Fußball Fußball: Endspurt zu spät angesetzt
Piesteritz/MZ. - FC Grün-Weiß Piesteritz -
VfL Halle 96 1:2
In der 69. Minute kam endlich die von den etwa 250 Zuschauern erwartete Stammwürze ins Spiel. Der Piesteritzer Angreifer Steffen Kassuba verkürzte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze zum 1:2, seine Teamkollegen schalteten in der Folgezeit geschlossen vom leichten Trab in den schnelleren Galopp um. Trotz aller Bemühungen nahmen bis zum Abpfiff lediglich Ronny Loos (70.) sowie Tobias Klier (83.) Hautkontakt mit VfL-Keeper Thomas Gersching auf, kreative Ideen des Piesteritzer Mittelfeld-Blocks blieben am diesem Tag Mangelware.
Vor dem Anpfiff sorgten die Gäste-Fans für den ersten Farbtupfer. Rotes Osterfeuer im Westentaschen-Format plus brummiger Männerchor - so vertreibt man sich die Langeweile am Feiertag. Auf dem Rasen hatten ihre Lieblinge von Anbeginn mehr zu bieten. Nach einem Freistoß demonstrierte die Grün-Weiß-Abwehr die hohe Kunst der kollektiven Passivität, Patrick Hohberg knallte das Leder frei stehend in die Maschen (4.).
Piesteritzer Chancen passten auch in der Folgezeit mehr in die Rubrik Zufalls-Produkt, der VfL nutzte dieses Manko zumindest bis zur gegnerischen Strafraumgrenze aus. Kurz vor dem Wechsel bescherte Grün-Weiß-Angreifer Christian Hüller den Piesteritzer Anhängern das erste Magenkribbeln. Nach einem Solo landete das Streitobjekt am Pfosten der VfL-Tores, Keeper Thomas Gersching stoppte danach den Vorwärtsdrang Hüllers mit der rustikalen Bremse - Elfmeter (43.). Im Gefühl des anstehenden Erfolgs-Erlebnisses schnappte sich der Gefoulte selbst das Leder, nur bei der Ausführung unterlief ihm der entscheidende Fehler. Ball neben das Tor gesetzt, Hände vors Gesicht geschlagen, den Trost der Kollegen abgeholt.
Nach dem Wechsel strebten die Hallenser entschlossen Richtung Vorentscheidung, Piesteritz suchte noch immer nach dem passenden System. Nur Heiko Wiesegart, Daniel Buchholz, Christian Hüller und René Puhlmann stellten in dieser Phase ihre Verbandsliga-Tauglichkeit unter Beweis, der Rest der Mannschaft schlüpfte zu oft in die selbst gewählte Statisten-Rolle. In der 54. Minute "zwirbelte" Gäste-Akteur Jan Amsberg einen Freistoß zum 2:0 in die Maschen, Teamkollege Christian Brückner verpasste per Pfostenschuss die endgültige Entscheidung (68.).
FC Anhalt Dessau II Grün-Weiß Annaburg 1:0
Trotz der knappen Niederlage zogen sich die Gäste gegen den Staffelfavoriten im Paul-Greifzu-Stadion sehr achtbar aus der Affäre. Nach einem schönen Zuspiel von Christian Schneider hatte Torsten Günther in der vierten Minute sogar die Möglichkeit, Annaburg in Führung zu bringen. Dessau nutzte gleich seine erste Chance zum 1:0. Eine verunglückte Flanke landete zur Überraschung von Keeper Ronny Pankrath in den Maschen (10.). Auch in der Folgezeit zeigten die Grün-Weißen viel Engagement in puncto Ausgleichstreffer. Mirko Richter verfehlte das gegnerische Gehäuse, Marco Liebig scheiterte mit einem Freistoß am Dessauer Torwart.
Blau-Weiß Prettin TSV Mosigkau 1:4
Bereits in der dritten Minute bekamen die Bemühungen der Prettiner, gegen den Favoriten wenigstens ein gutes Ergebnis zu erreichen, den ersten Dämpfer. Nach einer Ecke übte sich die Abwehr der Blau-Weißen in kollektiver Unentschlossenheit - 0:1. Auch den zweiten Fehler der Hausherren bestraften die Gäste resolut. Denny Richter vollendete mit gekonntem Heber (25.). Trotz dieses Rückstandes ließen sich die Prettiner nicht entmutigen. Thomas Götze schaffte vom Punkt den Anschlusstreffer (39.). Nach dem Wechsel versuchten die Blau-Weißen den TSV zwar in die eigene Hälfte zu drängen, doch Mosigkau agierte wesentlich cleverer. Als der Elan bei den Gastgebern nachließ und ihre Aktionen hektischer wurden, starteten die Gäste in der Schlussphase noch zwei erfolgreiche Konter (83., 90.).
SV Dessau 05 II Rot-Weiß Kemberg 2:5
In einer sehr abwechslungsreichen Partie verhinderte zunächst Gäste-Keeper Roger Lajow einen frühen Rückstand seiner Mannschaft. Beim Dessauer Führungstreffer war er jedoch machtlos (16.). Kemberg agierte danach etwas entschlossener, Danny Meng erzielte sein 16. Saisontor (35.). Drei Minuten vor der Pause nutzten die Hausherren ihre zweite Chance zur erneuten Führung. Nach dem Wechsel übernahmen die Rot-Weißen endgültig das Kommando. Jens Pannier schaffte das 2:2 (50.), Michael Geipel leitete mit seinen beiden Treffern die endgültige Wende ein (74., 79.). Den Schlusspunkt setzte Geburtstagskind (18) Kevin Bittag. Eine Flanke von Steffen Möller wuchtete er zum Endstand in die Maschen (90.). Fazit: Die Kemberger spielten seit Wochen endlich wieder mal guten Fußball. Zudem wirkte die Defensiv-Abteilung im zweiten Abschnitt souverän und abgeklärt.
VfB Zahna Abus Dessau 1:0
Mit dem Wind im Rücken gelang den Hausherren im ersten Abschnitt nur selten ein durchdachtes Angriffsspiel. Torgefahr entstand nur nach Standard-Situationen. Marco Poronczuk beendete diese Tristesse mit dem Führungstreffer (17.). Sein Distanz-Schuss landete unter der Querlatte des gegnerischen Gehäuses. 15 Minuten später versuchte es Poronczuk aus dieser Entfernung erneut. Doch diesmal "fischte" der Dessauer Keeper den Ball aus dem Dreiangel. In der zweiten Hälfte wurde das Kombinationsspiel der Hausherren sicherer. Hochkarätige Chancen blieben aber ungenutzt. Fabian Schlüter (59.) sowie Poronczuk (74.) hatten die endgültige Entscheidung auf dem Fuß. VfB-Coach Karl-Heinz Röthel: "Auf Grund der größeren Spielanteile haben wir diese Begegnung auch verdient gewonnen. Zudem waren wir torgefährlicher als die Dessauer und haben drei wichtige Punkte im Abstiegskampf geholt."