3:1-Sieg gegen 1. FC Köln

RB Leipzig siegt in der Red Bull Arena mit 3:1 gegen 1. FC Köln

Leipzig - Das Bundesliga-Spiel von RBL gegen den 1. FC Köln endet mit 3:1. Für die Leipziger besorgten Timo Werner, Emil Forsberg und Dominc Maroh per Eigentor die Treffer.

Von Martin Henkel
Torjubel bei RB Leipzig
Torjubel bei RB Leipzig imago sportfotodienst

Zweiter gegen Siebter und zwölf Zähler Tabellenabstand – das las sich auf dem Papier wie ein leichtes Spiel für RB Leipzig. Und das war es auch. Die Gastgeber hatten bis auf 15 Minuten nach der Pause erstaunlich leichtes Spiel mit den indisponierten Gästen und gewannen durch Tore von Emil Forsberg (5.), einem Eigentor von Dominic Maroh (34.) und Werners 13. Saisontreffer (65.) 3:1. Den Anschlusstreffer hatte Yuya Osako erzielt (53.) Die Leipziger zementierten damit ihren zweiten Platz in der Tabelle, sie liegen weiter fünf Punkte hinter den Bayern und acht Zähler vor Borussia Dortmund.

Ausgangslage

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl hat extra von Flanell auf Jeans gewechselt, um das Schicksal milde zu stimmen. Vor einer Woche hatte das gegen Borussia Mönchengladbach schon mal gut funktioniert. Der Tausch des Beinkleides brachte nach zwei Pleiten in Serie auswärts ein beachtliches 2:1, mit dem die Sachsen ihren Abstand auf die Verfolger Dortmund und Hoffenheim bei acht Punkten halten konnten. Der Stresstest für die Nietenhose kam aber erst in Gestalt des 1. FC Köln, denn ein Mal ist bekanntlich kein Mal. Zumal Hasenhüttl in Kölns Trainer Peter Stöger auf einen Landsmann und verehrten Kollegen aus alten Zeiten bei Austria Wien traf, gegen den er sich in der Vergangenheit nur ein Mal durchsetzen konnte. Damals noch als Trainer des FC Ingolstadt. 2013 war das, Hasenhüttl meinte anschließend, der Sieg sei sehr glücklich gewesen. Bei den anderen Duellen erwies sich Stöger in der Wahl seiner Mittel, Strategien und Spieler hingegen als ebenbürtig. Sie endeten allesamt remis.

Personal

Dass Hasenhüttl aus den Vollen schöpfen konnte, wäre übertrieben gewesen. Es fehlten ihm neben dem immer noch rekonvaleszenten Lukas Klostermann (Kreuzband) und Yussuf Poulsen (Muskelbündelriss) auch Oliver Burke. Der Schotte fiel mit einer Oberschenkel-Zerrung aus. Doch das war wenig Leid im Vergleich mit den Personalsorgen beim Gegner. Stöger musste auf den gebürtigen Leipziger Leonardo Bittencourt, auf Kapitän Matthias Lehmann, auf Stammkeeper Timo Horn und Startelf-Spieler Marcel Risse verzichten.

Fans

Seit Donnerstag feiert Köln Straßenkarneval. Da mitzumachen, ist für Kölner eine Pflicht. Also fuhr zwar der Effezh nach Leipzig, aber es reiste vom harten Fan-Kern so gut wie niemand mit. Kölner Ultra-Gruppen hatten bei einem Stammtisch-Treffen beschlossen, sich der Fahrt zu verweigern. Mit Blick auf die Dauerfehde zwischen Ultras und RB Leipzig war das gar keine so schlechte Nachricht. Kölner Südkurven-Fans haben es nämlich besonders mit Tradition und Ablehnung. Sie brachten beim Hinspiel den Bus der Leipziger mit einer Sitzblockade vor dem Stadion zum Stehen. 3000 Fans kamen aber trotzdem im Gästeblock zusammen. Ihr Protest fiel moderat aus. „Bei Mitgliederzahlen steht es schon 0:1“, stand auf einem. Auf einem anderen war das obligatorische „Scheiß RB!“ zu lesen.

1. Halbzeit 

Hasenhüttl liebt das schnelle Tor, er baut seine Strategien danach auf. Fällt es, muss der Gegner aus seinem Unterstand – das ist der Plan. Gegen Köln ging er wieder mal auf. In der 5. Minute schlenzte Emil Forsberg das 1:0 ins gegnerische Netz. Benno Schmitz hatte einen langen Ball Richtung Eckfahne geschlagen, den Kölns Keeper Thomas Kessler Timo Werner auf den Fuß servierte. Der bediente den Schweden mustergültig.

