Zittersieg gegen zehn Nürnberger

Zittersieg gegen zehn Nürnberger: RB Leipzig kommt mit einem blauen Auge davon

Leipzig - Dominik Kaiser stand nach dem 3:2 (3:0)-Zittersieg von RB Leipzig gegen den 1. FC Nürnberg gezeichnet im Spielertunnel. Der kleine RBL-Kapitän hatte aus diesem verrückten Zweitligaspiel ein Veilchen unter dem linken Auge davongetragen. Ein passendes Bild: Denn auch Rasenballsport ist in dieser spektakulären Begegnung mit einem blauen Auge davon gekommen. „Es hätte nie so spannend werden dürfen”, sagte Kaiser ...

Von Ullrich Kroemer

Dominik Kaiser stand nach dem 3:2 (3:0)-Zittersieg von RB Leipzig gegen den 1. FC Nürnberg gezeichnet im Spielertunnel. Der kleine RBL-Kapitän hatte aus diesem verrückten Zweitligaspiel ein Veilchen unter dem linken Auge davongetragen. Ein passendes Bild: Denn auch Rasenballsport ist in dieser spektakulären Begegnung mit einem blauen Auge davon gekommen. „Es hätte nie so spannend werden dürfen”, sagte Kaiser atemlos. 

Effektiver Offensivfußball

Denn in den ersten 20 Minuten bot RB den Nürnbergern vor knapp 30.000 Zuschauern eine Lehrstunde an rasantem, spektakulärem und effektivem Offensivfußball. Star der Anfangsphase war Davie Selke, der erst einen Elfmeter herausholte, den Kaiser zur frühen Führung verwandelte (7. Minute). Nürnbergs Verteidiger Georg Margreitter sah für das Foul die Rote Karte, weil er den letzten Leipziger Selke gehalten hatte – eine zwar regelkonforme, aber harte Entscheidung. Die beiden weiteren Treffer erzielte Selke nach schöner Vorarbeit von Rechtsverteidiger Lukas Klostermann (11.) und per Distanzschuss nach einem Nürnberger Abwehrbock (16.) gleich selbst. Für den Acht-Millionen-Euro Mann aus Bremen die Tore Nummer fünf und sechs für seinen neuen Klub. 

Zahlreiche Gelegenheiten

Die „Roten Bullen” hatten noch zahlreiche weitere große Gelegenheiten und hätten die Führung noch auszubauen müssen. Allein, das gelang nicht. „Wir können alle zufrieden sein, wie wir hier von den ersten Sekunden an gespielt haben, das war phänomenal”, sagte Selke. „Aber wenn man 3:0 führt, dürfen wir auf gar keinen Fall in so eine brenzlige Situation kommen, dass wir in den letzten Sekunden noch zittern müssen.” Nach 60 Minuten agierte RB plötzlich nicht mehr so zwingend nach vorn. „Da haben wir uns in den Schlaf gespielt, uns selbst in die Bredouille gebracht”, haderte Kaiser. Die Rangnick-Elf lud den Gegner nun zu Kontern ein, die teilweise nur noch mit Fouls gestoppt werden konnten. Marvin Compper, der nach langer Verletzungspause sein erstes Saisonspiel absolvierte, sagte: „Genau das wollten wir nicht, da müssen wir cleverer sein. Nürnberg war eigentlich schon tot.” 

Eigentlich, denn die „Clubberer” nutzten zwei Standards aus jeweils halblinker Position, um auf 2:3 zu verkürzen. Die eingewechselten Dave Bulthuis (62.) und Niklas Füllkrug (76.) trafen jeweils per Kopf. „Da waren wir beide Male nicht aufmerksam”, kritisierte RBL-Trainer Ralf Rangnick. „Nicht auszudenken, wie wir hier sitzen würden, wenn das tatsächlich noch zum Ausgleich geführt hätte.” Tatsächlich lag der Ball in der Nachspielzeit im Leipziger Tor, doch Schiedsrichter Christian Dingert entschied richtigerweise auf Abseits. So kamen Dominik Kaiser & Co. am Ende glücklich mit einem blauen Auge davon. (mz)