Heimniederlage im Rückspiel

RB Leipzig rettet sich trotz 0:2-Heimpleite gegen Neapel ins Achtelfinale

Leipzig - Stil verpflichtet. Für Italiener allemal, weshalb sich die SSC Neapel Donnerstagabend im Rückspiel der Europa League bei RB Leipzig (Zwischenrunde) mit einem 2:0 (1:0) aus dem kleinen Uefa-Wettbewerb verabschiedete. Sie hatte das Hinspiel 1:3 ...

Von Martin Henkel
Timo Werner (r) im Duell mit Neapels Raul Albiol.
Timo Werner (r) im Duell mit Neapels Raul Albiol. dpa-Zentralbild

Stil verpflichtet. Für Italiener allemal, weshalb sich die SSC Neapel Donnerstagabend im Rückspiel der Europa League bei RB Leipzig (Zwischenrunde) mit einem 2:0 (1:0) aus dem kleinen Uefa-Wettbewerb verabschiedete. Sie hatte das Hinspiel 1:3 verloren.

Den Italiener machten die Angelegenheit zwar spannend und verkürzten das Gesamtergebnis durch Tore von Piotr Zielinski (33.) und Lorenzo Insignie (86.). Den Vortritt ins Achtelfinale aber ließen sie den Gastgebern.

Spannende Schlussphase in der Red Bull Arena

Die nahmen natürlich dankbar an, vor allem Ralph Hasenhüttl freute sich nach dem Schlusspfiff mit einem Sprung ins Spielfeld, er hatte immerhin einiges riskiert.

Der Coach der Leipziger hätte nämlich sichergehen und seinen verletzten Abwehrchef Willi Orban durch einen erfahrenen Spieler ersetzen können. Mit Stefan Ilsanker zum Beispiel, der ist seine Allzweckwaffe für Ausfälle aller Art. Tat er aber nicht, obwohl der italienische Kollege Maurizio Sarri seiner Ankündigung Taten folgen ließ, das Spiel noch drehen zu wollen - trotz vornehmlicher Scudetto-Interessen.

SSC Neapel schickt seine Top-Stars auf den Rasen

Er ließ seinen Deluxe-Sturm mit Marek Hamsik, Dries Mertens und Lorenzo Insigne auf die Leipziger los. Hasenhüttl bot dagegen den erst 18 Jahre alten Ibrahima Konaté auf, stellte Kevin Kampl für den ebenfalls angeschlagenen Naby Keita vor die Abwehr und tauschte Lukas Klostermann gegen Bernardo.

Lange Zeit ging das gut. RB spielte die altbewährte Taktik. Stand eng beieinander, zog mit seinem Pressingnetz das Zentrum zu und lauerte auf Konter.

Zu viel Risiko gingen die Sachsen dabei nicht. Sie führten ja 3:1. Napoli hatte damit seine Mühen und sorgte ungewollt für die erste Großchance des Spiels, als Lorenzo Tonelli einen Schuss von Marcel Sabitzer mit dem Scheitel an die eigene Querlatte lenkte (14.).

RB Leipzig kämpft gegen das Nervenflattern

In Führung gingen die Gäste trotzdem. In der 33. Minute schlug das Trio infernale zu. Hamsik passte auf Insigne, der ließ abtropfen auf Mertens, der Belgier zwang RB-Keeper Peter Gulacsi zu einer Abtropfparade, die der Polen Piotr Zielinski zur Führung veredelte.  

Zwei Tore fehlten den Italienern jetzt noch, um das Achtelfinale zu erreichen. Und Leipzig knapp 60 Minuten, um ihre erste K.o.-Runde der Vereinsgeschichte zu überleben.

Es war nichts für jugendliche Gemüter. Noch ein Gegentreffer - und die Nerven würden flattern. RB versucht es in den ersten Minuten nach dem Wiederanpfiff mit einer Konfrontationstaktik: Die Sachsen suchten den Ausgleich. Yussuf Poulsen hatte prompt das 1:1 auf dem Fuß, eine Hereingabe von Timo Werner drückte der Däne aber knapp am kurzen Pfosten vorbei (55.). 

Insignes Treffer macht es noch einmal richtig spannend

Napoli antwortete mit einem Schuss von Zielinski auf Gulacsis Brust, spielte aber kein Harakiri. Ebenfalls ein Tor ins eigene Netz, und zwei Tore würden gerade mal für die Verlängerung reichen – und die wiederum wertvolle Kraft für die Serie A kosten.

Es plätscherte deshalb die Partie so ein wenig vor sich hin, und als Sarri seinen Kapitän aus dem Spiel nahm, schienen die Italiener offenbar genug getan, um die Schmach aus dem Hinspiel in Ansätzen zu tilgen.

Aber denkste! Nachdem die Italiener ihre Angriffe eine Weile lang ohne Überzeugung vortrugen, machte ihnen die Leipziger Hintermannschaft vier Minuten vor dem Ende doch noch mal die Tür zum Achtelfinale auf. Napoli setzte umgehend einen Fuß hinein, Insigne traf nach einem Konter zum 2:0. Hindurch aber gingen sie nicht mehr. Es war die letzte Chance des Spiels.

Spielstatistik: RB Leipzig - SSC Neapel 0:2 (0:1)

Leipzig: Gulacsi - Laimer, Konate, Upamecano, Bernardo - Demme, Kampl - Sabitzer, Bruma (73. Forsberg) - Poulsen (90.+1 Ilsanker), Timo Werner (85. Augustin). - Trainer: Hasenhüttl
Neapel: Reina - Maggio, Albiol, Tonelli, Mario Rui (67. Hysaj) - Diawara (82. Jorginho) - Allan, Hamsik (65. Callejon) - Zielinski, Mertens, Insigne. - Trainer: Sarri
Schiedsrichter: Anthony Taylor (England)
Tore: 0:1 Zielinski (33.), 0:2 Insigne (86.)
Zuschauer: 36.163
Gelbe Karten: Poulsen, Kampl, Sabitzer, Augustin - Tonelli, Zielinski
Erweiterte Statistik (Quelle: deltatre):
Torschüsse: 5:12
Ecken: 2:4
Ballbesitz: 44:56 %
Zweikämpfe: 99:85

(mz)