Jetzt hatte Leipzig leichtes Spiel. Hoch pressen, schnell umschalten – das kann in der Liga keiner besser. Bis zur Halbzeitpause folgten auf den ersten Treffer ein halbes Dutzend Chancen auf den zweiten. Werner prüfte Kessler in der 19. Minute mit einem Fernschuss aus dem rechten Strafraumeck, der Kölner Keeper lenkte den Ball über die Querlatte. Bei der anschließenden Ecke sprang der Ball wie im Flipperautomat auf das Gästetor, aber er wollte nicht über die Linie. Marcel Halstenberg köpfte ihn an den Balken, Werner köpfte ihn Kessler in die Fäuste, von dort sprang er Sabitzer über Umwege auf den Fuß, sein Schuss strich knapp übers Gebälk.

Solche Chancen lässt man in der Regel nicht ohne Strafe liegen, heißt es oft. Aber was sind die Regeln ohne Ausnahme. RB ließ Köln keine Luft zu atmen. Werner und Marcel Sabitzer schossen beide knapp über den Kölner Kasten (27., 30.), ehe der Ball dann endlich im Netz des Gegners verschwand. Keita zirkelte eine Flanke scharf in den Fünfmeterraum und dort Dominic Maroh auf den Fuß, der den Ball ins eigene Tor abwehrte (34.).

Der 15. Saisonsieg schien so gut wie amtlich, denn Köln schaffte es in den ersten 45 Minuten nur einmal vor das Leipziger Tor, der Schuss von Nationalspieler Jonas Hector strich aber am langen Pfosten vorbei (33.). Mehr kam von den Gästen nicht. Das hohe Pressing der Leipziger würgte jedes Engagement früh ab.

2. Halbzeit

Es deutete sich früh an, dass Köln sich so nicht geschlagen geben wollte. Stöger stellte um, holte in der Pause Maroh vom Feld und brachte dafür den offensiven Simon Zoller. Umgehend hatte das Spiel der Rheinländer mehr Wucht. RB wirkte irritiert. Eine Lücke auf der linken Abwehrseite führte plötzlich zum Anschlusstreffer. Pawel Olkowski passte unbedrängt in den Strafraum, dort stand Yuya Osako und schob den Ball zum 1:2 ein (53.).

Hasenhüttl schaute sich das eine Weile lang an und reagierte dann mit einem Wechsel. Er entschied sich für Abdichten und nahm Forsberg vom Platz. Für ihn kam der defensive Rani Khedira. Es wirkte Wunder - und zwar in der Offensive. Keita schickte Sekunden nach dem Wechsel Werner lang, der Stürmer sprintete Richtung Torauslinie. Ein Blick zur Mitte, keiner da, als selber machen: Werner drosch den Ball aus spitzem Winkel an Neven Subotic und Kessler vorbei ins lange Eck (65.). Es war sein 13. Saisontreffer.

Jetzt aber: Die Kölner spielten zwar noch wacker mit, aber eher die Uhr runter als auf ein Remis. Es gelang ihnen nach vorn nicht mehr viel. Für Leipzig bedeutete das: Kräfte schonen. Eine Chance ergab sich noch. Halstenberg zirkelte einen Freistoß auf Sabitzers Kopf, von dort prallte der Ball gegen die Hände des fliegenden Kessler (73.). Es war die letzte Torgelegenheit des Spiels. Den Rest der Zeit verbrachten beide Mannschaften im Mittelfeld.

Ausblick

Für die Kölner kommt es dick nach den Karnevalsfeiern. Der Klub muss am Samstag nach zum Liga-Primus nach München. Leipzig hingegen muss sich am Freitag auf seiner Reise nach Augsburg zwar anstrengen, um ab 18.30 Uhr was mitzunehmen. Aber zum Fürchten ist der Gegner nicht.

RB Leipzig – 1. FC Köln 3:1 (2:0)

RB Leipzig: Gulacsi – Schmitz, Orban, Compper, Halstenberg – Demme, Ilsanker – Keita (86. Kaiser), Forsberg (64. Khedira) – Sabitzer, T. Werner (84. Selke).
1. FC Köln: Kessler – Subotic, Maroh (46. Zoller), Heintz  – Olkowski, Rausch - Höger (76. Jojic), Hector – Clemens - Modeste, Osako
Tore: 1:0 Emil Forsberg (5., Werner), 2:0 Maroh (34., Eigentor), 2:1 Osako (53.), 3:1 Werner (65., Keita); Torchancen: 10:3; Eckenverhältnis: 3:0; Schiedsrichter: Fritz (Korb); Gelbe Karten: Maroh (8.), Rausch (39.), Höger (68.), Hector (84.) - Ilsanker (62.); Zuschauer: 39.335 Zuschauer in der Red-Bull-Arena Leipzig. (mz)