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Browser für den Mac Browser für den Mac: Surfen im Zeichen des Apfels

19.05.2003, 08:26
Auch auf dem Mac weit verbreitet - der Internet Explorer von Microsoft gehört zum Software-Paket von Apple-Rechnern. (Foto: dpa)
Auch auf dem Mac weit verbreitet - der Internet Explorer von Microsoft gehört zum Software-Paket von Apple-Rechnern. (Foto: dpa) Melanie Stuchlik ZDF

Hannover/Kiel/dpa. - Netscape oder Internet Explorer? Vor dieser Frage stehen die meisten PC-Besitzer bei der Wahl ihres Browsers. Nicht so Mac-User, denn längst ist die Auswahl an Navigationsprogrammen für Macintosh-Rechner wesentlich größer als bei Windows. Neben Programmen, die es für beide Computerwelten gibt, stehen Apple-Besitzern auch Browser zur Verfügung, die ausschließlich im Zeichen des Apfel laufen.

Für oder gegen eine bestimmte Navigationssoftware müssen sich User angesichts des vielfältigen Angebots aber nicht entscheiden: «Die Mac-Browser laufen im Allgemeinen problemlos nebeneinander», sagt Andreas Beier vom in Hannover erscheinenden Computermagazin «c't». Er rät, möglichst viele Browser ausprobieren. So lasse sich feststellen, welches Programm bei welchen Webseiten am besten funktioniert.

Für die Qualität eines Browsers ist ihm zufolge nicht die Menge der Funktionen von Bedeutung, sondern die problemlose Darstellung der Seiteninhalte. Schwierigkeiten machten beispielsweise Seiten, die neue und erweiterte HTML, XML sowie CSS, JavaScripte und Java-Codes verwenden. Beim Online-Banking hat er oft gute Erfahrungen mit dem Netscape Communicator gemacht. JavaScript-lastige Seiten könnten ähnlich problemlos mit dem Internet Explorer (IE) dargestellt werden.

«Am weitesten verbreitet ist unter Apple-Usern sicherlich noch der IE», sagt Alireza Ghasemi, Multimediadesigner und Mac-Trainer in Hamburg (http://www.macuser.de). Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Browser zum mitgelieferten Apple-Softwarepaket gehört und wie die Konkurrenzprogramme iCab und Safari in deutscher Sprache vorliegt. «Der Browser ist beliebt, da er fast alles anzeigen kann, auch unsauber programmierte Seiten», sagt er. In Sachen Sicherheit verlässt er sich allerdings lieber auf Modzilla: Microsoft habe zu viele Schlagzeilen mit Sicherheitslücken gemacht, kritisiert Ghasemi.

Anfang dieses Jahres hatte Apple auf der Fachmesse Macworld in San Francisco einen eigenen Browser vorgestellt. Laut Rainer Oberbeckmann von Apple in Feldkirchen (Bayern) baut der neue Browser die Seiten bis zu drei Mal schneller auf als der Internet Explorer von Microsoft. Außerdem sei der Turbo-Browser für MacOS X mit 10,2 Megabyte (MB) wesentlich schlanker als das Konkurrenzprodukt. Apple zufolge haben bisher bereits über zwei Millionen Kunden den Browser in der Beta-2-Testversion heruntergeladen.

Wer tatsächlich der schnellste Browser im Apple-Land ist, lässt sich jedoch kaum eindeutig sagen: «Safari ist sicher ein sehr schneller Browser, aber das kann man von dem Chimera- Nachfolger Camino - einem Mozilla-Projekt - und einigen anderen Browsern ebenfalls sagen», sagt Beier von «c't». Die Geschwindigkeit hänge von vielen Faktoren ab - darunter Bandbreite und Netzauslastung. So kann der Browser zwar isoliert getestet werden. Eine Garantie dafür, dass er dann auf dem heimischen Computer die angekündigte Höchstleistung bringt, gebe es aber nicht.

Auch in der Funktionalität ähneln sich Camino und Safari. Beide Werkzeuge bieten das so genannte Tapped Browsing an, bei dem sich mehrere Webseiten in einem Fenster öffnen lassen. Mit Hilfe eines Karteireiters kann beliebig oft zwischen den Seiten gewechselt werden. Allerdings sind die beiden Browser, genau wie OmniWeb, ausschließlich an das Betriebssystem MacOS X angepasst. Während andere, wie der IE, Netscape, Opera oder iCab auch unter älteren Systemversionen funktionieren.

Nicht zuletzt entscheidet der ganz persönliche Geschmack des Nutzers über die Auswahl eines bestimmten Browsers: Safari hebt sich durch eine grau-metallische Oberfläche ab. «Die Oberfläche von Camino wirkt angenehm aufgeräumt und anstatt einer Unmenge von Piktogrammen werden nur die wichtigsten Navigationselemente darstellt», sagt Thomas Raukamp vom in Kiel erscheinenden Magazin «Mac Life». Bei der Oberfläche des iCab sticht besonders der kleine Smiley neben dem URL-Eingabefeld ins Auge. Er bewertet die Sauberkeit des Programmiercodes. Dabei werden die Richtlinien des World-Wide-Web-Konsortiums (W3C) angewendet, das die Standards der Internetprogrammierung festlegt.

Interessant ist die Funktion vor allem für Webdesigner: Lächelt der Smiley, haben die Entwickler saubere Arbeit geleistet. OmniWeb hat sich mit praktischen Zusatzfunktionen wie der Sprachsteuerung einen Namen als Webtaxi gehobener Klasse gemacht. Laut Raukamp hört der Browser sogar auf den Anwender: Nach dem Befehl "Go back" springt er auf gerade besuchte Webseiten zurück.