Nach Augsburg-Spiel

RB Leipzig gegen 1. FC Augsburg: Georg Teigl entschuldigt sich bei den Augsburger Fans

Leipzig - Nach dem Heimsieg der Roten Bullen verneigte sich Ex-RBL-Profi Georg Teigl vor der Fankurve. Das haben ihm die Fans des 1. FC Augsburg, seines neuen Verein, teilweise Übel genommen.

Von Ullrich Kroemer
Inmitten den alten Kollegen: Georg Teigl bedankt sich bei den Leipziger Fans.
Inmitten den alten Kollegen: Georg Teigl bedankt sich bei den Leipziger Fans. imago sportfotodienst

Georg Teigls Rückkehr zu RB Leipzig bei der Partie gegen den FC Augsburg am Freitagabend geriet außergewöhnlich euphorisch. Als der 25-Jährige, der im Sommer nach zweieinhalb Jahren bei RBL zum FC Augsburg gewechselt war, in der 78. Minute eingewechselt wurde, applaudierten die Leipziger Fans lautstark und ausdauernd.

Für den ungewöhnlich warmherzigen Empfang bedankte sich Teigl nach seinem ersten Bundesligaeinsatz gemeinsam mit seinen früheren Kollegen – möglicherweise etwas zu begeistert. Der Österreicher verneigte sich vor der Leipziger Fankurve, strahlte über das ganze Gesicht, als hätte er gerade einen Sieg davon getragen. Dabei hatte sein Team 1:2 verloren.

Teigls Videobotschaft: „Wollte euch nicht verletzen”

In den Stadionkatakomben sagte Teigl dann sichtlich gerührt: „Wahnsinn. Ich möchte mich für den schönen Empfang bedanken. Die Fans haben in mir offenbar mehr als nur den Fußballer Georg Teigl gesehen, sondern auch den Menschen. Darum geht’s doch im Leben. Es war schön, dass ich heute mein Bundesligadebüt feiern durfte. Da schließt sich der Kreis.”

Einigen Augsburger Anhängern war das etwas viel Wehmut bei der Rückkehr, sodass sich Georg Teigl nach diverser Kritik – darunter auch völlig überzogene Hassbotschaften – genötigt sah, sich für die Aktion zu entschuldigen. „Ich habe mich von meinen Emotionen leiten lassen, bin nur ein Mensch, war lange in dem Stadion. Wenn das falsch rübergekommen ist, tut mir das aufrichtig leid”, sagte der Rechtsverteidiger.

„Ich wollte keinen enttäuschen oder damit sagen, dass ich nicht zu 100 Prozent hinter dem FC Augsburg stehe”, sagte er in der Facebook-Botschaft. Und mit brüchiger Stimme in Richtung FCA-Fans: „Ich will klarstellen, dass ich euch brauch’ und euch nicht verletzen wollte.”

Teigl: „Über Kurzeinsätze in die Stammelf”

Teigl war am sechsten Spieltag zum ersten Mal im Kader gewesen und hatte seine ersten Erstligaminuten bestritten. Zu seiner Situation beim neuen Klub sagte Teigl: „Ich gebe alles, ich biete mich an. Ich hoffe, dass ich mich über Kurzeinsätze empfehle und irgendwann auch zum Stammpersonal zähle.”

Gegen Leipzig war Teigl an der Entstehung der Augsburger Großchance in der letzten Spielminute beteiligt. „Ich hatte heute ganz gute Aktionen”, sagte er. „Ich hoffe, dass es so weiter geht.” Hoffentlich ohne Nachteile aufgrund seiner emotionalen Rückkehr nach Leipzig. (mz)