ. - Die Verstimmung über die - angeblich staubedingte - Verspätung des Champions-League-Qualifikanten und die deswegen um fast eine Stunde nach hinten verschobene Anstoßzeit hielt bei den 650 Zuschauern freilich nicht lange an. Denn: Ihre Landesliga-Aufsteiger boten Slavia von der ersten Minute an eindrucksvoll Paroli: Was die von Libero Marcel Gawron umsichtig organisierte Abwehr an Chancen für Slavia zuließ, wurde eine Beute des glänzend haltenden Keepers Christian "Stroze" Strozniak. Mehr noch: Auch nach vorne ging bei den fünf Klassen tiefer als die Prager kickenden Hausherren was: Neuzugang Sven Klugmann hatte bereits nach zwei Spielminuten mit einem Schuss ans Lattenkreuz für eine Schrecksekunde bei den Tschechen gesorgt. Doch nach einem wunderbaren Sturmlauf von Stephan Schulze auf der linken Seite verwandelte er dessen präzise Eingabe in der 27. Minute zur sensationellen 1:0-Führung für die SSV-Elf. "Das ist natürlich ein Einstand nach Maß", freute sich der vielumjubelte, aus Zörbig gekommene Torschütze, "zumal ich noch nicht ein einziges Mal mit meiner neuen Mannschaft zusammen trainiert habe." Obwohl Slavia bis zum Halbzeitpfiff nur noch den 1:1-Ausgleich schaffte (Sedlacek / 35.), schwante dem Landsberger Elias Englich schon beim Pausentee, dass es mit dem von den eigenen Fans per Transparent geäußerten Ergebniswunsch so ganz wohl nicht klappen würde.
"Standardsieg 5:0! Lasst Prag 'ne Chance: 5:1!?" hatten die Anhänger gemalt, dabei aber wohl verkannt, dass "die Tschechen verdammt schnell sind und wir schon jetzt nach der Hälfte der Spielzeit mächtig pumpen" (Englich). So fielen - dem Kräfteverschleiß bei Landsberg geschuldet - in Halbzeit zwei die Tore für Slavia wie reife Früchte und das Resultat noch standesgemäß aus: Tokody (57., 63., 90.), Adauto (67., 78.) und Dosek (58.) schossen ein 7:1 für die Prager heraus, bei denen Ex-Bundesligastar Pavel Kuka auf der Tribüne "Freizeit" genießen durfte und der andere Vize-Europameister Radek Bejbl nur einen Kurzeinsatz absolvierte.