DFB-Pokal der Frauen DFB-Pokal der Frauen: FFC Frankfurt nun Rekord-Cupsieger
Berlin/dpa. - Wenige Stundenzuvor hatte Ersatz-Torhüterin Uschi Holl im Berliner Olympiastadiondie Sternstunde ihrer Karriere erlebt. Zwei Mal flog die 24 Jahrealte Frankfurterin beim Elfmeterschießen im DFB-Pokalfinale gegen denFCR Duisburg in die richtige Ecke.
Von ihren Mitspielerinnen war sie danach auf dem nassen Rasen fasterdrückt worden und hatte mit dem Anheizen der Siegesgesänge bei derPokal-Übergabe ihre Rolle als Stimmungskanone unterstrichen. «Das warnatürlich ein Riesengefühl, die zwei Dinger zu halten», schildertedie Keeperin nach ihrem spektakulären Auftritt ihre Glücksgefühle.
Dank ihrer Großtaten siegte der 1. FFC Frankfurt 4:1 imElfmeterschießen, nach 90 Minuten stand es 1:1. Vergessen war derFrust der drei Final-Niederlagen gegen Turbine Potsdam in denvergangenen Jahren: Mit dem sechsten Triumph sind die Hessinnen nunalleiniger Rekord-Pokalsieger und peilen am 3. Juni beim SC BadNeuenahr mit dem Gewinn der Meisterschaft auch das fünfte Double an.
Für Uschi Holl geht es dann gegen ihr künftiges Team. Schon seitdem Winter steht fest, dass sie nach Neuenahr wechseln wird. «Einenbesseren Abschied aus Frankfurt kann man sich gar nicht vorstellen.Es ist einfach wunderbar. Das nimmt mir ein bisschen die Wehmut»,gestand die Torfrau. Seit Silke Rottenbergs Verpflichtung war sie nurnoch die Nummer 2 und durfte in Berlin nur wegen einer Verletzung derAuswahlkeeperin ins Tor. «Mein Ziel bleibt die WM in China. Dasschaffe ich nur mit Spielpraxis und nicht, wenn ich auf der Banksitze», sagte die ehrgeizige Bankkauffrau.
Bei heftigen Gewittergüssen und Donner-Krachern des Sturmtiefs«Lothar» hatte sie schon vor dem Elfmeterkrimi ihr Team mitGlanzparaden gegen die einschussbereite Inka Grings (48./88.) voreiner Pokalpleite bewahrt. Gleich zum Auftakt hatte SpielführerinRenate Lingor per Foulelfmeter Frankfurts Führung besorgt (3.). Diedurch mehrere Verletzungsausfälle arg gehandicapten Duisburgerinnenglichen durch Sonja Fuss (45.+1) überraschend aus, erarbeiteten sichdann gegen den Favoriten Feldvorteile und waren der Überraschung nah.
«Nach so einem Elfmeterschießen gewinnt nicht immer der Bessere»,sagte FCR-Trainer Thomas Obliers. Er zog sich damit aber den Unwillenseines FFC-Pendants zu. «Ich sehe das nicht so, dass der Glücklicheregewonnen hat. Unsere Spielerinnen haben im Elfmeterschießen dieNerven behalten und damit den Sieg verdient», meinte Hans-JürgenTritschoks. Er beklagte zudem, dass Schiedsrichterin Moiken Jung FCR-Torfrau Kathrin Längert für ihr Foul an Petra Wimbersky (1. Minute)nicht die Rote Karte gezeigt hatte. «Dann wäre das Spiel ganz andersgelaufen», entschuldigte er sich fast für den nicht vollendsüberzeugenden Auftritt seiner Damen.
«Drei Jahre warten sind genug. Es wurde Zeit, dass wir den Pottnach Frankfurt zurückholen», meinte die dreimalige WeltfußballerinBirgit Prinz erleichtert. Die 161-malige Nationalspielerin sorgte mitihrem achten Pokalsieg - 1995 und 1996 gewann sie die Trophäe mit demFSV Frankfurt - für einen weiteren Rekord. Ins Guinness Buch darfsich auch ihre Teamgefährtin Tina Wunderlich eintragen lassen, diebei den neun Pokalfinals seit 1999 die vollen 810 Minuten mitwirkte.