Remis gegen den SC Freiburg

Remis gegen den SC Freiburg: RB Leipzig verpasst Sieg im Topspiel

Leipzig - RB Leipzig hat erneut einen Sieg in der 2. Liga verpasst. Gegen den SC Freiburg kam das Red-Bull-Team über ein 1:1 (0:1) nicht hinaus. Die Freiburger eroberten Rang zwei der Tabelle zurück, Rasenballsport rutschte nach dem zweiten Remis in Serie auf Rang sechs ab. RB war in der zweiten Hälfte zwar das bessere Team, doch die Freiburger präsentierten sich insgesamt als die reifere ...

Von Ullrich Kroemer

RB Leipzig hat erneut einen Sieg in der 2. Liga verpasst. Gegen den SC Freiburg kam das Red-Bull-Team über ein 1:1 (0:1) nicht hinaus. Die Freiburger eroberten Rang zwei der Tabelle zurück, Rasenballsport rutschte nach dem zweiten Remis in Serie auf Rang sechs ab. RB war in der zweiten Hälfte zwar das bessere Team, doch die Freiburger präsentierten sich insgesamt als die reifere Mannschaft.

Ausgangslage

Bundesliga-Atmosphäre in der Leipziger Arena: Der langjährige Erstligist SC Freiburg brachte einen Hauch Erstliga-Flair in die Messestadt – vor allem Dank Spielern wie Freiburgs Toptorjäger Nils Petersen oder Kulttrainer Christian Streich. Neben den Sachsen haben die Breisgauer die meiste spielerische Substanz im Kader und sind einer der Favoriten auf die Meisterschaft. RB war vor der Toppartie unter Flutlicht durch die klaren Siege der Mitkonkurrenten Braunschweig, Fürth und Nürnberg an diesem Spieltag auf Tabellenplatz acht abgerutscht – nicht der Anspruch von Rasenballsport. Daher hatte Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick nach dem 1:1 in Heidenheim gegen den Bundesligaabsteiger mehr „Killerinstinkt” und einen Sieg gefordert. Freiburg wollte seine Serie von vier Spielen ohne Niederlage auch in Leipzig fortsetzen. Beide Teams standen sich bislang noch nie gegenüber.

Personalien

Ralf Rangnick setzte auf die gleiche Startformation und das gleiche System (4-2-3-1) wie am vergangenen Spieltag in Heidenheim. Auf den noch fraglichen Positionen durfte erneut Lukas Klostermann statt Georg Teigl als Rechtsverteidiger ran. Diego Demme hatte unter der Woche im Training einen leichten Schlag aufs Knie bekommen, war jedoch pünktlich zur Spitzenbegegnung des achten Spieltags wieder fit geworden. Nach seinem Elfmeter-Patzer im vergangenen Spiel rückte Innenverteidiger Willi Orban auf die rechte Innenverteidigerposition, Stefan Ilsanker rückte dafür auf die linke Position in der Abwehrzentrale. Stürmer Yussuf Poulsen stand wegen eines grippalen Infekts nicht im Kader. Auch der SC Freiburg trat mit genau dem gleichen Personal wie im Spiel zuvor an, bei dem die Gäste ein 2:2 gegen Arminia Bielefeld erreicht hatten.

Fans

25.869 Zuschauer haben die Spitzenbegegnung live im Stadion verfolgt – darunter etwa 700 Anhänger aus Freiburg – durchaus beachtlich für einen Donnerstagabend. Abgesehen von kurzen Schmähgesängen nach dem Freiburger Führungstreffer verhielten sich die Gäste fair gegenüber dem überregional ungeliebten Gegner.

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Spielverlauf und Analyse

Freiburgs Spieler hatten schon Aufstellung auf dem Rasen genommen und warteten auf den Anpfiff, doch die Spieler von RB Leipzig standen noch im Mannschaftskreis zusammen und schworen sich vor dieser wegweisenden Partie extra lange ein. Trotz der konzentrierten Vorbereitung begann die Rangnick-Elf nervös und wenig strukturiert. Die erste gefährliche Möglichkeit hatte Freiburgs Petersen, setzte den Ball aber aus halbrechter Position neben den Kasten (6. Minute). RB-Stürmer Davie Selke konterte mit einem ähnlichen Schuss aus halblinker Position, der ebenfalls das Tor verfehlte. 

Während RB im Strafraum einmal mehr den letzten Pass schuldig blieb, spielten sich die Gäste zwei gefährliche Gelegenheiten nach Standards heraus. Mike Frantz (12.) und Immanuel Höhn (18.) hatten jeweils nach Ecken große Chancen, die von RB-Keeper Fabio Coltorti entschärft wurden. Gerade, als RB durch einen Aufsetzer von Halstenberg (23.) und einen Kopfball von Sabitzer (24.) mehr Durchschlagskraft entwickelte, erzielte Freiburg die Führung. Nach schönem Antritt spielte Freiburgs „Zehner” Maximilian Philipp Nils Petersen frei, der den Ball eiskalt aus spitzem Winkel verwandelte (29.) – bereits sein achter Ligatreffer in dieser Saison. 

RB drängt nach vorn

RB drängte nun nach vorn, doch die Offensivaktionen blieben zu ungestüm. Und auch das nötige Fortune fehlte den Gastgebern. Als Orban und Selke den Ball in der 38. Minute ins Tor der Freiburger stocherten, jubelten die Leipziger Fans bereits, doch Schiedsrichter Benjamin Cortus hatte auf Abseits entschieden. Eine Fehlentscheidung, da Selke bei der Vorlage von Diego Demme keinesfalls regelwidrig postiert war. 

Doch die Leipziger ließen sich nicht entmutigen und gaben direkt nach der Pause die richtige Antwort. Sabitzer passte aus zentraler Position auf Selke, der direkt zum Ausgleich abschloss – keine Chance für SCF-Keeper Alexander Schwolow (47.). Kurz darauf hatte Massimo Bruno per Kopf die Gelegenheit zum Führungstreffer, doch diesmal war Schwolow auf dem Posten (48.). Zwar hatten die Freiburger in der 58. eine Doppelchance durch Philipp und Amir Abrashi. Insgesamt jedoch dominierten die Leipziger die zweiten 45 Minuten, machten aber wieder zu wenig aus der Überlegenheit. Forsberg probierte es zwei Mal mit Distanzschüssen (68., 80.); doch insgesamt drängten die „Roten Bullen” in der Schlussphase zu wenig auf den Sieg. 

Ausblick

Bereits am kommenden Sonntag steht die nächste Bewährungsprobe für RB Leipzig an. Zur Oktoberfestzeit muss RBL bei Kellerklub 1860 München ran. Der SC Freiburg empfängt ebenfalls am Sonntag den FSV Frankfurt (Anpfiff jeweils: 13.30 Uhr).

(mz)

Statistik

RB Leipzig: Coltorti – Klostermann, Ilsanker (46. Teigl), Orban, Halstenberg – Kaiser (C), Demme (75. Jung) – Bruno (84. Quaschner), Sabitzer, Forsberg – Selke
SC Freiburg: Schwolow – Mujdža (C), Höhn, Kempf, Günter – Abrashi, Höfler – Frantz (90.+1 Kath), Philipp (70. Hufnagel) – Petersen, Guédé(84. Kleindienst)
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach a.d. Pegnitz)
Tore: 0:1 Petersen (29.), 1.1 Selke (47.)

Gelbe Karten: Kaiser (3) | Mujdža (4), Günter (1)

Zuschauer: 25.869 in der Red Bull Arena