Handball Handball : Spielertrainer rettet das Remis

Naumburg - Über die beiden Siege der Oberliga-Mannschaften haben wir bereits berichtet. So schlugen sich die anderen Erwachsenen-Teams des HC Burgenland am Wochenende.
Verbandsliga, Männer: Jessener SV - HC Burgenland II 25:25 (12:13). Mal wieder mit argen Personalsorgen im Gepäck machte sich die HCB-Reserve auf ihre weiteste Auswärtsfahrt der Saison. In einer zähen und umkämpften Partie erreichte sie dort nach zuvor zwei Niederlagen in Folge ein Unentschieden. Nach dem schnellen 2:0 der Jessener mussten die Burgenländer eine Weile einem Rückstand hinterherlaufen. Dass dieser zumindest nicht anwuchs, lag auch an der gut sortierten Deckungsreihe der Gäste. Hier kämpfte besonders Sebastian Enke leidenschaftlich; er ließ sich auch von einem geschwollenen blauen Auge nach einem Ellbogencheck nicht aufhalten. Offensiv mussten sich die Burgenländer auf ihr Rückraum-Duo Kilz/Meyer verlassen. Beide gingen angeschlagen in die Partie und spielten deshalb fast nur im Angriff und erzielten die Mehrzahl der Tore. Nach einem Treffer von Sascha Marggraf lag der HCB erstmals in Front (8:9). Jessen holte sich die Führung zurück (12:11/ 27.), aber zur Pause lag wieder der Gast knapp vorn.
Obwohl in Unterzahl, baute der HCB seinen Vorsprung nach Wiederbeginn auf zwei Tore aus. Da sich die Gastgeber nun in ihren Abwehrbemühungen voll auf die beiden Torjäger der Gäste konzentrierten, gab es Räume über andere Positionen. Doch leider verstanden es die Burgenländer zu selten, dies auch zu nutzen. So drehten die Jessener das Ergebnis wieder (17:16). Durch gute Blockarbeit von Mathias Priese, der mit Sebastian Enke das Deckungszentrum weiter dicht hielt, konnten die folgenden Attacken der Hausherren vereitelt werden, und mit drei Treffern in Folge holte Kilz die Führung zurück. Beim Stand von 17:19 war noch eine Viertelstunde zu spielen. Der Gastgeber glich zum 21:21 aus. In der hektischen Schlussphase kam dann wieder einiges gegen den HCB zusammen: Umstrittene Entscheidungen der Referees, leichte Fehler und schließlich auch noch Pech. So wie in der 57. Minute, als ein Gewaltwurf von Meyer gegen das Gebälk knallte und der Ball von dort so weit ins Feld zurückprallte, dass er von einem völlig frei stehenden Jessener zum 24:23 verwertet wurde. Die Einheimischen hätten beim 25:24 und Ballbesitz das Spiel für sich entscheiden können, doch die Burgenländer erkämpften sich das Spielgerät, und Benjamin Proschwitz holte noch einen Siebenmeter heraus. Da war die Spielzeit bereits abgelaufen. Wie schon bei seinen sieben Strafwürfen zuvor trat Marcel Kilz an die Linie, und der Spielertrainer behielt erneut die Nerven, verwandelte sicher zum 25:25-Endstand.
„Wenn nur zwei Spieler regelmäßig das Tor treffen, wird es gegen solch routinierte Teams schwierig zu gewinnen“, meinte Kilz später. „Dennoch möchte ich meiner Mannschaft ein Kompliment machen. Wir haben gerade in den letzten Minuten Moral gezeigt und wenigstens einen Punkt gerettet.“ Nach einem spielfreien Wochenende geht es für die HCB-Reserve am 12. März daheim in Plotha gegen Erdeborn weiter.
HCB II: Robert Henschler; Stephan Meyer 7, Mathias Priese 1, Stefan Wallis 1, Benjamin Proschwitz, Marcel Kilz 14/8, Sebastian Enke, Tom Pippel 1, Sascha Marggraf 1, Stephan Paatzsch, Jakob Aumann - Zeitstrafen: HCB II 4, Jessen 2; Siebenmeter: HCB II 8/8, Jessen 3/3.
Bezirksliga Frauen, Plätze 1 bis 7: Landsberger HV - Burgenland II 24:23 (10:12). Der HCB-Zweiten ist in der Finalrunde beim Favoriten fast eine Überraschung gelungen. Die Gäste bestimmten über weite Strecken das Spiel. Ihre Deckung mit Torfrau Diana Gerber stand sicher, und die Konter saßen. So ging es mit einer Zwei-Tore-Führung der Burgenländerinnen in die Kabine. Diesen Vorsprung bauten die Gäste nach Wiederbeginn zum 14:19 aus. Doch dann stieg die Fehlerquote, und in der Abwehr wurde man etwas unsicherer. Trotzdem hätte man den Kampf - nachdem man knapp 50 Minuten hervorragend gespielt hatte - annehmen müssen. So drehte aber Landsberg das Spiel noch. In der Tabelle liegt die HCB-Zweite zurzeit auf dem vierten Platz.
Plätze 8 bis 14: Burgenland III - TSV Großkorbetha 42:9 (20:2). Die HCB-Dritte wurde am Sonntag ihrer Favoritenrolle voll gerecht. Die Deckung stand gut, und Torhüterin Petra Lützgendorf hielt fast jeden Ball. Bereits zur Pause lagen die Gastgeberinnen schier uneinholbar in Front. Zwar mischten sich in der zweiten Halbzeit einige leichtsinnige Fehler ins Spiel der Burgenländerinnen ein, an deren deutlichem Erfolg änderten diese jedoch nichts. Mit diesem Kantersieg behaupteten sie ihre Tabellenführung im Kampf um den achten Tabellenplatz.
HCB III: Petra Lützgendorf; Doreen Zänker, Kristin Ecke 7, Kerstin Goerke 2, Doreen Rudolph 5, Heike Börner 1, Nicole Metzler 4, Natalie Wolf 1, Linda Zumpe, Sarah Schaaf 19, Yvonne Roth 3.