Christliche Grundschule in Aschersleben Christliche Grundschule in Aschersleben: Ein Spielplatz fehlt

ASCHERSLEBEN/MZ - "Erziehung, das ist Liebe und Vorbild. Sonst nichts." Dieser Leitsatz des Reformpädagogen Pestalozzi schmückt die Wand im Foyer der Christlichen Grundschule in Aschersleben. Er soll auch für den Erziehungsstil der Christlichen Grundschule Aschersleben gelten, die engagierte Eltern und Kommunalpolitiker vor zehn Jahren gegründet haben.
56 Jungen und Mädchen legen hier mit Hilfe von neun Lehrern und Erziehern den Grundstein ihrer Bildung. "Uns geht es darum, die Freude am Lernen und die Wissbegier der Kinder von Anfang an zu fördern", erklärt Schulleiterin Heidrun Stockert. Prinzip ist es deshalb, auf jedes Kind individuell einzugehen, es weder zu über- noch zu unterfordern. "Wir gucken ganz genau, was jedes Kind braucht, kann oder noch nicht kann", erklärt die Leiterin. Deshalb gibt es für jeden einzelnen Schüler einen eigenen Lehrplan. Abgerechnet und ausgewertet wird regelmäßig.
Schule in privater Trägerschaft
Für die Schulleiterin und ihre Kollegen ist aber auch das Spiel elementarer Bestandteil des Lernens. "Spielen in der Schule hat in unserer Gesellschaft leider häufig einen negativen Beigeschmack. Dabei sind Lernspiele sehr wichtig für Begeisterung und Motivation." Yvonne Bonk kann das aus eigener Erfahrung mit ihrer sieben Jahre alten Tochter Felicitas bestätigen. "Sie unterscheidet gar nicht zwischen Spielen und Lernen", sagt die Vorsitzende des Fördervereins.
Der Verein unterstützt die Schule in wichtigen Belangen. Ihm geht es darum, organisatorische Aufgaben von den Schultern der Lehrer zu nehmen, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, aber auch Spenden zu sammeln. Denn eine Schule in privater Trägerschaft - Träger ist seit kurzem die Johannisschulstiftung - erfreut sich auf der einen Seite einer gewissen Unabhängigkeit, hat aber auf der anderen Seite auch mit finanziellen Problemen zu kämpfen. "In unsere Schule gehen viele Kinder, die im staatlichen Bildungssystem durchaus als benachteiligt gelten. Kinder mit Autismus, Kinder mit sozialen Benachteiligungen, Kinder mit Migrationshintergrund, und Kinder, denen aus welchen Gründen auch immer Chancen nicht oder in geringerem Maß gewährt werden. Unser Förderverein unterstützt so gut es geht, zum Beispiel durch Übernahme des Schulgeldes bei finanziellen Schwierigkeiten", sagt Bonk.
Spielplatz übersteigt die Möglichkeiten
Die notwendige Ausstattung des Spielplatzes, der derzeit von der Stadt Aschersleben gestaltet wird, übersteige die Möglichkeiten von Träger und Förderverein. "Der Spielplatz liegt uns schon länger am Herzen", erklärt Yvonne Bonk, "er ist eigentlich seit Jahren in der Warteschleife."
Die Gestaltung des Platzes als Teil des Bildungsparks, zu dem neben der Christlichen Grundschule zwei weitere Schulen und eine Sporthalle gehören, stand schon länger in Aussicht. Die Stadt schafft nun die baulichen Voraussetzungen, an der Ausstattung fehlt es noch. Das Projekt Spielplatz ist den Lehrern und Eltern besonders wichtig, weil die Einrichtung eine Ganztagsschule ist und die Kinder am Nachmittag oft draußen sind. Auch während des Unterrichts gibt es regelmäßig Bewegungspausen, "und kleine Kinder brauchen das auch", so Heidrun Stockert. Als Spielgerät wünscht sie sich eines, das viele Möglichkeiten zum Klettern, Schaukeln, Balancieren und Verstecken bietet - mit Seilen, Leitern und Rückzugsmöglichkeiten.