Ziele und Pläne

RB Leipzig: Wohin RBL mit Ralf Rangnick künftig steuert

Leipzig - Die wichtigsten Informationen und Fakten aus den Vertragsgesprächen zwischen RB Leipzig und Ralf Rangnick.

Von Ullrich Kroemer
Ralf Rangnick hat mit RB Leipzig noch viel vor.
Ralf Rangnick hat mit RB Leipzig noch viel vor. imago sportfotodienst

Am Sonntagabend verkündete RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff die vorzeitige Vertragsverlängerung von Ralf Rangnick bei der RB-Weihnachtsfeier.

An diesem Freitag gab der Sportdirektor auf der Pressekonferenz nun selbst Auskunft über die Verhandlungen. Die wichtigsten Informationen und Fakten aus den Vertragsgesprächen.

Wie liefen die Verhandlungen?

Die Gespräche dauerten zwei bis drei Monate. „Das lag nicht daran, dass wir viele problematische Themenfelder zu besprechen gehabt hätten, sondern daran, dass es aus meiner Sicht keinen Zeitdruck gab”, sagte Rangnick. Der Wunsch, das Arbeitspapier des RB-Vordenkers vorzeitig um zwei Jahre bis 2021 zu verlängern, sei von Mintzlaff „beziehungsweise dem Sponsor” ausgegangen, so Rangnick. „Das hat etwas mit Planungssicherheit für die nächsten vier Jahre zu tun.”

Auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz hatte beim letzten Treffen im September, wenn in Fuschl am See jährlich die Finanzplanungen des Getränkekonzerns gemacht werden, die Hoffnung formuliert, dass das Dreigestirn Rangnick-Mintzlaff-Hasenhüttl gemeinsam weiterarbeitet. Die Gespräche liefen dann ausschließlich zwischen Rangnick und seinem Ex-Berater Mintzlaff.

Was sind Rangnicks Ziele und Visionen?

Darauf mochte Rangnick nur allgemein eingehen: „Wir wollen so weitermachen, wie wir uns speziell in den vergangenen zwei Jahren speziell in der Bundesliga entwickelt haben. Ich sehe keinen Grund, warum diese Weiterentwicklung nicht weiter stattfinden sollte. Wir haben die Möglichkeit, diese Mannschaft weiterzubringen und sie noch besser zu machen.”

Was war Inhalt der Verhandlungen?

Es ging maßgeblich um die künftige Strategie bei Kaderplanung und die Möglichkeiten dafür. Dabei stand auch Financial Fairplay (FFP) der Uefa im Fokus, das Klubs finanziell bei Einkäufen und Gehältern begrenzt, um gesundes Wachstum und fairen Wettbewerb zu gewährleisten. „Welche Auswirkungen hat Financial Fairplay?”, fragte Rangnick und gab die Antwort selbst: „Darunter haben wir ein Stück weit zu leiden. Dass die Uefa vorschreibt, dass die Ausgaben die Einnahmen in einem Drei-Jahres-Zeitraum nur um 30 Millionen Euro übersteigen und durch den Investor ausgeglichen werden dürfen, „schränkt uns in unseren Handlungsspielräumen enorm ein”, betonte Rangnick.

So besprachen Rangnick und Mintzlaff konkret, welche finanziellen Ressourcen für Neuzugänge und Gehältersteigerungen in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen, ohne gegen das FFP zu verstoßen.  

Wie wird RB künftig aufgestellt sein?

Strategie ist es, den bestehenden Kader zusammenzuhalten und immer wieder mit jungen, hochtalentierten Spielern zu ergänzen, die innerhalb einer Saison zu Shootingstars werden können. „Dass wir Naby Keita verlieren werden, wissen wir, haben da aber auch Planungssicherheit”, sagte Rangnick. „Bei allen anderen Spielern werden wir alles Menschenmögliche tun, um sie hier zu behalten.” Verträge, die schon länger laufen, sollen in den nächsten Monaten verlängert werden. So soll der Spagat zwischen Entwicklung zu einem europäischen Spitzenteam und dem Status als Ausbildungsklub für Talente gelingen.

Signalwirkung für Trainer und Spieler

RB Leipzig erhofft sich von Ralf Rangnicks Vertragsverlängerung auch ein Zeichen für (künftige) Spieler und den Trainer. „Das hat vielleicht Auswirkungen auf neue Spieler, mit denen wir uns im neuen Jahr beschäftigen”, so Rangnick. Und auch für die aktuellen Spieler sei es „gut zu wissen, dass das Ganze hier so erfolgreich weitergehen kann”. Auch Trainer Hasenhüttl sagte, dass Rangnicks vorzeitiges Bekenntnis „ein ganz wichtiges Element in meinen Überlegungen ist, sollte ich die denn irgendwann mal anstellen. Es ist wichtig zu wissen, dass Ralf hier Sportdirektor ist.”

Gab es andere Angebote für Rangnick?

Offenbar ja, aber keine relevanten. Zumindest verneinte das Rangnick nicht. „Aber das spielte für mich überhaupt keine Rolle, weil ich mich hier extrem wohlfühle und für mich klar war, dass ich hier gern noch länger bleiben möchte”, so der Sportdirektor. In der Vergangenheit hatte der Schwabe Anfragen als englischer und belgischer Nationaltrainer abgelehnt. (mz)