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Biathlon Biathlon: Deutsche Frauen-Staffel feiert vierten Saisonsieg

Von Uwe Jentzsch 09.01.2008, 18:19
Die deutsche Biathletin Kati Wilhelm fährt am Mittwoch (09.01.2008) in Ruhpolding (Oberbayern) beim Weltcup der 4x6 Kilometer-Staffel der Damen jubelnd dem Ziel entgegen. (Foto: dpa)
Die deutsche Biathletin Kati Wilhelm fährt am Mittwoch (09.01.2008) in Ruhpolding (Oberbayern) beim Weltcup der 4x6 Kilometer-Staffel der Damen jubelnd dem Ziel entgegen. (Foto: dpa) dpa

Ruhpolding/dpa. - EineWoche nach dem Erfolg in Oberhof lief die überragende Wilhelm nachtoller Aufholjagd mit Tagesbestzeit auf den letzten Metern mit derdeutschen Fahne ins Ziel und sorgte für helle Begeisterung unter den14 500 Zuschauern. Kathrin Hitzer (Gosheim), Magdalena Neuner(Wallgau), Sabrina Buchholz (Oberhof) und Wilhelm (Zella-Mehlis)siegten in dem Rennen über 4 x 6 Kilometer trotz dreier Strafrundenund zehn Nachladern in 1:17:56,0 Stunden vor den bis zum letztenSchießen führenden Norwegerinnen (24,3 Sekunden zurück) und Russland(1:15,9 Minuten).

Bundestrainer Uwe Müssiggang erlebte ein Wechselbad der Gefühle.«So eine turbulente Staffel und einen Sieg mit drei Strafrunden beiso guten Bedingungen habe ich selten gesehen», meinte der Trainer-Routinier. «Da sieht man, unter welcher Spannung die Athletinnen inder Staffel stehen. Da passieren Fehler, die ihnen in Einzelrennennicht unterlaufen», erklärte er die schlechten Schießergebnisse beinahezu «Laborbedingungen».

Mutter des Erfolgs der deutschen Damen, die seit ihrem WM-Erfolgvor fast einem Jahr ungeschlagen sind, war bei der WM-Generalprobe imChiemgau Kati Wilhelm mit einem Sturmlauf auf der letzten Schleife.«Im Liegendschießen habe ich etwas probiert und riskiert. Das war jadie letzte Chance vor der WM. Stehend habe ich dann dieSicherheitsvariante gewählt, weil ich gesehen habe, dass dieNorwegerin Ann Kristin Flatland nachladen musste. Die Aufholjagd aufmeinen Trainingsstrecken hat heute richtig Spaß gemacht. Das war sehrnahe an einem perfekten Rennen», schilderte Wilhelm ihre Eindrücke.

Die übermotiviert wirkende Hitzer griff mit «Streufeuer» gleich imLiegendanschlag mit vier Fehlschüssen einschließlich derReservepatronen und 150 Extrametern daneben. Sie wechselte als Fünftemit 39,5 Sekunden Rückstand. «Ich kann mir die Fehler nicht erklären.Nur ein Windhauch, das war wohl trügerisch», sagte die 21-Jährige vonder Schwäbischen Alb. Magdalena Neuner stürmte nach demLiegendanschlag an die Spitze, überzog dabei etwas, ließ dann stehendzwei Scheiben stehen und war wie zuvor Hitzer ratlos. «Ich weißnicht, woran es lag. Das ärgert mich brutal, doch das muss ich nunmöglichst schnell abhaken», bemerkte die strahlende Siegerin vonOberhof, die als Dritte wechselte, aber trotz der zwei RundenSchnellste aller zweiten Läuferinnen war.

Sabrina Buchholz musste danach dreimal nachladen, kam aber ohneStrafrunde über den Kurs und schickte Kati Wilhelm mit 51,1 SekundenRückstand als Zweite auf die Schlussrunde. «Das Rennen hat mirrichtig Spaß gemacht, auch wenn ich im Liegendanschlag ganz schöngezittert habe, ob meine Nachlader ausreichen. Doch dann konnte ichmich auf der Strecke wieder ranziehen», bewertete die Thüringerinihren zweiten Staffelauftritt des Winters.

Für das Staffelrennen der Männer über 4 x 7,5 Kilometer amDonnerstag (17.20 Uhr) benannte Bundestrainer Frank Ullrich dasQuartett Michael Rösch (Altenberg), Alexander Wolf (Oberhof), CarstenPump (Altenberg) und Michel Greis (Nesselwang).