Champions League in Gefahr

Champions League in Gefahr? RB Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl kritisiert Ansprüche

Leipzig - Champions League im Februar? RB Leipzigs Trainer wehrt sich gegen zu hohe Ansprüche beim Aufsteiger.

Von Ullrich Kroemer
Ein erzürnter RB-Trainer Ralph Hasenhüttl.
Ein erzürnter RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. X02197

Das erste und einzige öffentliche Training von RB Leipzig an diesem Dienstagnachmittag war gut besucht. Etwa 200 Fans hatten sich in den Schulferien zum Platz am Cottaweg aufgemacht, um dem Tabellenzweiten beim Start in die Arbeitswoche zuzuschauen. 

Bis auf die noch angeschlagenen Marvin Compper (muskuläre Probleme) und Marcel Sabitzer (Schlag auf den Knöchel) sind nach der Grippewelle alle Kicker wieder fit. „Belastbar waren sie auch vorher schon, aber sie waren leistungsmäßig noch nicht auf ihrem absoluten Topwert”, sagte Trainer Ralph Hasenhüttl. „Das brauchst Du, um in der Bundesliga bestehen zu können. Jetzt sind viele noch einen Schritt weiter als am Wochenende.” 

Ralph Hasenhüttl: „Qualifikation für die Champions League im Februar wird schwierig”

Nach der Einheit mit Koordinationsübungen und Spielformen äußerte sich der Chefcoach auch noch einmal zur medialen Interpretation der zweiten Niederlage hintereinander. „Wir müssen läuferisch eine Schippe drauflegen, aber von einer Krise zu sprechen, finde ich schon etwas übertrieben”, sagte der Österreicher. „Wir haben vielleicht gerade eine Phase, in der wir eine kleine Delle haben.”

Doch das sei Jammern auf hohem Niveau. Der 49-Jährige gab zu Bedenken: „Wie man sieht, ist es auch da vorn in der Tabelle nicht so einfach, jedes Spiel zu gewinnen. Das ging am Wochenende nicht nur uns so, es haben auch ein paar andere Mannschaften die Punkte liegenlassen.” 

Die gestiegene Erwartungshaltung im Umfeld versuchte der Fußballlehrer zu dämpfen. „Versuchen wir einfach mal, in Ruhe weiterzuarbeiten”, schlug Hasenhüttl vor. „Wir haben von einer sorgenfreien Saison gesprochen. Dass wir schon im Februar sorgenfrei für die Champions League qualifiziert sind, wird schwierig. Das wird möglicherweise noch eine ganze Zeit dauern, bis das spruchreif für uns ist.” 

Ralph Hasenhüttl über Davie Selke: „Einsatzchance besser nutzen”

Vor dem Spiel bei Borussia Mönchengladbach forderte Hasenhüttl: „Wir wollen das Niveau wieder erreichen, das wir schon hatten.” Dazu müsse sich das Team wieder mehr für den Aufwand belohnen, dass es betreibe, effektiver agieren. „Wir haben in der Nachbetrachtung des Spiels gegen den HSV gesehen, dass wir nicht alles schlecht gemacht haben. Wir hätten einfach ein paar Aktionen besser ausspielen müssen”, analysierte er. Dass das gegen Borussia Mönchengladbach nicht einfach wird, weiß auch der Trainer. „Gladbach ist wie der HSV auch eine Mannschaft, die sich im Aufwind befindet. Deswegen wird das keine einfache Aufgabe.”

Dabei baut Hasenhüttl auch auf eine Leistungssteigerung seiner Offensive, die in zwei Spielen hintereinander torlos geblieben war. Als Ersatz für den verletzten Yussuf Poulsen nannte er Davie Selke, Oliver Burke und auch Federico Palacios, der gegen Dortmund um ein Haar das 1:1 in der Nachspielzeit erzielt hätte. Dabei nahm Hasenhüttl besonders Selke in die Pflicht. „Ich würde mir wünschen, dass er seine Einsatzchance besser nutzt als zuletzt.” Vielleicht gibt dem formschwachen Stürmer ja das Autogramm- und Selfie-Bad unter den Trainingsgästen nach der Einheit mehr Selbstvertrauen. (mz)