Nach 3:1-Sieg gegen Köln

Nach 3:1-Sieg gegen Köln: RB Leipzigs Verteidiger Willi Orban: „Hätten das Spiel früher entscheiden müssen“

Leipzig - Trainer Ralph Hasenhüttl erfreute beim Sieg gegen den 1. FC Köln die taktische Variabilität seines Teams.

Willi Orban setzt sich gegen Kölns Osako durch
Willi Orban setzt sich gegen Kölns Osako durch imago sportfotodienst

Das Ergebnis täuscht. Ein wenig. RB Leipzig hat sein Heimspiel gegen den 1. FC Köln zwar 3:1 (2:0) gewonnen, aber der Sieg wackelte nach der 2:0-Pausenführung  bedenklich. Die Gäste stifteten 15 Minuten lang große Unruhe in der Hintermannschaft der Sachsen und verkürzten zu einem Zeitpunkt, an dem ein Remis eher wahrscheinlich schien, als der 14. Saisonsieg von RB. Doch alles gut gegangen aus Leipziger Sicht – und in der Summe der Ereignisse vielleicht nicht ganz so klar gewonnen, aber mehr als verdient. Das sagten die Protagonisten im Anschluss.

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr gut gespielt. Wir haben mit einer neuen Grundordnung versucht, den Gegner zu stressen. Das ist uns gelungen, obwohl wir zur Pause mehr als 2:0 hätten führen müssen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit war Köln stark, wir hatten Probleme. Wir haben dann auf Fünferkette umgestellt, das hat uns wieder Stabilität gegeben. Danach waren wir wieder sehr vielbeinig. Es freut mich, dass wir mittlerweile so variantenreich sind.“

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): „Der Sieg von RB war verdient. Das lag vor allem daran, wie wir in den ersten 45 Minuten gespielt haben: mit zu wenig Mut, zu viele Fehler, konfus. Wir haben es dann zu Beginn der zweiten Halbzeit besser gemacht. Wir haben gezeigt, dass wir uns so nicht geschlagen geben wollten. Aber mit dem dritten Gegentreffer war die Überzeugung weg, dass wir das Spiel noch drehen können. Das war gegen einen solchen Gegner allerdings auch keine Überraschung.“

Marvin Compper (Abwehrspieler RB Leipzig): „Die erste Halbzeit war sehr überzeugend. Wir hatten Chancen für noch mehr Tore. In der zweiten Halbzeit hat Köln dann umgestellt, plötzlich waren wir unsortiert. Wir standen mehrfach Mann gegen Mann und haben die Flanken trotzdem nicht verhindert bekommen. Nach dem Kölner Treffer haben wir umgestellt auf Fünferkette. Danach hatten wir das Spiel wieder im Griff. 48 Punkte zum jetzigen Zeitpunkt ist eine extrem gute Bilanz. Mehr aber auch nicht. Jedes kommende Spiel ist schwer. Es gibt auch Einbrüche, das wollen wir verhindern.“

Stefan Ilsanker (defensiver Mittelfeldspieler RB Leipzig): „Wir haben heute im 4-3-3 begonnen und wollten die Kölner Mann gegen Mann anlaufen. Das ist voll aufgegangen, dadurch war Köln überrascht und wir konnten gut Druck aufbauen. Zwei Tore zur Pause waren fast zu wenig. Man heute im Vergleich zum Spiel in Köln (1:1) gesehen, dass wir uns enorm weiter entwickelt haben.“

Willi Orban (Kapitän RB Leipzig): „Die erste Hälfte war ganz stark. Wir waren sehr griffig gegen den Ball. Wir hatten immer die richtigen Lösungen und sind verdient in Führung gegangen. Wir hätten das Spiel aber früher entscheiden müssen. Es war ärgerlich, dass wir kurz nach der Pause kurz die Ordnung verloren haben. Da müssen wir noch mal hinschauen, was da passiert ist.“

Marco Höger (Abwehrspieler 1. FC Köln): „Die zweite Halbzeit von uns war gut, die erste nicht so. Das haben wir uns so nicht vorgestellt. Daraus müssen wir lernen. Vor allem, wie man damit umgeht, wenn man so schnell in Rückstand gerät Da fehlt uns noch die Reife.“

Dominique Heintz (Abwehrspieler 1. FC Köln): „Die Gegentore waren Geschenke von uns an Leipzig. Nach dem 0:2 war es schwer zurückzukommen, vor allem gegen einen Gegner wie RB, der uns enorm unter Druck gesetzt hat. Es war dann besser nach der Pause, aber der dritte Treffer gegen uns war ein Genickschlag.“ (mz)