Frauenfußball Frauenfußball: Silke Rottenberg beendet Karriere
Frankfurt/Main/dpa. - «Ich hatte bei der Nationalmannschaft und bei vielen Vereinen einetolle Zeit und werde dem Fußball erhalten bleiben, in welcher Formauch immer», sagte die 126-fache Nationalspielerin. Ihr Club wird die36-jährige Sportsoldatin am Sonntag (11.00 Uhr) vor dem Punktspielgegen den SC 08 Bad Neuenahr offiziell verabschieden.
«Silke Rottenberg hat weit über ein Jahrzehnt mit ihrengroßartigen Leistungen Geschichte im Weltfrauenfußball geschrieben»,würdigte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich die Torhüterin. Dochist schmerzfreies Fußballspielen für Rottenberg nicht mehr möglich.Im Sommer ließ sie sich die gerissene Strecksehne im Großzeh operativflicken, doch trotz harten Reha-Trainings blieben Probleme. Mit derVerletzung stand die gelernte Zahnarzthelferin beim 3:2 im Finale desUEFA Women's Cup gegen Umea IK am 24. Mai 2008 noch 45 Minutenzwischen den Pfosten. Wenige Tage später feierte Rottenberg auch nochden Gewinn der deutschen Meisterschaft.
Der Sehnenriss war nicht die erste schwere Verletzung ihrerKarriere. Einen Kreuzbandriss im Januar 2007 überwand sie zwarschneller als erwartet, dennoch kostete ihr die Verletzung bei derWeltmeisterschaft in China den Stammplatz im Nationalteam. Denzweiten WM-Gewinn erlebte sie deshalb nur als Vertreterin von NadineAngerer von der Bank aus mit. Vier Jahre zuvor bei der WM in den USAwar Rottenberg noch als weltbeste Torhüterin ausgezeichnet worden. Am27. Mai 2008 bestritt sie ihr letztes Länderspiel gegen Wales (4:0).
Die Titelsammlung von Rottenberg ist reichhaltig. Neben den zweiWM-Gewinnen wurde sie dreimal Europameisterin und gewann zweimalBronze bei den Olympischen Spielen. National feierte die Torhüterinihren ersten Titel 1991 mit Grün-Weiß Brauweiler im DFB-Pokal. Hinzukamen vier Meistertitel mit dem TSV Siegen und Frankfurt sowie zweiSiege im DFB-Pokal. Neben dem Sport engagiert sich Rottenberg, die inZukunft als WM-Botschafterin tätig sein wird, auch im sozialenBereich. Unter anderem unterstützt sie die Aktion «Schule machen ohneGewalt» (SMOG).