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Eishockey Eishockey: Erfolglose Duisburger suchen Weg aus dem Chaos

Von Roland Leroi 08.01.2009, 15:57

Duisburg/dpa. - , sagte Ralf Pape, Alleingesellschafter desSchlusslichts der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Nachdem am Mittwochder bisherige Trainer Dieter Hegen, sein Stellvertreter Karel Langund Sportdirektor Franz Fritzmeier zurückgetreten waren, soll vorerstJugendleiter Willi Mühlenhaus als Interimscoach fungieren. «NachSaisonende drücken wir am 1. März die Reset-Taste und planen einenNeustart», sagte Pape am Donnerstag.

Zunächst müssen die Füchse jedoch einen Weg aus ihrem Chaosfinden. Nach neun Niederlagen in Folge rangiert der Club abgeschlagenauf Platz 16, der Rückstand auf den Vorletzten Kassel Huskies beträgt18 Punkte. Pape hatte bereits Ende November angekündigt, die gesamteMannschaft wegen lustlosen Auftritten nach dieser Spielzeitauszutauschen. «Daran hat sich nichts geändert, kein Spieler wirdbleiben. Wir müssen nur noch sieben längerfristige Verträgeauflösen», meinte Pape, der aus Verärgerung seit Wochen mit keinemAkteur mehr ein persönliches Gespräch geführt hat.

«Ich sage ihnen nur guten Appetit und auf Wiedersehen, rede mitden Spielern aber nicht mehr über Eishockey», berichtete derVereinschef. Zu groß sei die Enttäuschung über den bisherigenSaisonverlauf, der am Dienstag in einer 1:9-Pleite beim EHC Wolfsburggipfelte. Auch Hegens Appelle an die Ehre der Profis bliebenunerhört. Insbesondere Stürmer Alexander Seliwanow warf derscheidende Coach mangelnde Einstellung vor. Doch die gesamteMannschaft brach in den zurückliegenden Partien spätestens im drittenSpielabschnitt ein und kassierte hohe Niederlagen. Fritzmeier gerietim Umfeld wegen seiner Kaderzusammenstellung schon frühzeitig in dieKritik, zog aber erst jetzt einen Schlussstrich.

Pape zollte Hegen für den Rücktritt seinen Respekt. «Leider sinddie falschen Leute gegangen», meinte der hauptberufliche Spediteur.Er will die noch sieben laufenden Verträge, unter anderem mit denTop-Verdienern Seliwanow und Jan Alinc, persönlich in Verhandlungenmit den Agenten der Profis zum Saisonende auflösen lassen. Trotz derRückschläge wirkte Pape, dessen Verein nach dem Aufstieg in die DELvor knapp vier Jahren zum Abschluss der Hauptrunde immer Letzterwurde, äußerlich gefasst: «Finanziell ist die Saison gesichert, ichwünsche mir, dass wir noch ein paar Punkte holen.»

Mühlenhaus, der seit vielen Jahren die Nachwuchsarbeit in Duisburgleitet, soll das Team am Freitag gegen Spitzenreiter HannoverScorpions und am Sonntag bei den Kölner Haien betreuen. «Weiter denkeich nicht», meinte Mühlenhaus. Eine Entscheidung, ob der 50-jährigeEx-Profi die Füchse danach weiter trainieren wird, soll am Montagfallen. «Wir lassen uns Zeit, Angebote gibt es genug», so Pape.

Ab März will er um Sponsoren werben und ermitteln, mit welchemfinanziellen Aufwand und Personal die nächste Spielzeit bestrittenwird. «Aus unseren Fehlern können wir lernen», meinte Pape, der auchals Hauptsponsor fungiert und der völlig verkorksten Saisonnachtrauert: «Letzter hätten wir auch preiswerter werden können, ohneso viel Geld zu verbrennen.»