Effiziente Auftritte in der Bundesliga

RB Leipzig punktet in der Bundesliga: Wie RBL die Doppelbelastung meistert

Leipzig - Bernardo strahlte nach RB Leipzigs 2:0 (1:0) gegen Werder Bremen über das ganze Gesicht. Doch so freundlich der Brasilianer auch drein blickte, scherzte und lachte. Zuvor auf dem Spielfeld hatte der 22-Jährige mit jeder Menge Furor sein erstes Tor für RB erzielt und damit gegen starke, weil stets willige, drängende und ballsichere Bremer alles klar gemacht ...

Von Ullrich Kroemer
Jubel beim Torschützen Bernardo, der sein Tor mit Kevin Kampl feiert.
Jubel beim Torschützen Bernardo, der sein Tor mit Kevin Kampl feiert. dpa-Zentralbild

Bernardo strahlte nach RB Leipzigs 2:0 (1:0) gegen Werder Bremen über das ganze Gesicht. Doch so freundlich der Brasilianer auch drein blickte, scherzte und lachte. Zuvor auf dem Spielfeld hatte der 22-Jährige mit jeder Menge Furor sein erstes Tor für RB erzielt und damit gegen starke, weil stets willige, drängende und ballsichere Bremer alles klar gemacht (87.).

Binnen zwei Minuten kam der Abwehrmann gleich dreimal gefährlich aus der Distanz zum Abschluss. Als ihm der Ball zum dritten Mal binnen zwei Minuten vor die Füße sprang, „war ich ein bisschen sauer”, berichtete der Linksfuß lachend. „Ich habe mir gedacht, jetzt muss ich das Tor machen.” Sein gewaltiger Schuss schlug links neben dem Pfosten ein.

RB Leipzig trotz der Doppelbelastung erfolgreich

Dass Bernardo fürs Toreschießen zuständig war, zeigte schon, dass auch Leipzigs fünfter Heimsieg unter dem Titel „Arbeitssieg” firmierte. Wie bereits zuvor gegen Frankfurt (2:1), Stuttgart (1:0), Hannover (2:1) gewann RB nach einem Champions-League-Spiel in der Bundesliga – nicht gerade rauschhaft, aber höchst effektiv.

13 Liga-Punkte nach den fünf internationalen Spielen hat sonst kein deutscher Europapokal-Teilnehmer geschafft. Trainer Ralph Hasenhüttl sagte, dass die Partien zwar „alles anders als souverän” gewesen seien, aber sein Team mit viel „Mentalität und Willen” agierte. „Wir müssen in solchen Spielen auf alles zurückgreifen, was noch im Tank ist”, sagte der Trainer.

RB Leipzig: Fit genug für Champions League und Bundesliga

Vor der Saison war es die große Befürchtung der Verantwortlichen gewesen, dass es das Team nach der ungewohnten Höhepunkten unter der Woche nicht schaffen würde, auch in der Bundesliga die für das RB-Spiel nötige Leidenschaft und Fitness zu bringen.

Nun zeigt das Team, dass es Hasenhüttls Maßgabe, in der Bundesliga ökonomischer zu agieren, nahezu perfekt und höchst erfolgreich umsetzen kann. „Wir schaffen es emotional wieder, so auf der Höhe zu sein, dass wir uns für jedes Spiel motivieren können”, sagte Mittelfeldmann Diego Demme. „Man sieht, dass wir auch in der Bundesliga jedes Spiel gewinnen wollen.” So hat das Team nach nun fünf Europapokalspielen genau den richtigen Modus gefunden hat, um wieder an der Bundesliga-Spitze mitzuspielen.

RB Leipzig: Augustin nach schwacher Leistung auf der Bank

Kapitän Willi Orban berichtete, dass Hasenhüttl die Mannschaft vor dem Spiel daran erinnert hatte, dass vor der Saison von großen Herausforderungen gesprochen worden sei. Doch nicht die ohnehin glanzvollen Champions-League-Momente, sondern Spiele wie gegen die wieder erwachten Bremer seien damit eigentlich gemeint. So war RB zwar nicht immer fehlerlos – gerade im Spielaufbau, wo Timo Werner, Emil Forsberg & Co. viele Fehler unterliefen, aber zu keinem Zeitpunkt nachlässig.

Wie ernst alle Beteiligten die Partie nahmen, zeigte sich auch in der Aufstellung. Hasenhüttl verzichtete komplett auf Rotation, ließ etwa Jean-Kévin Augustin nachdessen unbefriedigender Leistung in Leverkusen und einem klärenden Gespräch unter der Woche auf der Bank schmoren und vertraute seiner Siegelf aus Monaco. Auch, weil in der kommenden Woche endlich mal kein Spiel unter der Woche ansteht.

RB Leipzig: Sonderlob für Naby Keita von Trainer Hasenhüttl

Stars wie Naby Keita, dem das 1:0 gelang (34.), zeigten, dass sie sich auch gegen Bremen nicht für eine kämpferische Leistung zu schade sind. „Er hat wieder den Zugang zu seinem Spiel gefunden, ist wieder fokussierter geworden”, lobte der Trainer. „Er hat gezeigt, dass er bereit ist, alles reinzupacken.”

So freute sich RB-Keeper Peter Gulacsi über das erst dritte Spiel in dieser Saison, in dem er nicht hinter sich greifen musste. „Dass es ein Arbeitssieg ist, ist relativ egal”, so der Torhüter. „Wichtig ist es, solche Spiele zu gewinnen.” Und: „Es war wichtig, dass wir endlich mal zu Null gespielt haben, das war lange her.” (mz)