Zu Gast bei RB Leipzig

RB Leipzig: Warum Ralf Möller RBL die Daumen drückt

Leipzig - Nach dem Sieg gegen FCA gönnen sich die Spieler bei RB Leipzig eine Pause.

Von Ullrich Kroemer

Gleich zwei Hollywood-Actionlegenden waren am Wochenende zu Gast in den Bundesligastadien: Beim FC Bayern München saß Arnold Schwarzenegger auf der Tribüne. Beim 2:1 zwischen RB Leipzig und dem FC Augsburg war dessen guter Freund Ralf Möller live dabei.

Als der 57-Jährige in der Halbzeit im Leipziger Stadion vorgestellt wurde, griff sich Möller das Mikrofon und sagte: „Ich wünsche Euch, dass die Deutsche Meisterschaft nach Leipzig kommt.” Einer wie Möller, der es vom Schwimmlehrer zum Hollywood-Star gebracht hat, passt gut zur „Nichts-ist-unmöglich”-Attitüde von RB Leipzig. Vor Anpfiff nahm sich Möller Zeit für ein Gespräch mit der MZ.

Herr Möller, sind Sie das erste Mal im Stadion in Leipzig?
Ralf Möller: Ich war in den vergangenen zehn Jahren mal in Dortmund, auf Schalke oder beim FC Bayern zu Gast. Aber bei RB Leipzig ist das meine Premiere.

Sie haben am Freitag die 125. Oberschule in Leipzig besucht. Wie kam es dazu?
Möller: Ich setze mich schon lange für Kinder und Jugendliche ein, habe bereits vor zehn Jahren mit Ursula von der Leyen die Aktion „Starke Typen” gemacht. Da stieß das Engagement von Porsche mit dem Leipziger Viertel-Finale bei mir auf offene Ohren.

Kannten die Schüler Sie aus Kino oder Fernsehen?
Möller: Die meisten aus „Gladiator”. Aber ich habe ja für RTL auch Filme wie „Hai-Alarm auf Mallorca” oder „Der Superbulle” gemacht. Als die Filme erschienen, waren die Schüler zwar noch gar nicht geboren, aber aus Wiederholungen kannten sie das offenbar. Die anderen haben wir aufgeklärt.

Als Junge aus dem Ruhrpott ist man eigentlich per sé fußballbegeistert. War das bei Ihnen auch so?
Möller: Ich war weniger der Fußballer, habe als Kind und Jugendlicher Schwimmen, Boxen und später Bodybuilding gemacht. Meine Fußballbegeisterung ist erst im Alter gewachsen. Wenn die deutsche Nationalmannschaft bei EM’s oder WM’s spielt, ist das auch in Amerika ein Highlight.

Haben Sie selbst mal gekickt?
Möller: Früher als Kind nur auf der Wiese. Aber vor zwölf Jahren habe ich übrigens hier in Leipzig mal bei einem Benefizspiel für die Special Olympics gespielt. Ich wurde nur für 15 Minuten eingesetzt und habe nur einmal den Ball berührt. Ich habe großen Respekt vor der Leistung der Fußballer.

Was fasziniert Sie an RB Leipzig?
Möller: Mir imponiert vor allem, dass Mannschaften, denen man das nicht zugetraut hat, nach oben kommen. Vor vier Jahren hat der Verein noch in der vierten Liga gespielt. Klar, brauchst Du dafür Sponsoren. Sonst wären doch auch Bayern München, Borussia Dortmund oder Real Madrid nicht da, wo sie heute sind.

Sie als in Amerika lebender Sportfan können die Debatte hier in Deutschland über Tradition und Investoren wohl sicher eh nicht nachvollziehen, oder?
Möller: Überhaupt nicht, das ist Unsinn. Ich sehe die Mannschaften da unten, die stellen sich dem Kampf Elf gegen Elf. Das zählt für mich, mehr nicht. Und dass Erfolge nur mit Geld nicht zu erreichen sind, sieht man ja beispielsweise gerade an Schalke. Die haben auch tolle Spieler, und trotzdem funktioniert es gerade nicht. Das ist wie beim Film.

Inwiefern?
Möller: Wenn es so einfach funktionieren würde, würden die Produzenten ja nur Filme mit Jack Nicholson und anderen Superstars drehen. Aber von zehn Filmen wird nur einer wirklich erfolgreich. Es braucht mehr als nur Stars und tolle Gagen. Ich finde es absolut Unsinn, dass Fans sich darüber Gedanken machen. Die sollen sich Gedanken darüber machen, wie sie ihre Mannschaft anfeuern, sie unterstützen und das sportlich sehen.

Welche aktuellen Projekte haben Sie?
Möller: Wir drehen gerade mit Sharon Stone einen Spionagefilm in Berlin, der in den Jahren von 1986 bis 1989 spielt. Und dann mache ich eine internationale TV-Serie, „Black Tiger”, die nächstes Jahr gedreht wird. Ich habe auch deutsche Angebote, aber da muss man schauen. Das ist manchmal so, als würde ich in die Regionalliga runtergehen (lacht). Habt ihr hier in Leipzig nicht einen Tatort?

Der ist inzwischen nach Dresden abgewandert.
Möller: Schade, wenn er nach Leipzig zurückkehrt, bewerbe ich mich als Kommissar. (lacht). (mz)