Dessauer SV 97 Dessauer SV 97: Buhle führt den Verein weiterhin
Dessau/MZ. - "Auferstanden aus Ruinen" - die erste Zeile der Nationalhymne der Ex-DDR trifft in gewisser Weise auch auf den Dessauer SV 97 zu. Vor fünf Jahren stand der Verein, damals noch als DSV ZAB firmierend, vor dem Aus. Die Handball-Abteilung (heute DHV 96) gliederte sich aus und "hinterließ" einen Schuldenberg.
"Fast 100 000 Mark waren das", erinnert sich Gerd Buhle, 1995 ZAB-Vorsitzender und am Montag Abend für weitere vier Jahre als Chef des DSV 97 gewählt. Der Traditionsverein aus den Kienfichten hatte nur zwei Möglichkeiten: entweder aufgeben oder als Neugründung versuchen weiterzumachen. Die Mitglieder entschieden sich für Lösung zwei, und schufen sich seitdem eine funktionierende Sportgemeinschaft mit derzeit 420 Mitgliedern. "Wir sind ein reiner Breitensportverein, in dem es ein gutes Miteinander der einzelnen Abteilungen gibt", charakerisiert Buhle seine 97er.
Ohne die Unterstützung der Stadt hätten die Blau-Weißen den schweren Neuanfang kaum geschafft, betont der Vorsitzende. Für die Zukunft setzt sich der DSV bescheidene Ziele. Bei den Fußballern sollen nach und nach die Talente aus dem eigenen Nachwuchs in die erste Männermannschaft integriert werden, damit diese den Weg zurück in die Landesklasse schaffen kann. Die Kegler fassten vor zwei Jahren noch das Ziel zweite Bundesliga ins Auge, fanden sich aber nach den Abgängen von drei Leistungsträgern in der Landesliga wieder. Dort hat sich das Team stabilisiert. "Wenn wir einmal leistungsorientierteren Sport haben wollen, dann sicherlich mit den Keglern. Der Vorstand würde dies auch unterstützen", lässt sich Buhle eine Option außerhalb des Breitensports offen. Die entscheidende Frage würde diesbezüglich beim Thema Finanzen gestellt, und da zählt der DSV nicht zu den reichen Vereinen. "Das werden wir sicherlich auch nie, aber wir sind finanziell stabil", stellt Buhle klar.
Eine vorläufige Absage erteilten die Mitglieder der zur Diskussion stehenden Bildung neuer Abteilungen, vor allem aus dem Trendsport. "Wir können nicht bei jedem Trend mitmachen, dazu fehlen uns einfach Räumlichkeiten, Finanzen und Personal", sagt Buhle. Zumal der Verein die schrittweise Sanierung der Kegelanlage in Angriff nehmen will. Doch allein das Dach würde 100 000 Mark kosten. "Wir haben einen detailierten Plan, den wir umsetzen wollen. In welchem Zeitraum wir das schaffen, wissen wir noch nicht", erläutert der Vorsitzende. Die Zeit drängt diesbezüglich nicht allzusehr, schließlich ist die Kegelanlage keine Ruine.