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Boxen Boxen: Der schwere Weg ins Profigeschäft

Von PETRA SZAG 06.04.2010, 19:56

HAMBURG/MZ. - Am Donnerstag geht es nach Schwerin, wo tags darauf für ihn der Schlagabtausch mit dem Georgier Armen Azizian ansteht. 18 Kämpfe, neun Siege - "da sehe ich keine Probleme. An dem beiße ich mir nicht die Zähne aus", sagt Woge selbstbewusst. Auch Probleme wie zuletzt in Hamburg muss er diesmal nicht fürchten. Da hatten einige Boxer vor ihm mit ihren Gegnern kurzen Prozess gemacht, so dass Woge gegen den Litauer Valeris Gubins viel früher dran war als geplant. "Ich hatte nicht einmal Zeit, mich warm zu machen", berichtet Woge über einen chaotischen Zeitplan der von Sat.1 übertragenen Veranstaltung. Nur gut, dass er sich nicht verletzt hat und mit einem Blitz-K.o. nach 62 Sekunden die Fronten schnell klären konnte.

"Soweit wird es diesmal nicht kommen", versichert Malte Müller-Michaelis. Der Sprecher des Arena-Boxstalls kümmert sich um das Tagesgeschäft, solange Promoter Ahmet Öner seinen dreiwöchigen Armeedienst in der Türkei schiebt. Diesmal, so Müller-Michaelis, wird Woges Kampf von Eurosport live ab 21 Uhr übertragen. Da der 25-Jährige langfristig als Hauptkämpfer aufgebaut werden soll, will ihn sein Management nicht verheizen. Das hat Öner seinem Neuerwerb gleich nach dessen Debüt zugesichert.

Offen ist noch immer Woges Trainer-Frage. Nach der kläglichen Aufgabe seines Trainingsgefährten Steffen Kretschmann bei dem Hamburger Kampfabend hatte Öner seine Boxer aufgefordert, sich von Hans-Jürgen Witte zu trennen. "Wir sind im Guten auseinandergegangen", sagt Woge. In den letzten Tagen hat der Hamburger Bülent Basar sein Sparring überwacht und ihn auch in die Pratzen hauen lassen. "Es gibt viele Möglichkeiten. Eine davon ist, dass Robert künftig seine Wettkampfvorbereitung in Miami bei Ismael Salas macht, der unsere kubanischen Stars Yuriorkis Gamboa und Odlanier Solis trainiert", sagt Müller-Michaelis. Bis zu Woges drittem Kampf Anfang Juni soll alles geklärt sein.

Erst einmal aber konzentrieren sich alle auf das Duell in Schwerin. Woge hofft, dass dann auch seine Frau Stefanie am Ring sitzt. Seit Ostersonntag liegt sie mit Tochter Lea in Storkow im Krankenhaus. Bei einem Kurzbesuch seiner Schwiegereltern in Fürstenwalde hatte die Kleine akute Atemprobleme gezeigt. "Es ist verdammt schwer, sich auf das Boxen zu konzentrieren, wenn die Familie krank ist", sagt Woge. Doch das ist nun mal der Job. Für Sentimentalitäten ist kein Platz.